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100231 SE Masterseminar Neuere Deutsche Literatur: Der Verrat in Literatur und Film (2017W)

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Das Seminar kann nur in Kombination mit dem gleichnamigen Konversatorium belegt werden.

Donnerstag 05.10. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 12.10. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 19.10. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 09.11. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 16.11. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 23.11. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 30.11. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 07.12. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 14.12. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 11.01. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 18.01. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Donnerstag 25.01. 15:00 - 18:15 (ehem.Übungsraum 5 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der Begriff des Verrats ist von Anfang an auch ein Instrument der Herrschaft. Macht bedeutet, bestimmen zu können, was Verrat und wer ein Verräter ist. Je absoluter ein politisches System zu herrschen sucht, desto inflationärer breitet sich der Verratsverdacht aus, und je ungenauer der Tatbestand bestimmt ist, umso totalitärer das System. In einer dichotomen Freund-Feind-Polarität ist jeder ein Verräter für den jeweils anderen. Sozialpsychologisch betrachtet sind totaler Verratsverdacht und Paranoia direkt proportional. Die Logik des Verrats verbindet sich dabei mit einer Mechanik der Entlarvung: Jeder und jede ist potentieller, nur noch nicht entlarvter Verräter. Der Verräter verstellt sich, trägt eine Maske. Mit ihm sind die Figuren des Spitzels und des Denunzianten untrennbar verbunden. Dem allgegenwärtigen geheimen Verräter entspricht das geheime Staats- und Militärwissen, zu deren Wesen gehört, dass unbestimmt und geheim bleibt, was überhaupt ein Geheimnis ist.
Da die Logik des Verrats grundsätzlich auf Fiktion beruht, können fiktionale Kunstformen wie Romane, Erzählungen, Dramen oder Filme und deren Narrative eine besondere Aufgabe erfüllen: Aufgrund ihrer eigenen Struktur spiegeln sie die Logik des Verrats und exponieren so seine Funktionsweise. Der Verrat erweist sich als äußerst wirkungsvoller Faktor im Geflecht gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse ebenso wie als treibende Kraft fiktionaler Handlungsabläufe.
Ziel des Seminars und des Konversatoriums ist es, das äußerst vielfältige Spektrum von Verräterfiguren und Verratskonstellationen in Dramen, Romanen, Erzählungen, Gedichten und Filmen aufzufächern, ihre typologische Variationsbreite und historische Tiefe auszuloten. Die moralische Ambivalenz dieser Figur hat bis heute nichts von ihrer politischen Brisanz und das Verratsmotiv nichts von seiner epistemologischen und ästhetischen Produktivität verloren.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Abhaltung eines Impulsreferats, das mit den Mitgliedern einer ExpertInnengruppe abgestimmt ist; im Anschluss Diskussionsleitung
- Erstellung eines Handouts und von 4 Leitfragen für die Diskussion (in Abstimmung mit der ExpertInnengruppe)
- Teilnahme an den Diskussionen in allen Einheiten
- Seminararbeit im Umfang von mindestens 25 Seiten Haupttext, Abgabe bis spätesten 16. 4. 2018 in gedruckter und elektronischer Form.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- Klare Struktur und wirkungsvolle Technik des Vortrags
- Effizienter und sinnvoller Einsatz von Hilfsmitteln (Handout, Folien, Filmbeispiele etc.)
- Aktive Teilnahme an sämtlichen Sitzungen durch Fragen und Diskussionsbeiträge
- Handout: effizient und konzise aufbereitete Informationen, klare Struktur, Auswahl markanter, aussagekräftiger Zitate
- Leitfragen: Relevante, offene Fragen, Bevorzugung kontroverser Fragestellungen
- Umsichtige Diskussionsleitung, die Impulse setzt, ohne die Diskussion rigide zu steuern.

Beurteilungskriterien für die Seminararbeiten:

Forschungsstand
- Reflektierte Kenntnis des Forschungsstands
- Angemessenheit der Auswahl der zitierten Literatur
- Wissenschaftlichkeit der Quellen (Lexika, Monographien, Aufsätze etc.)
- Konsistente Einbettung in den aktuellen Forschungsstand

Theorie und Methode
- Präzisierung von Fragestellung(en), Ziel(en) und/oder Hypothese(n)
- Klarheit und Nachvollziehbarkeit der Formulierung und Begriffsverwendung
- Erklärung und Begründung des methodischen Vorgehens
- Gegenstandsangemessenheit des methodischen oder theoretischen Paradigmas
- Methodische und theoretische Problembewusstheit

Struktur und Aufbau
- Plausibilität der Gesamtstruktur der Arbeit
- Stimmigkeit der jeweiligen Abschnitte in sich
- Logische Abstimmung und Balance der Abschnitte untereinander (Textkohärenz und -kohäsion)
- Plausible Rahmung durch Einleitung und Schluss

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Teilnahmevoraussetzung im UF Deutsch Diplom:
1.Abschnitt
Zur Äquivalenzliste geht es hier: http://spl-germanistik.univie.ac.at/uploads/media/Aequivalenzliste_LA_UF_Deutsch.pdf

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42