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140158 VO Die pluralistische Dimension der indischen Kultur in Geschichte und Gegenwart (2018S)

Der Beitrag einiger weniger beachteter Traditionen

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 02.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 5 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-34
Freitag 04.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 5 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-34
Mittwoch 09.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Freitag 11.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 16.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Freitag 18.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 23.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Freitag 25.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 30.05. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Freitag 01.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 06.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Freitag 08.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37
Mittwoch 13.06. 10:00 - 11:30 Seminarraum 6 ISTB UniCampus Hof 4 2C-O1-37

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Indische Pluralität besteht aus unterschiedlichen Strömungen, die eine Möglichkeit des Zusammenlebens gegeben und dadurch eine vereinheitlichende Rolle gespielt haben. Außer der großen Traditionen gibt es zahlreiche kleine, wie Flüsse, die im Ozean zusammenfließen. Wir können einige solcher Traditionen erwähnen - zum Beispiel Buddhismus, Jainismus, Sikhismus, Parsen, Judentum, Islam, Christentum, Stammesvölker, Dalit-Traditionen, die manchmal alle als unter dem „Regenschirm“ des Hinduismus zusammengefasste Unterstrukturen verstanden werden.

Einige von ihnen sind dabei zu verschwinden. Ohne sie zu berücksichtigen, ist aber die indische Kultur undenkbar. Ihre Beiträge zu und ihr Einfluss auf Wirtschaft, Kunst, Literatur und religiöse Werte sind enorm und bedeutsam. Eine Auffassung, die die indische Kultur einzig als mit dem Sanskrit und mit den in dieser Sprache entstandenen Texten als identisch betrachtet, ist einseitig und übertrieben. Die Diversität der indischen Kultur ist vielfältig und unentbehrlich. Wenn man versucht, einige Strömungen davon zu nivellieren oder zu eliminieren, ist dies ein großer Verlust.

Der Schwerpunkt der Lehrveranstaltung ist nicht nur, die indische Diversität aus sowohl der Perspektive der Minderheit als auch aus der der Mehrheit zu beleuchten, sondern auch, die pluralistische Dimension der indischen Kultur zu betonen. Der Pluralismus bedeutet hier die Tatsache, dass es verschiedene Komponenten gibt, die nicht auf eine einzige Tradition reduzierbar sind. Trotz dieser Unterschiede entsteht eine Einheit, die alles zusammenhält und trotzdem ihre Unterschiede respektiert. Mit anderen Worten, indische Kultur bildet eine Harmonie durch unterschiedliche Elementen. Der Verlust der einen oder anderen Tradition schadet auch dem Ganzen.

In dieser Vorlesung konzentrieren wir auf sechs Traditionen, wobei jeweils drei Aspekte beleuchtet werden: 1. Einige wichtige Denker dieser Tradition, die eine zusammenhaltende Rolle gespielt haben – durch Philosophie, Wissenschaft, usw.; 2. Beitrag durch Kunst (Musik, Architektur, Literatur); 3. Beitrag zur Kommunitätsbildung (der Aspekt der Religion).

1. Zoroastrier: Die alte persische Tradition in Indien ist zahlenmäßig eine kleine Minderheit. Aber sie hat viel zum Wohlstand der Nation beigetragen – zur Wirtschaft, Kunst, etc. Die bekannte Denker in dieser Tradition sind Ratan Tata, Palkiwala, Subin Mehta unter andere.

2. Judentum: Das Judentum in Indien geht auf das 5.Jht vor Christus zurück; heute gibt wenige Juden in Indien, doch darf man diese Tradition nicht unterschätzen.

3. Der Jainismus ist noch ein älterer Bestandteil der indischen Kultur. Heute ist er zu einer kleinen Minderheit geworden. Er hat trotz Verfolgung überlebt.

4. Christentum. Christliche Kommunität ist eine kleine Minderheit in Indien; ihre Beiträge durch Ausbildung und Literatur, medizinische Hilfe durch Krankenhäuser und soziale Arbeit sind bemerkenswert.

5. Islam. Islamische Beiträge zur Literatur, Architektur und Kunst – bis hin zur Bollywood-Film-Industrie – werden behandelt.

6. Sikhismus.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Literatur zu den Zoroastriern:
Jesse S. Palsetia, The Parsis of India. Manohar, Delhi, 2008.
Hinnells, John R. (2005), The Zoroastrian Diaspora: Religion and Migration, Oxford University Press, ISBN 0-19-826759-2
Hodivala, S. (1920), Studies in Parsi History, Bombay

Literatur Judentum:
Benjamin J. Israel, The Jews of India. New Delhi: Centre for Jewish and Inter-faith Studies, 1982.
Shalva Weil, (Ed.) India’s Jewish Heritage. Ritual, Art and Life-Cycle. Mumbai: Marg Publications, 1992.
Jussay, P.M. The Jews of Kerala, University of Calicut, 2005.
Dominique-Sila Khan, Sacred Kerala. A Spiritual Pilgrimage. Penguin Books, 2009.
Margaret Chatterjee, Gandhi and his Jewish Friends, London: Macmillan, 1992.
Anita Desai, Baumgartner’s Bombay, London: Vintage, 1998.
Willy Hass, Die literariche Welt, Erinnerungen. München: Paul List Verlag, 1957.
Ernest N. Shaffer, Ein Emigrant entdeckt Indien, München: Verlag Information und Wissen, 1971.

Literatur Jainismus:
Richard H. Davis, „The Story of the Disappearing Jains. Retelling the Saiva-Jain Encounter in Medieval South India.“ in: Open Boundaries, 213-224.
Olle Qvarnström, „Stability and Adaptability: A Jain Strategy for Survival and Growth“, Indo-Iranian Journal, 41: 33-55, 1998.
Phyllis Granoff, “Being in the Minority: Medieval Jain Reactions to other Religions Groups”. In: Jainism and Prakrit in Ancient and Medieval India (ed.) N. N. Bhattacharyya, Manohar 1994, 241-266.

Literatur Christentum:
Roger E. Hedlund, (Ed.) Christianity is Indian. The Emergence of an Indigenous Community, Delhi: ISPCK, 2000.
Paul Pulikkan and Paul M. Collins (Eds.), The Church and Culture in India, Inculturation: Theory and Praxis. ISPCK, 2010.
Timotheas Hembrom, The Santal and the Biblical Creation Traditions: Theological and Anthropological Reflections. Adivaani: Kolkata, 2013.
Hrangthan Chhungi (Ed.), Theologizing Tribal heritage: A Critical Re-Look. Delhi: ISPCK, 2008.
Eric J. Sharpe, “Christianity in India”, in: Religion in Modern India, ed. Robert D. Baird, Delhi: Manohar, 1995,224-240.

Literatur Islam:
Mehrdad Shokoohy, Muslim Architecture of South India, Routledge, 2003.
Susan Baily, Saints, Goddesses and Kings, Muslims and Christians in South Indian Society, Cambridge University Press, 1989.

Literatur Sikhismus:
Harbans Singh, The Heritage of the Sikhs, New Delhi: Manohar, 1999.
Teja Singh, Sikhism: Its Ideals and Institutions, Bombay, 1937.
Archer, W.G., Paintings of the Sikhs, London, 1966.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA13, MASK6d-PR, EC1/1

Letzte Änderung: Fr 05.07.2019 00:13