Universität Wien

140234 PS Befreiung ohne Grenzen? Transnationale Geschichten der Dekolonisierung (2019S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Montag 04.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 11.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 18.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 25.03. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 01.04. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 08.04. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 29.04. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 06.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 13.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 20.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 27.05. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 03.06. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 17.06. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
  • Montag 24.06. 11:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung dient zur Erarbeitung eines globalgeschichtlichen Verständnisses von Dekolonisierungsprozessen in Afrika. Wir setzen uns v.a. mit Fallbeispielen von den 1950er bis in die 1980er Jahre auseinander und betrachten transnationale Netzwerke, Austauschprozesse, Kooperationen und Rivalitäten afrikanischer Befreiungsbewegungen. Die meisten afrikanischen Befreiungsbewegungen suchten Unterstützung und Allianzen über die Grenzen kolonialer Territorien hinaus, verbotene Organisationen operierten gezwungenermaßen aus dem Exil und versuchten von dort aus, sich als legitime Repräsentanten der Bevölkerung zu positionieren und Ressourcen zu mobilisieren: Grenzen waren angesichts kolonialer Mirationsregimes restriktiv, aber in vielerlei Hinsicht auch “theatres of opportunity” (Paul Nugent).
Die grenzüberschreitenden Praktiken werfen auch Fragen nach jenen Staaten und Gruppen auf, die mit den Befreiungsbewegungen interagierten. Bereits unabhängige Staaten wie Ägypten, Algerien, Ghana oder Tansania unterstützten die Befreiungsbewegungen im Rahmen panafrikanischer Solidarität und wurden dadurch zu Drehkreuzen transnationaler Netzwerke, die weit über den afrikanischen Kontinent hinausreichten und auch auf die gastgebenden Gesellschaften selbst zurückwirkten. Über den Kontinent hinaus – nach China, Osteuropa, Westeuropa, in die USA oder Kuba – entsandten Befreiungsbewegungen Personen zur akademischen und militärischen Ausbildung. Zivilgesellschaftliche Solidaritätsbewegungen im Westen (wie z.B. die Anti-Apartheid-Bewegung) und staatlich gesponserte Solidarität in den staatssozialistischen Ländern wurden ebenfalls Teil globalisierter Praktiken der Dekolonisierung.
In der Lehrveranstaltung werden verschiedene Zugänge zur Erforschung der transnationalen Dimension vorgestellt (u.a. biografische, räumliche, Netzwerkansätze) und – in Hinblick auf die Frage wie die Überwindung eines eurozentrischen Blicks gelingen kann – eine Reihe verschiedener Quellen diskutiert, auf die derartige Zugänge zurückgreifen. Das dient auch einer Diskussion der Pluralität der Visionen: Wer verstand was unter Begriffen wie Befreiung, Dekolonisierung und Unabhängigkeit – und zu welchem Grad sind die Ziele von Dekolonisierung und Befreiung erreicht worden? Befreiungsnarrative dienen vielen heutigen Regierungsparteien als Instrument zur Herrschaftssicherung, gleichzeitig mehren sich Versuche, offizielle Versionen der Dekolonisierung mit alternativen Historiographien und Biografien zu hinterfragen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Neben kontinuierlicher Lektüre, Teilnahme und Beteiligung an den Diskussionen wird die Verfassung einer eigenen Proseminararbeit zu einem Thema aus dem Proseminar erwartet. Bewertet werden die Etappen auf dem Weg zur finalen Fassung : 1) Exzerpte zu Grundlagen- und themenspezifischen Texten, 2) Fragestellung + Kommentiertes Literaturverzeichnis, 3) Konzept inkl. Gliederung, 4) Präsentation/Diskussion der eigenen Fragestellung und Argumentation mit Handout (Thesenpapier), 5) Abschlussarbeit im Umfang von 10 Seiten

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Alle Teilleistungen müssen erbracht werden, um das Proseminar positiv abzuschließen. Für die Proseminararbeit gelten die üblichen Anforderungen an das wissenschaftliche Schreiben.

Prüfungsstoff

Impulsvorträge, Basistexte und themenspezifische Texte, Referate, Diskussion der Zwischenergebnisse

Literatur

Ansprenger, Franz. Die Befreiungspolitik der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) 1963-1975. München: C. Kaiser, 1975.
Alexander, Jocelyn, JoAnn McGregor, and Blessing-Miles Tendi. “The Transnational Histories of Southern African Liberation Movements: An Introduction.” Journal of Southern African Studies 43, no. 1 (2017): 1–12.
Bereketeab, Redie, ed. National liberation movements as government in Africa. London, New York: Routledge, 2018.
Birmingham, David. The decolonization of Africa. Athens, Ohio: Ohio University Press, 1995.
Bragança, Aquino d., and Immanuel Wallerstein, eds. The African Liberation Reader: Volume 2. The National Liberation Movements. London: Zed Books, 1982.
Byrne, Jeffrey J. Mecca of Revolution: Algeria, Decolonization, and the Third World Order. New York: Oxford University Press, 2016.
Cooper, Frederick. “Decolonization in Africa: An Interpretation.” In Africana: The encyclopedia of the African and African American experience. Edited by Anthony Appiah and Henry L. Gates, 571–82. New York: Basic Civitas Books, 1999.
Cooper, Frederick. Africa since 1940: The Past of the Present. Cambridge: Cambridge University Press, 2002.
Ellis, Stephen. “Africa's wars of liberation: Some historiographical reflection.” In Trajectoires de libération en Afrique contemporaine: Hommage à Robert Buijtenhuijs. Edited by Piet Konings, Wim van Binsbergen and Gerti Hesseling, 69–91. Paris: Karthala, 2000.
Milford, Ismay. “Zoom In, Zoom Out, Change Lens: New directions in the historiography of decolonisation.” Journal of Colonialism and Colonial History 18, no. 2 (2017).
SADET, ed. The Road to Democracy in South Africa: Volume 5, African Solidarity, Part 1. Pretoria: Unisa Press, 2013.
Sapire, Hilary, and Christopher C. Saunders, eds. Southern African Liberation Struggles: New Local, Regional and Global Perspectives. Claremont: UCT Press, 2013.
Sapire, Hilary. “Liberation Movements, Exile and International Solidarity: An Introduction.” Journal of Southern African Studies 35, no. 2 (2009): 271–86.
Saunders, Chris, ed. Documenting Liberation Struggles in Southern Africa. Uppsala: Nordiska Afrikainstitutet, 2010.
Temu, Arnold J., and Joel das Neves Tembe, eds. Southern African Liberation Struggles: Contemporaneous Documents 1960 - 1994. 9 vols. SADC Hashim Mbita project. Dar es Salaam: Mkuki na Nyota, 2014.
Westad, Odd A. The global Cold War: Third world interventions and the making of our times. Cambridge: Cambridge University Press, 2005.
White, Luise, and Miles Larmer. “Introduction: Mobile Soldiers and the Un-National Liberation of Southern Africa.” Journal of Southern African Studies 40, no. 6 (2014): 1271–74.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

PAG 1, PAG 2
VM5

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:34