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140219 PS EU-Afrika-Politiken: Postkoloniale Kollaborationen und Verhandlungen (2019W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Falls Sie bestimmte Bedürfnisse für Ihre barrierefreie Teilnahme an der Lehrveranstaltung haben, so melden Sie diese bitte so rasch als möglich der LV-Leitung und dem Sekretariat des Instituts für Afrikawissenschaften.

Dienstag 15.10. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 22.10. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 29.10. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 05.11. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 12.11. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 19.11. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 26.11. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 03.12. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 10.12. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 17.12. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 07.01. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 14.01. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 21.01. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Dienstag 28.01. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In diesem Proseminar befassen wir uns mit EU-Afrika-Politiken. Diese reichen von Freihandelsabkommen im Rahmen der EPAs (Economic Partnership Agreements) über sicherheitspolitische Programme im Rahmen der SSRs (Security Sector Reform) bis hin zu Kooperationen im Bildungsbereich. Seit dem „Sommer der Migration" 2015 rücken afrikanische Länder vermehrt in den (entwicklungs-)politischen Fokus der EU, so wurde 2017 zum „Afrikajahr“ der EU erklärt. Dabei ist eine verstärkte Fokussierung auf „Migrationskontrolle“ zu beobachten: Entwicklungs-, Wirtschafts- sowie Sicherheitspolitiken zielen vermehrt auf eine Kontrolle der Migration zwischen dem afrikanischen Kontinent und der EU sowie zwischen afrikanischen Ländern ab. Auf diese Weise verschärfen derzeitige EU-Afrika-Politiken die im 19. Jahrhundert gezogenen kolonialen Grenzen.

Vor diesem Hintergrund liegt der Fokus des Kurses auf EU-Afrika-Politiken und postkolonialen Machtkonstellationen. Dafür wird im ersten Teil das Verhältnis zwischen EU und ACP-Ländern (Afrika, Karibik und Pazifik) vor dem Hintergrund von Kolonialismus diskutiert. Dazu befassen wir uns – auf der Basis von Primär- sowie Sekundärliteratur – mit Perspektiven, die EU-Afrika-Verhältnisse als „neo-kolonial“ (Nkrumah 1965; Langan 2018) oder als ‚Zentrum’ versus ‚Peripherie’ (Rodney 1982) diskutieren.
Im zweiten Teil liegt der Fokus auf dem breiten Spektrum von EU-Afrika-Politiken. Auf der Basis der gemeinsamen Diskussion der Pflichtlektüre und Kurzpräsentationen von Zusatztexten vonseiten der Studierenden werden der institutionelle Rahmen (Cotonou-Verträge, Joint Africa-EU Strategy (JAES)) sowie Kooperationen u. A. im Bereich der Wirtschafts-, Migrations-, oder Sicherheitspolitik diskutiert. Eine leitende Frage ist dabei, auf welche Weise Konzepte wie „Partnerschaft“, „ownership“ oder „Dialog“ neue (alte) Vorstellungen von „Entwicklung“ darstellen und inwiefern Machtverhältnisse zwischen EU und afrikanischen Staaten neu verhandelt werden. Die jeweiligen Politiken werden dabei nicht nur hinsichtlich Kollaborationen zwischen den jeweiligen Akteur*innen diskutiert. Verhandlungen beziehen sich auch immer auf die Frage der Umsetzung von Politiken sowie etwaige Widerstände vonseiten afrikanischer Akteur*innen – von der Agenda 2063 der African Union bis hin zu aktivistischen Netzwerken wie afrique-europe-interact (https://afrique-europe-interact.net/).
Im dritten Teil präsentieren die Studierenden die Konzepte ihrer Proseminararbeiten. Diese stellen ein selbst gewähltes Thema dar, das mit dem Proseminar in Verbindung steht. Die jeweiligen Konzepte bilden die Basis für die Proseminararbeiten. Das eigenständige Erarbeiten einer Fragestellung und dessen Ausarbeitung wird somit erprobt und begleitend reflektiert.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

1. Anwesenheit und Mitarbeit in den Einheiten (max. 3 Fehleinheiten): 15%
2. 3 Hausübungen (schriftliche Beantwortung von Fragen an die Pflichtliteratur; Umfang ca. 1 Seite pro Einheit) sowie Impulsreferat zu einem Zusatztext: 20%
3. Literaturrecherche und Präsentation des Proseminarkonzepts (15 min Präsentation inkl. Powerpoint oder Handout): 20%
4. Verfassen einer Proseminararbeit zum Themenbereich des Proseminars im Umfang von ca. 10 Seiten, exkl. Literaturverzeichnis (1,5 Zeilenabstand, Times New Roman; Abgabetermin: 31. März 2020): 45%

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Alle vier Anforderungen müssen erfüllt werden um das Proseminar positiv abzuschließen.
Für die Gewichtung siehe oben.

Prüfungsstoff

Die Proseminararbeit muss ein im Rahmen von EU-Afrika-Politiken angesiedeltes Thema umfassen.

Literatur

Vorläufige Literatur

Bialasiewicz, Luiza (2012): Off-shoring and Out-sourcing the Borders of Europe: Libya and EU Border Work in the Mediterranean. In: Geopolitics 17(4): 843-866.

Carbone M (Hg., 2013), The European Union in Africa: Incoherent Policies, Asymmetrical Partnership, Declining Relevance? Manchester: Manchester University Press.

Gegout, Catherine (2017): Why Europe Intervenes in Africa: Security, Prestige and the Legacy of Colonialism. London: Hurst and Company.

Hurt, Stephen R. (2003): Cooperation or Coercion? The Cotonou Agreement between the European Union and ACP States and the End of the Lomé Convention. In: Thirld World Quarterly 24(1): 161-176.

Jakob, Christian/Schlindwein, Simone (2017): Diktatoren als Türsteher Europas. Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert. Berlin: Ch. Links Verlag.

Kwa, Aileen/Lunenborg, Peter/Musonge, Wase (2014): African, Carribbean and Pacific countries’ position on Economic Partnership Agreements (EPAs). Brussels: European Union.

Langan, Mark (2018): Neo-Colonialism and the Poverty of ’Development’ in Africa. Series Contemporary African Political Economy. Basingstoke: Palgrave Macmillan.

Nkrumah, Kwame (1965): Neo-Colonialism, the Last Stage of Imperialism. URL: https://www.marxists.org/subject/africa/nkrumah/neo-colonialism/introduction.htm [02.08.2019].

Soko, Mills/Qobo, Mzukisi (2017): Economic, trade and development relations between South Africa and the European Union: The end of a strategic partnership? A South African perspective. In: South African Journal of International Affairs 24(2): 137-157.

Oloruntoba SO, Regionalism and Integration in Africa: EU–ACP Economic Partnership Agreements and Euro-Nigeria Relations. Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2016.

Van Wyk, Jo-Ansie (2018) Sanctions and summits: Sanctioned African leaders and EU–Africa summits. In: South African Journal of International Affairs 25(4): 497-515.

Wiedenhoff, Andreas/Woltran, Markus (2012): Österreichs Beitrag zur europäischen Afrikapolitik. In: Strategie und Sicherheit, Band 2012, Heft 1: 409–420.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

PAG 1, PAG 2

Letzte Änderung: Do 12.09.2019 14:07