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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

100246 SE Masterseminar Neuere deutsche Literatur: Poesie hören. AutorInnenkolloquium Neue Poesie (2016W)

Anja Utler

6.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 12.10. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 19.10. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 09.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 16.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Samstag 19.11. 09:00 - 13:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 23.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 30.11. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 07.12. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 14.12. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 11.01. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 18.01. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)
Mittwoch 25.01. 18:30 - 20:00 (ehem.Übungsraum 3 Germanistik Hauptgebäude, 2.Stock, Stiege 5)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Laut Studienplan dienen "SE Masterseminare der Entwicklung theoretischer und methodischer Kompetenzen. Selbständiges wissenschaftliches Arbeiten und adäquate Präsentation der Ergebnisse (schriftlich und mündlich) stehen im Vordergrund."

AutorInnenkolloquium Neue Poesie meint, dass die Lehrveranstaltung zusammen mit einer für die gegenwärtige Literatur relevanten Dichterin (oder einem Dichter) in der Konzeption abgestimmt ist und diese Dichterin auch zumindest zweimal in die Lehrveranstaltung kommen wird; in diesem Wintersemester wird Anja Utler den Themenbereich "Poesie hören - orale Aspekte der Produktion und Rezeption von Dichtung" in zwei der Semester-Einheiten untersuchen.
Am Ende des Semesters erfolgt am 11.1.2017 (19.00-21.00) eine gemeinsame Präsentation des Erarbeiteten im Literarischen Quartier der Alten Schmiede (Studierende mit Anja Utler und dem LV-Leiter). Der literaturwissenschaftliche Erkenntnisprozess soll mit dem gestaltenden Nachvollzug durch die Studierenden komplementiert werden.

Zum Inhalt: In vielen literaturwissenschaftlichen Schulen galt und gilt der geschriebene Text als die Grundlage der wissenschaftlichen Analyse von Gedichten. Ihr Vortrag, ihr Lautgesprochenwerden durch den Autor sei ein akzidentieller Zusatzaspekt, der nichts mit dem "eigentlichen" Sprachkunstwerk zu tun habe.
Entgegen dieser Auffassung stellt das Seminar "Poesie hören" die oralen Aspekte von Sprachkunstwerken in den Mittelpunkt. Dabei sollen folgende Überlegungen in den einzelnen Seminarsitzungen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven umkreist werden:

1) das avantgardistische Lautgedicht als Modellfall einer oralen Poesie (Dadaismus, russischer Kubofuturismus, Ernst Jandl, Wiener Gruppe, Franz Mon etc.) - diese Gedichte sind explizit als mündlich vorzutragende verfasst und loten das lautliche Potenzial der Dichtung aus

2) Mündlichkeit und Schriftlichkeit: die medienbedingten Aspekte des Verfertigens, Tradierens und Rezipierens von Sprachkunstwerken (Walter J. Ong: Orality)

3) der mündliche Vortrag von Dichtung (durch den Autor, aber auch durch Lesende beim Interpretationsprozess) als ein Spezialfall der Rezeptionsweise: welche Aspekte des Embodiment of Mind spielen hier eine Rolle? Denn die implizit zurückgewiesene Auffassung der entkörperten "rein geistigen" Textgrundlage wird um die körperlichen Aspekte des Poesie-Hörens ergänzt.

4) Lesen von Gedichten und Subvokalisierung - welche Prozesse finden beim Lesen von Gedichten statt? Was ist das emotive Potenzial von Laut und Klang?

5) Klang und Bedeutung: Wie können Laute auf einer sublexikalischen Ebene Bedeutung erzeugen? (Formalismus, empirische Literaturwissenschaft; Erklärungsansätze aus dem Bereich der Synästhesieforschung)

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Zum positiven Abschluss der Lehrveranstaltung sind erforderlich:
1) regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit in der Diskussion und an der Abschlussveranstaltung in der Alten Schmiede (11.1.2017)
(Abmeldung ohne Benotung bis maximal inkl. der 3. Einheit möglich; max. dreimalige Abwesenheit während des Semesters)
20 Prozent

2) Selbststudium: Lektüre der jeweiligen Fokus-Texte für jede Einheit

3) Gestaltung einer Einheit: Erweiterte Lektüre zum Themenkreis, reflektierte Diskussion des Themas, keine klassischen Referate, sondern ExpertInnenstatus in der Diskussion des gewählten Themenkreises; (ich erwarte Sie eine Woche vor Ihrer Präsentation in meiner Sprechstunde)
20 Prozent

4) Seminararbeit (im Umfang von ca.25 Seiten) zum gewählten Themenkreis: theoretische Reflexion + praktische Anwendung (aus dem präsentierten Thema, abweichende Themen-Vereinbarung während des Semesters möglich). Abgabe bis spätestens 30. April möglich
60 Prozent

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Teilnahmevoraussetzung im UF Deutsch Diplom:
1.Abschnitt
Zur Äquivalenzliste geht es hier: http://spl-germanistik.univie.ac.at/uploads/media/Aequivalenzliste_LA_UF_Deutsch.pdf

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:49