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130073 VO Literaturtheorie (VO): Literaturtheorie und Philosophie (2017S)

Literatur übersteigt das Gegebene, transzendiert die Welt, geht über das sinnlich Erfahrbare hinaus; ihre Werke neigen sich, wie Aristoteles hervorstrich, mehr dem Möglichkeits- als dem Tatsachensinn zu und sind damit den metaphysischen, ethischen und politischen Spekulationen der Philosophen verschwistert. Theorie heißt Schau: Ansicht eines Zusammenhangs, der sich nicht unmittelbar offenbart. Es wundert deshalb nicht, warum sich so viele Philosophen um eine literarische Theorie bemüht haben: Die Frage nach der Wahrheit der Welt, die mehr verlangt als bloßes Sammeln und Messen ihrer Daten und Fakten, ist eine Frage nach dem wahren Wort, nach der Kraft der Worte, Welt zu werden, Welt zu sein. Sowohl Literatur als auch Philosophie gründen in dieser Überzeugung, dass nur das konsequente Zusammenspiel von Denken und Sprache - und das eine ist vom anderen nicht zu trennen - die Wirklichkeit zu erfassen vermag, um sie wahrhaftig zu verändern. Was ist die zentralste, die ursprünglichste Problemstellung der Philosophie und auch der Literatur? Es ist das Verhältnis von Besonderem und Allgemeinem, das Staunen darüber, dass es Vieles gibt und nicht Eins, was wiederum die Frage nach der Verwirklichungsmöglichkeit des Teils im Ganzen aufwirft, und zwar jedes einzelnen, auch des geringsten Teils. Im Unterschied zur Philosophie, die mehr aufs Universelle schielt, geht Literatur stärker vom Individuellen, Besonderen aus, in dessen Fall sich aber die Gesetze des Ganzen und damit auch die noch unverwirklichten großen Ideen - Gerechtigkeit, Freiheit, Gemeinschaft - gebrochen widerzuspiegeln wissen. Das Unwesen der Literatur, über das Philosophie nicht aufhören kann, nachzudenken, ist somit notwendiges Korrektiv und Supplement der reflektierenden Vernunft wie auch umgekehrt: Literatur braucht Philosophie, um zu erkennen, wie logisch die Gespenster sind, die ihre Phantasie gebiert. Philosophie entfaltet Literatur: Sie zeigt auf, was uns die Monster der träumenden Vernunft demonstrieren.

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Sprache: Deutsch

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Donnerstag 22.06. 15:00 - 16:30 Hörsaal 34 Hauptgebäude, Hochparterre, Stiege 6

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M3

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:34