Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

100256 SE-B Ndl: Gehen und Schreiben: Von Seume bis Handke (2019S)

10.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 10 - Deutsche Philologie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Bitte achten Sie auf die leicht variierenden Termine.

Freitag 12.04. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Freitag 03.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Freitag 10.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Samstag 11.05. 08:00 - 13:00 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Freitag 17.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Freitag 24.05. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Samstag 25.05. 08:00 - 13:00 Seminarraum 2 Tiefparterre Hauptgebäude Stiege 9 Hof 3
Freitag 07.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Freitag 14.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Freitag 21.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9
Freitag 28.06. 09:45 - 11:15 Seminarraum I Germanistik Hauptgebäude, 1.Stock/Unterteilung, Stiege 7a über Stiege 9

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

"Ich will euch erzählen!“ Dieser Weckruf aus Peter Handkes autobiographischem Roman "Die Wiederholung" erfolgt nach einer langen Wanderung, bei der sich der Ich-Erzähler zum Autor entwickelt. Gehen und Schreiben sind in Handkes Werk eng verbunden, womit auch Leib und Geist, Kontemplation und Produktion zueinander rücken. Handke greift mit dem Gehen als einer Form der Ich-Werdung zugleich ein Motiv auf, das bis in die Aufklärung zurückreicht. Denn mit dem Ausspruch „Wer geht, sieht mehr!“ hatte sich schon Johann Gottfried Seume als Spätaufklärer in die Herzen vieler Wanderer eingeschrieben. Und Seumes spektakuläre Fußreise von Sachsen bis nach Süditalien führte um 1800 zu einem Boom von Wanderungen über die Landesgrenzen hinaus. Während Seume noch eine Bildungsreise in ein fernes Land antrat, stellten die Romantiker ein paar Jahre später die Reise zu sich in den Vordergrund des Gehens. Ihre Form des Wanderns bedeutete gegenüber dem Spaziergang ein Wagnis. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das Gehen immer beliebter, und viele Schreibende sehen darin bis heute den Beginn zu ihrer Kreativität gegeben.
Wohin führen sie diese Reisen? Wie stellen die Gehenden ihre Erfahrungen und sich selbst als Gehende dar? Welche Funktion übernimmt das Wandern gegenüber dem Spaziergang? Und wie werden etwa auch Schreibkrisen durch das Gehen gebannt?
Wir erkunden diesen Zusammenhang anhand einer Reihe von einschlägigen, teils illustren, teils dem Wahnsinn nahen Spaziergänger- und Wanderertexten vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, wozu Werke von Eichendorff, Büchner, Robert Walser, Thomas Bernhard, Christoph Ransmayr, Werner Herzog und F. C. Delius berücksichtigt werden. Ganze Texte wechseln sich mit signifikanten Textexzerpten ab, um eine vielfältige Textgrundlage für die Anfertigung einer größeren Arbeit bereitstellen zu können.
Zu fragen ist nicht zuletzt nach der weiblichen Zurückhaltung gegenüber dieser Schreibkonstellation.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Grundlage der Leistungsbeurteilung bilden die folgenden mündlichen oder schriftlichen Teilleistungen:
1) Regelmäßige Vorbereitung und aktive Mitarbeit
2) Präsentation eines Referats
3) Vorstellung des Exposés zur Bachelorarbeit mit einer Bibliographie
3) Bachelor-Arbeit zu den Texten aus dem Seminar, die bis 1.9.2019 einzureichen ist. Die Arbeit umfasst 30 Seiten Haupttext.Die Themenfindung wird im Laufe des Semesters gemeinsam erarbeitet

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für einen erfolgreichen Abschluss des Seminars sind alle angegebenen Teilleistungen zu erfüllen.

Prüfungsstoff

Der Prüfungsstoff bezieht sich auf die im Seminar erarbeiteten Lektüren.

Literatur

Zur Einführung:
Peter Handke: Die Wiederholung. Berlin 2012 (1. Aufl. Frankfurt a.M. 1986).
Andre Mumot: Irrwege zum Ich. Eine kleine Literaturgeschichte des Gehens. Marburg 2008.
Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. Hg. und kommentiert von Albert Meier. München, 11. Aufl., 2008.
Gudrun M. König: Eine Kulturgeschichte des Spaziergangs. Spuren einer bürgerlichen Praktik 1780 bis 1815. Wien 1996.

Weitere Texte werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben und z.T. auf Moodle zur Verfügung gestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:32