Universität Wien

140232 VO+UE Natürliche Ressourcen - Fluch oder Segen? (2008W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Mittwoch 15.10. 17:00 - 20:00 (ehem. Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05)
  • Mittwoch 12.11. 17:00 - 20:00 (ehem. Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05)
  • Mittwoch 26.11. 17:00 - 20:00 (ehem. Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05)
  • Mittwoch 03.12. 17:00 - 20:00 (ehem. Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05)
  • Mittwoch 14.01. 17:00 - 20:00 (ehem. Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05)
  • Mittwoch 21.01. 17:00 - 20:00 (ehem. Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05)
  • Mittwoch 28.01. 17:00 - 20:00 (ehem. Seminarraum Internationale Entwicklung Afrikawissenschaften UniCampus Hof 5 2Q-EG-05)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Traditionelles ökonomisches Denken legt nahe, dass Reichtum an Ressourcen einem Land verbesserte Möglichkeiten zu ökonomischer Entwicklung bieten sollte. Paradoxerweise deutet ein immer noch wachsender Teil der (sowohl politikwissenschaftlichen als auch ökonomischen) Literatur darauf hin, dass natürliche Ressourcen ein Land in seiner Entwicklung behindern anstatt fördern. Wegweisende Arbeiten von Sachs und Warner (1997, 2001) zeigen, dass beim Vergleich zweier ansonsten vollkommen gleicher Länder, das Land welches um 12% reicher an Ressourcen ist, jährlich im Durchschnitt um 0.4% weniger wächst. Über 20 Jahre betrachtet bedeutet das, dass das Gesamteinkommen des ressourcenreichen Landes um 7% niedriger ist alo jenes des - in allen anderen Punkten vergleichbaren - ressourcenarmen Landes. Solche und ähnliche Ergebnisse stellen auf den ersten Blick ein Rätsel dar, da sie im Widerspruch zu intuitivem Verständnis liegen.
Eine ähnliche These, wenn auch weniger paradox, wird von Wissenschaftern vertreten deren Forschung darauf hindeutet, dass ressourcenreiche Länder öfter unter gewaltsamen Konflikten leiden als solche, die als ressourcenarm gelten. Arbeiten von Collier und Hoeffler (2004), Ross (2004) und anderen finden, dass gewisse Ressourcen Bürgerkriege auslösen, und oft die finanzielle Unterstützung bieten, die Rebellengruppen brauchen um gegenwärtige Regierungen militärisch herauszufordern.
Die erwähnten Forschungergebnisse, führten dazu, dass heutzutage immer öfter von dem "Fluch der natürlichen Ressourcen" gesprochen wird. In der Lehrveranstaltung werden potentielle Gründe für den Fluch vorgestellt und kritisch evaluiert. Dabei wird chronologisch vorgegangen, und eine grosse Bandbreite von Argumenten beleuchtet. Im speziellen wird über die strukturellen Theorien der 1950er Jahre, über die berühmte "Dutch Disease" Hypothese bis zu dem sogenannten "indirekten" Erklärungsansatz (der auf der Annahme eines negativen Einflusses von Ressourcen auf Institutionen beruht) ein Überblick über die Diskussion bis zum heutigen Tage gegeben.
Ausserdem wird die Lehrveranstaltung eine weitere Facette des Fluchs der natürlichen Ressourcen beleuchten, den - wie eingangs erwähnt - Zusammenhang zwischen Ressourcenreichtum und der Dauer und Inzidenz von gewaltsamen Konflikten. Hier wird darauf eingegangen wie genau der Zusammenhang aussieht, welche Motivationen einem solchen Zusammenhang zugrundeliegen und ob alle Arten von Ressourcen die selbe Auswirkung auf Konfliktdauer und -inzidenz haben.
Die Fluch-diskussion hat mittlerweile auch in Politikdebatten Eingang gefunden, und die Forschung resultiert in Politikempfehlungen sowie konkreten Initiativen zum Beispiel der Weltbank. Auch diese werden in der Lehrveranstaltung im Detail vorgestellt, deren potentieller Erfolg diskutiert und, wo möglich, evaluiert.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Benotet werden die Referate, die je nach Wunsch in 2er Gruppen oder alleine gehalten werden, die Koreferate und das Handout zum Referat. Zu den einzelnen Referaten sollte bis spätestens eine Woche vor dem Referatstermin ein Treffen mit der LVleiterin vereinbart, sowie das Handout abgeliefert werden. Ausserdem wird jedeR Studierende ein Koreferat halten.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, Studierenden die unterschiedlichen Effekte und Auswirkungen eines Überflusses an natürlichen Ressourcen zu vermitteln, und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren. Methodisch wird in der Lehrveranstaltung Wert auf das Erarbeiten, Verstehen und Vermitteln wissenschaftlicher Fachliteratur gelegt. Ein weiteres Ziel ist es, die Studierenden mit ökonomischen Sichtweisen und Argumentationen vertraut zu machen.

Prüfungsstoff

Kurze Einführung in die Thematik durch die LV leiterin. Darauffolgend Vorträge von Studierenden, Koreferate und allgemeine Diskussion der Themen.

Literatur

Vorwiegend Fachliteratur aus politikwissenschaftlichen sowie ökonomischen Fachzeitschriften. Die benötigten Artikel werden in einem Handapparat zur Verfügung gestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

T III

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:34