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100240 SE Masterseminar Neuere Deutsche Literatur: Bestseller nach Auschwitz (2017W)

Der Literaturbetrieb in Nachkriegsdeutschland

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 03.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 10.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 17.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 24.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 31.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 07.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 14.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 21.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 28.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 05.12. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 12.12. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 09.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 16.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 23.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Dienstag 30.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Theodor W. Adornos berüchtigtes Diktum, dass es „barbarisch“ sei, „nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben“, versteht den Holocaust als umfassenden „Zivilisationsbruch“ (Dan Diner), der die Möglichkeit von Kunst nach dem Massenmord an den europäischen Juden grundsätzlich in Frage stellt – auch wenn Adorno seine These später relativiert und die Notwendigkeit von Kunst betont hat. Die Frage, wie die deutsche und österreichische Gesellschaft mit der Erinnerung an den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg nach 1945 umgegangen ist, war in den letzten Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Studien, auch in der Germanistik. Dies bildet zwar auch den Hintergrund der geplanten Lehrveranstaltung, im Zentrum steht allerdings nicht die Frage der Produktion von Literatur, sondern von deren Rezeption. Was bedeutet der Zivilisationsbruch für die Lesekultur in Deutschland und Österreich? Ausgehend von einer aktuellen Studie von Christian Adam („Der Traum vom Jahre Null. Autoren, Bestseller, Leser: Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945“, Galliani 2016) sollen diejenigen Texte im Zentrum des Seminars stehen, die in den Nachkriegsjahren am meisten Erfolg beim deutschsprachigen Lesepublikum hatten. Welche Erkenntnisse lassen sich also aus Bestsellern wie Annemarie Selinkos „Désirée“, Theodor Pliviers „Stalingrad“ oder Hugo Hartungs „Ich denke oft an Piroschka“ in Bezug auf die Dynamik von Verdrängung und Erinnerung ziehen? Welche Lesebedürfnisse befriedigen Hans Hellmut Kirsts „Null-acht-fünfzehn“ oder Hans Scholz‘ „Am grünen Strand der Spree“? Und was lässt sich daraus für ein Verständnis kollektiver Mentalitäten nach 1945 ableiten? Diese Fragen sollen durch genaue Lektüre und Diskussion ausgewählter Texte beantwortet werden, um damit ein differenzierteres Bild der Nachkriegsliteratur zu ermöglichen, das sich nicht nur auf die kanonischen – und oft wenig gelesenen – Texte stützt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aktive Mitarbeit in den Sitzungen
Referat
Leseprotokoll
Seminararbeit (ca. 25 Seiten Haupttext)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit an den Sitzungen
Termingerechte Lektüre der Pflichtliteratur
Referat (evt. in Kleingruppe)
Schriftliche Abschlussarbeit

Prüfungsstoff

Literatur

Warnung: Die Bestseller der Nachkriegsjahre sind meist sehr umfangreich. Wer Angst vor Büchern mit 500 Seiten und mehr hat, sollte dieses Seminar nicht besuchen ...

Zur Anschaffung dringend empfohlen:
Christian Adam: Der Traum vom Jahre Null. Autoren, Bestseller, Leser: Die Neuordnung der Bücherwelt in Ost und West nach 1945. Berlin: Galliani 2016.

Folgende Texte werden im Zentrum des Seminars stehen, nicht alle sind aktuell lieferbar. Die meisten allerdings günstig und gebraucht über ZVAB: https://www.zvab.com/

Primärliteratur
• Annemarie Selinko: Désirée (1951)
• C.W. Ceram: Götter, Gräber und Gelehrte. Roman der Archäologie (1949)
• Hugo Hartung: Ich denke oft an Piroschka (1954)
• Josef Martin Bauer: So weit die Füße tragen (1955)
• Hans Hellmut Kirst: 08/15 (1954)
• Bruno Apitz: Nackt unter Wölfen (1958)
• Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür (1947)
• Theodor Plievier: Stalingrad (1945)
• Christine Brückner: Ehe die Spuren verwehen (1954)
• Heinz G. Konsalik: Der Arzt von Stalingrad (1957)
• Ernst von Salomon: Der Fragebogen (1951)
• Hans Scholz: Am grünen Strand der Spree. So gut wie ein Roman (1955)

Angaben zur Forschungsliteratur folgen in der ersten Sitzung.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

(I 2260, I 2900)
Teilnahmevoraussetzung im UF Deutsch Diplom:
1.Abschnitt
Zur Äquivalenzliste geht es hier: http://spl-germanistik.univie.ac.at/uploads/media/Aequivalenzliste_LA_UF_Deutsch.pdf

Letzte Änderung: Di 16.10.2018 09:47