Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

100190 VO NdL: Tiere in der Literatur (2020S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie

An/Abmeldung

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 03.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 10.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 17.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 24.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 31.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 21.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 28.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 05.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 12.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 19.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 26.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 09.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 16.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 23.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Dienstag 30.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

„Wenn in der Literatur von Tieren die Rede ist, dann sind Menschen gemeint“ - das ist die Grundthese der Lehrveranstaltung. Sie will bewusst machen, in welch vielfältiger Form Tiere in der Literatur in Erscheinung treten: als Helfer, als moralisches Exempel, als eine Art anderer Mensch, als Phantasiewesen, als Gegenspieler und Bedrohung - und vieles mehr.
Die Textauswahl orientiert sich zu einem großen Teil an Beispielen, die auch im Deutschunterricht zur Sprache kommen, will also auch künftigen Lehrerinnen und Lehrern Anregungen für die eigene Unterrichtsgestaltung liefern.
Die Vorlesung versucht, anhand eines Überblicks vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart unter Heranziehung exemplarischer Texte nicht nur zu zeigen, inwieweit das Bild vom Tier in der Literatur wechselnde Diskurse über das Verhältnis des Menschen zu Tier und Natur aufnimmt und reflektiert (Maschinenmodell von Descartes, Darwinismus etc.), sondern berücksichtigt auch intertextuelle, intermediale, sozialgeschichtliche u.a. Aspekte. Nach einer kurzen Einführung in die Grundproblematik werden folgende umfangreichere Texte besprochen:
• Johann Wolfgang Goethe, Reineke Fuchs
• E.T.A. Hoffmann, Lebensansichten des Katers Murr
• Heinrich Heine, Atta Troll
• Jeremias Gotthelf, Die schwarze Spinne
• Felix Salten, Bambi
• Frank Schätzing, Der Schwarm
Ausgewählte Fabeln der Aufklärung und Märchen der Brüder Grimm sowie Texte von Wilhelm Busch, Marie von Ebner-Eschenbach, Rainer Maria Rilke und Franz Kafka werden nebst anderen Materialien sowie einer detaillierten Inhaltsübersicht mit Terminplan und einer Liste weiterführender Literatur auf Moodle zur Verfügung gestellt. Zur Sprache kommen außerdem Gedichte, Erzählprosa, Dramen und Tierbeschreibungen von Aristophanes, Ludwig Tieck, Alfred Brehm, Ferdinand von Saar, Erich Kästner, Marie-Luise Kaschnitz, Günter Grass u.a.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Eine mündliche Prüfung, so wie ursprünglich angekündigt, kann aus den altbekannten Gründen vorerst nicht stattfinden. Somit ergibt sich - zumindest für den ersten Prüfungstermin - ein abgeänderter Modus in Form einer kleinen schriftlichen Arbeit. Sie gehen dabei bitte folgendermaßen vor:

(1)
Sie suchen sich aus folgender Liste zwei Themen aus, die Sie bearbeiten wollen.
(a) Strategien des Animal Horror
(b) Sprache als Anthropinum
(c) Vier Kennzeichen der Fabel und ihre Anwendbarkeit auf Kafkas „Kleine Fabel“
(d) Tierstaaten in der Literatur
(e) Tiere als Gegenspieler des Menschen
(f) Papageien und ihre unterschiedlichen Konnotationen in der Literatur
(g) Tiere und das Böse
(2)
Für jedes der zwei Themen, das Sie bearbeiten wollen, fertigen Sie einen Text an, der aus folgenden drei Teilen besteht:
(a) Zusammenfassung des Vorlesungsstoffs: Die Herausforderung dabei besteht aus zweierlei Aspekten. Erstens geht es darum, möglichst viel Inhalt auf geringem Raum zu konzentrieren (beachten Sie bitte Punkt (3) zum angedachten Umfang Ihrer Arbeiten!), zweitens finden Sie die Antworten bei allen Themen über mehrere Vorlesungseinheiten verstreut; es genügt also nicht, nur eine ganz spezielle Lektion zu rekapitulieren.
Beurteilungskriterien sind in diesem Fall sowohl die Dichte an (korrekten und themenbezogenen) Informationen als auch die Kompetenz, Relevantes in unterschiedlichen Vorlesungseinheiten aufzufinden und miteinander zu verknüpfen.
(b) Eigene Gedanken: Erweitern Sie die in der Vorlesung besprochenen Inhalte durch eigene Zusätze. Das können welche sein, die auf Sekundärliteratur basieren (bibliographische Angaben in Fußnoten!), es kann sich dabei aber auch um eigenständige Überlegungen handeln, die das Dargebotene ergänzen oder kritisch behandeln.
Beurteilungskriterien sind in diesem Fall Themenbezogenheit, Plausibilität und Originalität der Aussagen und Argumente, sachliche Richtigkeit, Relevanz u. dgl.
(c) Bibliographische Angaben: Führen Sie aufgrund eigenständiger Katalogrecherche drei Literaturangaben an, die zu dem von Ihnen behandelten Prüfungsthema passen. Es muss sich dabei um Bücher oder Aufsätze (keine Websites!) handeln, die weder in den Fußnoten im Abschnitt (b) („Eigene Gedanken“) noch in der Ihnen von mir zur Verfügung gestellten Literaturliste aufgetaucht sind. Beurteilungskriterium ist in diesem Fall der gängige Maßstab, der an bibliographische Angaben angelegt wird: Vollständigkeit, Richtigkeit, Zitiergenauigkeit.
Grundlegendes Beurteilungskriterium für alle drei Punkte (a)-(c) ist selbstverständlich die korrekte Anwendung von Orthographie-, Interpunktions- und Grammatikregeln; achten Sie bitte auch auf einen angemessenen Stil. Sorgen Sie bitte dafür, dass die drei Teile bei jeder Themenbearbeitung klar voneinander abgehoben sind (z.B. durch Überschriften, unterschiedliche Farbunterlegung, unterschiedlich gefärbte Buchstaben u. dgl.).
(3)
Ihr Typoskript (Word oder PDF) sollte insgesamt zwischen 3 und 4 Seiten umfassen, und beide Themen sollten etwa in gleichem Umfang (also jeweils 1,5 - 2 Seiten) abgearbeitet werden.
(4)
Bitte übermitteln Sie mir Ihre Texte bis Freitag, 3. Juli 2020. Beachten Sie bitte, dass es sich dabei bloß um den ersten von mehreren Prüfungsterminen handelt. Sobald mündliche Prüfungen wieder möglich sind, werden die Leistungsfeststellungen auch wieder in dieser (zu Semesterbeginn angekündigten) Form abgehalten.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Siehe "Art der Leistungskontrolle"

Prüfungsstoff

Siehe "Art der Leistungskontrolle"

Literatur

Roland Borgards (Hrsg.), Tiere. Kulturwissenschaftliches Handbuch. Stuttgart: J.B. Metzler 2016.
Roland Borgards, Esther Köhring u. Alexander Kling (Hrsg.), Texte zur Tiertheorie. Stuttgart: Ph. Reclam jun. 2015.
Frank X. Braun, Das Tier in der modernen Dichtung und Kritik. In: Michigan Germanic Studies 1 (1975); S.316-327.
Hans Richard Brittnacher u. Markus May (Hrsg.), Phantastik. Ein interdisziplinäres Handbuch. Stuttgart u. Weimar: J. B. Metzler 2013 [darin bes.: Roland Borgards, Tier; S.482-487].
Gabriela Brunner Ungricht, Die Mensch-Tier-Verwandlung: Eine Motivge¬schichte unter besonderer Berück-sichtigung des deutschen Märchens in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Frankfurt/M., Wien [u.a.]: Peter Lang 1998.
Günter Butzer u. Joachim Jacob (Hrsg.), Metzler Lexikon der literarischen Symbole. Stuttgart u. Weimar: J. B. Metzler 22012.
Antje Dammel, Damaris Nübling u. Mirjam Schmuck (Hrsg.), Tiernamen – Zoonyme. 2 Bde. Beiträge zur Na-menforschung 50 (2015/1/2 u. 3/4) [darin bes.: Antje Dammel, Damaris Nübling u. Mirjam Schmuck, Tiernamen – Zoonyme. Forschungserträge und Forschungsperspektiven zu einer wissenschaftlich vernachlässigten Namenklasse; Bd.1/2/S.1-36]
Karen Duve u. Thiers Völker, Lexikon berühmter Tiere. 1200 Tiere aus Geschichte, Film, Märchen, Literatur und Mythologie. Frankfurt/M.: Eichborn 1997.
Dietmar Grieser, Im Tiergarten der Weltliteratur. Auf den Spuren von Kater Murr, Biene Maja, Bambi, Möwe Jonathan und den anderen. München: Langen Müller 1991.
Hans Werner Ingensiep u. Heike Baratzke, Das Tier. Stuttgart: Ph. Reclam jun. 2008.
Hans Jonas, Organismus und Freiheit. Ansätze zu einer philosophischen Biologie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1973.
Ingo Lehmann u. Hans J. Wulff (Hrsg.), Filmgenres. Tierfilm. Stuttgart: Ph. Reclam jun. 2016.
Claus-Peter Lieckfeld u. Veronika Straaß, Mythos Vogel. Geschichte – Legenden – 40 Vogelporträts. München: BLV 2002.
Akira Mizuta Lippit, Electric Animal. Toward a Rhetoric of Wildlife, Minneapolis: University of Minnesota Press 2000.
Maria Nikolajeva, The Magic Code. The Use of Magical Patterns in Fantasy for Children. Diss. Stockholm 1988.
Praxis Deutsch 40 (Juli 2013/240): Hund, Katze, Maus – Tiere in Texten [darin bes.: Basisartikel von Dieter Wrobel; S.4-11].
David Richard Precht, Tiere denken. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen. München: Goldmann 2016.
Rudolf Schenda, Who’s who der Tiere. Märchen, Mythen und Geschichten. München: Deutscher Taschenbuch Ver¬lag 1998.
Hans Schumacher, Die armen Stiefgeschwister des Menschen. Das Tier in der deutschen Literatur. Zürich u. München: Artemis 1977.
Oskar Walzel, Neue Dichtung vom Tiere. In: Zeitschrift für Bücherfreunde 10 (1918/19); S.53-58.
Ursula Wolf (Hrsg.), Texte zur Tierethik. Stuttgart: Ph. Reclam jun. 2008.
Clemens H. Zerling, Lexikon der Tiersymbolik. Mythologie, Religion, Psychologie. Völlig überarb. u. erw. Neuausgabe. Klein Jasedow: Drachen-Verlag 2012.

Weitere Literaturhinweise finden sich in der auf Moodle einzusehenden Bibiliographie.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 02.11.2020 15:28