Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

100140 KO Neuere deutsche Literatur: Österreichische Kulturessayistik der Zwischenkriegszeit (2012S)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anrechenbar für den Masterstudiengang Austrian Studies

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 08.03. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 15.03. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 22.03. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 29.03. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 19.04. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 26.04. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 03.05. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 10.05. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 24.05. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 31.05. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 14.06. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 21.06. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)
Donnerstag 28.06. 10:15 - 11:45 (ehem.Übungsraum 1 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 9)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Essay im Österreich der Zwischenkriegszeit ist eng mit den politischen Ereignissen verbunden. Die Art, wie sich die Autoren zu den gesellschaftlichen Antagonismen der Ersten Republik verhalten, ist ihrerseits widersprüchlich. Der polemischen Auseinandersetzung mit den Zeiterscheinungen steht die nostalgische Retrospektive, der individualistischen Distanzierung die Sehnsucht nach kollektiver Geborgenheit gegenüber. In seiner Verbindung von argumentativer Stringenz mit einer ästhetischen Anschaulichkeit und bildhaften Unbegrifflichkeit eignet sich der Essay zur radikalen ideologiekritischen Analyse ebenso wie zur Zelebrierung traditioneller Kulturgüter und zur Selbstbestätigung einer konservativen Bildungselite. In diesem Spannungsfeld herrscht nicht die direkte politische Stellungnahme, sondern ein ästhetischer Protest vor. Die Kunst wird zum Maßstab des Lebens, der universale Anspruch eines ästhetischen Kulturbegriffs zum Instrument fundamentaler Zivilisationskritik.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Teilnahme an den Diskussionen und an einer ExpertInnnengruppe, Erstellung eines Thesenpapiers, Referat, Erstellung eines Diskussionsprotokolls.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Eine Reihe einschlägiger Texte von E. Friedell, H. v. Hofmannsthal, K. Kraus, A. Kuh, R. Musil, A. Polgar und J. Roth wird unter gattungspoetischem und kulturhistorischem Aspekt untersucht. Die ausgewählten Essays sollen in ihrem Verhältnis zu den verwandten Formen der Festrede, des Feuilletons, des Aphorismus, der Satire und der Polemik betrachtet werden. Dominante Themen und Topoi, rhetorische Mittel und Argumentationsstrategien sollen herausgearbeitet werden.

Prüfungsstoff

ExpertInnengruppen erarbeiten für die einzelnen Sitzungen elektronisch zu verschickende Thesenpapiere und vier Leitfragen. ExpertInnen halten Kurzreferate (max. insgesamt 45 Minuten). Anschließend Diskussion der vier Leitfragen in Kleingruppen und Plenumsdiskussion. ProtokollantInnen erstellen elektronisch zu verschickende Diskussionsberichte (Ergebnisse, offene Fragen). Texte werden systematisch analysiert, die Ergebnisse in Referaten präsentiert und diskutiert sowie in Thesenblättern, Diskussionsvorlagen und Protokollen konzise zusammengefasst.

Literatur

Theodor W. Adorno: Der Essay als Form. In: ders.: Noten zur Literatur. Frankfurt/M. 1981, S. 9-33.
Bachmann, Dieter: Essay und Essayismus. Stuttgart [u.a.] 1969.
Haas, Gerhard: Essay. Stuttgart 1969.
Jander, Simon: Die Poetisierung des Essays. Rudolf Kassner - Hugo von Hofmannsthal - Gottfried Benn. Heidelberg 2008.
Kähler, Hermann: Von Hofmannsthal bis Benjamin. Ein Streifzug durch die Essayistik der zwanziger Jahre. Berlin, Weimar 1982.
Müller-Funk, Wolfgang: Erfahrung und Experiment. Studien zu Theorie und Geschichte des Essayismus. Berlin 1995.
Pfammatter, René: Essay - Anspruch und Möglichkeit. Plädoyer für die Erkenntniskraft einer unwissenschaftlichen Darstellungsform. Hamburg 2002.
Rohner, Ludwig: Der deutsche Essay. Materialien zur Geschichte und Ästhetik einer literarischen Gattung. Neuwied 1966.
Schärf, Christian: Geschichte des Essays. Von Montaigne bis Adorno. Göttingen 1999.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:32