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100069 VO Neuere dt. Literatur: Sprache - Zeichen - Denken. Ernst-Jandl-Dozentur für Poetik: Elfriede Czurda (2014S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie

MI wtl von 19.03.2014 bis 25.06.2014 18.30-20.30 Ort: Hörsaal 31 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 9
Zusatztermine:
DO, 19.6., 19.00-20.30
Ort: Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien
MO 23.6., 19.00-20.30
Ort: Alte Schmiede, Schönlaterngasse 9, 1010 Wien

An/Abmeldung

Details

max. 999 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Literarische Kunstwerke bestehen - dies eine triviale Aussage - aus sprachlichen Zeichen. Diese Sprachzeichen (Laut und Schrift) sind manchen Theorien zufolge Fixationen dessen, was deren Urheber durch Literatur "mitteilen" möchten. Zu beschreiben, wie diese Sprachzeichen mit den Gedanken und Empfindungen von Autorinnen zusammenhängen, aber auch, wie sie von Lesenden verstanden werden, ist eine der Herausforderungen literaturwissenschaftlicher Interpretation und damit verbundener Theoriebildung.

Die Vorlesung von Thomas Eder untersucht exemplarisch Zeichentheorien (Saussure, Jakobson, Peirce, Hjelmslev, Goodman) und fragt nach dem Zusammenhang von Sprechen und Denken anhand von psychologischen Theorien (zum einen die eine Wiederbelebung erfahrenden Theorien vom Beginn des 20. Jahrhunderts: Bühler, Vygotskij, in deren Gefolge z.B. der Literaturwissenschaftler Theodor A. Meyer sein "Stilgesetz der Poesie" formuliert hat; zum anderen anhand gegenwärtiger Theorien in den Kognitionswissenschaften).
Auch materialästhetische Überlegungen zur Konfiguration von schriftlichen Sprachzeichen und Lautzeichen werden theoretisch eine Rolle spielen.

Neben Texten von Ernst Jandl, für den die materiale Seite der Sprachzeichen besonders wichtig war, wird die Vorlesung andere konkrete Texte beleuchten (Heißenbüttel, Mon, Gappmayr, Achleitner, Adrian, Rühm). Aber vor allem werden Werke von der konkreten Dichtung "entwachsenen Autoren" Oswald Wiener ("die verbesserung von mitteleuropa, roman"), Dieter Roth ("Mundunculum"), Reinhard Priessnitz ("vierundvierzig gedichte") und Franz Josef Czernin ("zungenenglisch. visionen, varianten") im Licht des Semesterthemas beleuchtet.
Das literarische Werk von Elfriede Czurda, die als Ernst-Jandl-Dozentin 2014 zwei Vorlesungen zum Thema halten wird, bildet einen abschließenden Schwerpunkt.

Ernst Jandl in seinen "Frankfurter Poetikvorlesungen": "Es ist absolut notwendig zu erkennen, daß Sprache aus Dingen besteht, die aus Dingen bestehen, und daß alle diese Dinge von Menschen erfunden und aus dafür geeigneten Materialien zum dauernden und wiederholten Gebrauch hergestellt sind. Es ist notwendig, das zu erkennen und im Auge zu behalten, um zu wissen, was ein Gedicht ist, und zu wissen, daß es, auch wenn es als einziges aus Sprache besteht, nicht grundsätzlich etwas anderes ist als eine Plastik oder ein Musikstück oder eine Zeichnung oder ein gemaltes Bild."

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mündliche Prüfung in der letzten Einheit. Weitere Prüfungstermine im Herbst und während des Folgesemesters

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 1242, I 2240, I 2900)

Letzte Änderung: Do 05.09.2019 12:50