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140237 SE TIV - VM4 - VM5 Die Linke und die Religion (2012W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Da der Einheiten am 25.10., 1.11., 29.11., sowie 13.12. ausfallen, werden die anderen Termine jeweils volle 2h dauern.

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 11.10. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 18.10. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 25.10. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 08.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 15.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 22.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 29.11. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 06.12. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 13.12. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 10.01. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 17.01. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 24.01. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Donnerstag 31.01. 09:00 - 11:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Verhältnis der Linken zur Religion ist ambivalent: Zum einen betreibt sie seit Feuerbach und Marx Religionskritik und betrachtet Religion als ein zu überwindendes Hindernis auf dem Weg zu Modernisierung und Befreiung. Zum anderen aber finden sich auch im religiösen Feld linke Intellektuelle, die keinen Widerspruch zwischen Glaube und emanzipatorischer Politik sehen. Die lateinamerikanische Befreiungstheologie ist dafür nur ein Beispiel unter vielen, neben Initiativen des emanzipatorischen Islam, buddhistischen Bewegungen für soziale Gerechtigkeit oder auch dem britischen Marxisten und Katholiken Terry Eagleton. Auch historisch finden sich zahlreiche Beispiele dafür, dass religiöse Bewegungen überkommene gesellschaftliche Verhältnisse herausfordern und nicht selten auch dagegen ankämpfen: Die Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts, zahlreiche millenaristische Aufstandsbewegungen bis zu den französischen Arbeiterpriestern und der lateinamerikanischen Befreiungstheologie, Teile der Antiapartheid- wie der Friedensbewegung oder feministische Theologien in Islam, Christentum und Judentum zeigen, dass es in verschiedensten Religionen progressive politische Kräfte gab und gibt. Stellen religiöse Egalitarismen historische Vorläufer des Sozialismus dar? Was wird aus diesen Bewegungen nach dem Ende des realen Sozialismus?
Das Seminar wird beide Aspekte des Verhältnisses zwischen der Linken und der Religion beleuchten, also sowohl linke Religionskritik als auch linksreligiöse Initiativen und Bewegungen.
Religion ist konstitutiver Bestandteil der Kulturgeschichte der Menschheit und für einen Großteil der Menschheit alltagsprägend. Umso mehr erstaunt die geringe Beachtung, die Religion in der Entwicklungsforschung erfährt. Sowohl in der Praxis der Entwicklungszusammenarbeit, als auch für historisch und überregional angelegte Untersuchungen zu gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen stellt Religion eine nicht unwesentliche Kategorie dar. Abseits der vielfach bearbeiteten Frage nach religiösem Fundamentalismus und Terrorismus wird sich dieses Seminar vor allem folgenden Themenfeldern widmen:

- Welche Perspektiven auf Religion wurden im linken politischen Spektrum entwickelt? Was sind Grundannahmen linker Religionskritik?
- Inwiefern produzieren Religionen auch "linke" Programme als gesellschaftspolitische Entwürfe? Was bedeutet hier "links"? Was "religiös"? Und was meint "progressiv"?
- Wie gestaltet sich das Verhältnis der religiösen Linken zum konservativen Teil ihrer Religion? Wie jenes zu sozialistischen und kommunistischen Parteien?

Im Rahmen religions- und regionalspezifischer Einzelstudien werden diese Themen vertieft und diskutiert. Dabei sollen auch die Interaktionen zwischen unterschiedlichen Religionen, insbesondere aus einer globalgeschichtlichen und globalen Perspektive, in den Blick genommen werden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Voraussetzungen zum Erwerb eines Zeugnisses:
1. Anwesenheit (bei max. 3 Ausnahmen);
2. Mitarbeit, d.h. Lektüre der vereinbarten Texte sowie Beteiligung an der Diskussion darüber;
3. Führung und regelmäßige Abgabe eines wissenschaftliches Journals
4. Verfassen eines kurzen abstracts zum eigenen Thema (bis zur zweiten Einheit im November);
5. Erarbeitung eines Konzepts (bis zur zweiten Einheit im Dezember);
6. Diskussion der Arbeitsergebnisse in Seminarveranstaltungen im Rahmen von Panel-Präsentationen oder Mitwirkung an interaktiven Poster-Präsentationen;
7. Schriftliche Endfassung der Seminararbeit im Umfang von 15-20 Seiten, Abgabe bis Ende Februar 2013.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Seminar ermöglicht eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Diskurs um Religion und Entwicklung. Dazugehörige Fragestellungen der Entwicklungsforschung und der entwicklungspolitischen Praxis können vor dem Hintergrund theoretischer Positionen besser eingeordnet und kritisch reflektiert werden.

Prüfungsstoff

1. Pflichtlektüre und gemeinsame Diskussion der kollektiven Grundlagenlektüre;
2. Führung eines wissenschaftlichen Journals oder Rezensionen;
3. Verfassen eines Konzepts zur Seminararbeit;
4. Präsentation der Arbeitsergebnisse im Rahmen eines Panels oder einer Poster-Präsentation;
5. Seminararbeit

Literatur

Maxi Berger, Tobias Reichardt, Michael Städtler (Hg.): "Der Geist geistloser Zustände". Religionskritik und Gesellschafttheorie. Münster: Westfälisches Dampfboot 2012.
Terry Eagleton: Reason, Faith and Revolution. Reflections on the God Debate. New Haven/London: Yale University Press 2009.
Gerald Faschingeder, Clemens Six (Hg., 2007): Religion und Entwicklung. Wechselwirkungen in Staat und Gesellschaft (= Globalgeschichte und Entwicklungspolitik ; Bd. 2).
Gerald Faschingeder (2009): Religion in der globalen Gesellschaft. In: Franz Kolland, Petra Dannecker, August Gächter, Christian Sutter (Hg.): Soziologie der globalen Gesellschaft. Eine Einführung. Wien: Mandelbaum. S. 327-354.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

T IV, VM4, VM5

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:51