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140335 SE T II - T IV - VM5 - VM7 Das Geschlecht des sozialen Schutzes weltweit in Geschichte und Gegenwart (2012W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch, Englisch, Spanisch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 19.10. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 09.11. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 16.11. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 23.11. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 30.11. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 07.12. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 14.12. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 11.01. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 18.01. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06
Freitag 25.01. 09:00 - 11:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 2 UniCampus Hof 5 2M-O1-06

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

1.) Inhalt
2.) Programm, Termine, Literatur, Dokumente

INHALT

Wenn von Politiken des sozialen Schutzes die Rede ist, geht es meistens gleichsam automatisch um die reichen Länder des Westens oder Westeuropas und um die weißen Mehrheitsbevölkerungen und Staatsbürger*innen dieser Länder. Insbesondere wo die Forschung Vergangenheit und Gegenwart von Politiken des sozialen Schutzes theoretisch zu fassen sucht, werden die Erfahrungen der wohlhabenderen Weltregionen vorschnell verallgemeinert. Wohlfahrt und Sozialpolitik anderswo erscheinen in der Folge beispielsweise als "wenig entwickelt" oder "unvollständig". Die entsprechenden örtlichen Verhältnisse lassen sich auf diese Weise aber nicht oder nur teilweise sichtbar und verständlich machen. Unsichtbar bleiben auch die Zusammenhänge zwischen örtlichen Entwicklungen und globaler Ungleichheit, und die sub- und supranationalen Dimensionen und Akteure sozialer Politik.
Auch die Forschung zum Thema Geschlecht und Sozialpolitik beschäftigt sich zumeist mit den wohlhabenderen Weltregionen. Insbesondere wenn es darum geht, das Geschlecht der Politik des sozialen Schutzes auch theoretisch zu erfassen, speisen sich die entsprechenden Ansätze und Debatten aus diesem Wahrnehmungskreis. Konzeptuell werden auf diese Weise insbesondere die 'rassen'- und klassenspezifischen Erfahrungen nicht-weisser Frauen und die Verknüpfung von globaler Ungleichheit und Geschlechterspezifik in der Ausprägung von Wohlfahrtssystemen und Sozialpolitik ausgeblendet oder verkürzt wahrgenommen.
Dieses Seminar stellt Perspektiven globaler, geschlechterspezifischer und anderer Forschungen zur Politik des sozialen Schutzes vor, die die genannten Dimensionen 'zusammendenken'. Die Politik des sozialen Schutzes wird dabei als ein Politikfeld erkennbar, in dem verschiedene Dimensionen von Differenz, Hierarchie, Einschluss und Ausschluss geschaffen, bearbeitet, und unter Umständen in Frage gestellt werden.

PROGRAMM, TERMINE, LITERATUR, DOKUMENTE:
Bitte beachten Sie:
Jede LV-Einheit dauert 2 statt 1,5 Stunden, von 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr (wegen der vielen Ausfälle, s.u.)!

Abgabetermine:
30. November 2012:
Abgabetermin für die e-Kopie und die Papierfassung des Erstvorschlags zu den erarbeitete(n) Forschungsfrage(n) + Verzeichnis der Originalmaterialien + Literaturverzeichnis!!!
14. Dezember 2012:
Letzter Abgabetermin für die e-Kopie und die Papierfassung des endgültigen Seminararbeitskonzeptes!!!

LV-Einheiten und Lektüre:

19. Oktober 2012:
Allgemeine Einführung I: Geschlecht und Politiken des sozialen Schutzes
Thema: Geschlechterspezifische Erweiterung des Blicks auf Politiken des sozialen Schutzes und der sozialen Ausgrenzung
Lektüre (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Shireen Hassim, Shahra Razavi, Gender and Social Policy in a Global Context: Uncovering the Gendered Structure of 'the Social', in: Shireen Hassim, Shahra Razavi (eds), Gender and Social Policy in a Global Context: Uncovering the Gendered Structure 'the Social'; Palgrave Macmillan, Houndsmills etc. 2006, S. 1-39.

9. November 2012:
Allgemeine Einführung II: Globale Perspektiven auf Politiken des sozialen Schutzes
Thema: Globale und transnationale Erweiterung des Blicks auf Politiken des sozialen Schutzes und der sozialen Ausgrenzung
Lektüre (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Juliana Martinez-Franzoni, Koen Voorend, The Limits of Family and Community Care: Challenges for Public Policy in Nicaragua, in: Shahra Razavi, Silke Staab (eds), Global Variations in the Political and Social Economy of Care. Worlds Apart, New York, London 2012, S. 122-140.

16. November 2012:
Thema: Migration, "Rasse", und Politiken des sozialen Schutzes
Lektüre (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Eleonore Kofman, Gender and International Migration in Europe. Employment, Welfare and Politics, Routledge 2001, Kapitel 6: Welfare and gendered migration, S. 134-162.
Dokument (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Joanna Clark, Motherhood, in: Toni Cade Bambara, The Black Woman. An Anthology, New York 1970 (hier: Reprint-Ausgabe mit neuer Einleitung, 2005), S. 75-86.

23. November 2012:
Thema: Entstaatlichung der Politiken des sozialen Schutzes?
Lektüre (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Mariz Tadros, Faith-Based Organizations and Service Delivery. Some Gender Conundrums. United Nations Research Institute for Social Development. Gender and Development Programme Paper no. 11, 2010.
Dokument (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Social Protection Floors made simple, http://assemblyrio20.sustainlabour.org/docs/EN_socialprotectionfloor_madesimple.pdf, 27/08/2012

30. November 2012:
Thema: Politiken des sozialen Schutzes und/als globale Polarisierung
Lektüre (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Nicola Yeates, Migration and Social Policy in International Context. The Analytical and Policy Uses of the Gobal Care Chains Perspective. Paper given at the Arusha Conference New Frontiers of Social Policy, December 2005.
Dokument (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit und zum Thema der nächsten Einheit):
Towards a strong Human-Rights-based ILO Convention 189 for all Domestic Workers! From historic milestone to immediate Ratification! www.respectnetworkeu.org/campaigns-and-initiatives/respect-solidat-ep-forum, 27/08/2012

14. Dezember 2012:
Thema: Internationaler Arbeiter*innenschutz als Sozialpolitik der Differenz
Lektüre (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit):
Sandra Whithworth, Feminism and International Relations. Towards a Political Economy of Gender in Interstate and Non-Governmental Institutions, Macmillan 1997, ch. 5: "The International Labour Organisation"; Ausschnitt, S. 124-152.
Dokument (zu lesen für die Diskussion zu Beginn der nächsten Einheit und zum Thema der nächsten Einheit):
The Open Door International for the Economic Emancipation of the Woman Worker: Manifesto and Charter. Adopted at Berlin, 16th June 1929, o.O., o.J.

11. Jänner 2013:
Thema: Diskussion der Literatur zum Thema Internationaler Arbeiter*innenschutz; Zusammenschau des erarbeiteten Stoffs; Diskussion zum Stand der Arbeit an den Seminararbeiten und Präsentationen

18. und 25. Jänner 2013:
Präsentation und Diskussion von Ergebnissen bzw. Roh-, Teil- oder Erstfassungen der Seminararbeit

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

1.) Teilnahme, Termin- und Zeitplan
2.) Bewertung

TEILNAHME, TERMIN- UND ZEITPLAN:
Die Teilnahme an der ersten Einheit am 19. Oktober ist ausnahmslos verpflichtend; in dieser Einheit legen wir wichtige inhaltliche Grundlagen. Wir beginnen um 9 Uhr s.t.!
Da aufgrund von vorlesungsfreien Freitagen (26. Oktober, 2. November) und von Konferenzteilnahmen (12. Oktober, 7. Dezember) mehrere Termine ausfallen, werden wir sämtliche sonstigen Einheiten verlängert abhalten, und zwar jeweils von 9 Uhr pünktlich bis 11 Uhr pünktlich.
Bei mehr als zweimaligem Fehlen (aus egal welchem Grund) müssen Sie schriftliche Zusatzaufgaben erledigen.
Bei mehr als dreimaligem Fehlen (aus egal welchem Grund) gibt es Abzüge bei der Bewertung (trotz erledigter Zusatzaufgaben).

BEWERTUNG:
Aktive Mitarbeit während des gesamten Semesters, einschließlich der Vorlage der entsprechenden Materialien und des Referates, wie oben beschrieben: 50%
Endfassung der Seminararbeit unter Verwendung von einem Originaldokument oder mehreren Originaldokumenten (Textlänge ohne Titelblatt und Literaturliste: 15 Seiten, 2-zeilig) 50%

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Seminar verfolgt diese Ziele:

Erarbeitung eigenständiger Lernziele durch die Studierenden selbst

Erarbeitung von fundiertem Wissen über die geschlechterspezifische Forschung zu Geschichte und Gegenwart der Politik des sozialen Schutzes, ihrer Voraussetzungen und Bezugspunkte, und ihrer Ergebnisse

Erarbeitung eines erweiterten, globalen und transnationalen Blickes auf Geschichte und Gegenwart der Politik des sozialen Schutzes, ihrer Voraussetzungen und Bezugspunkte, und ihrer Ergebnisse

Überwindung von Forschungsergebnissen und -perspektiven, die die Marginalisierung dominierter Gruppen und Weltregionen reproduzieren.

Darauf aufbauend:
Entwicklung der Fähigkeit, lokale Mikrokosmen, nationale Systeme, den globalen Makrokosmos und transnationale Handlungsformen und Zusammenhänge der geschlechterspezifischen Politik des sozialen Schutzes zu erfassen;
Entwicklung der Fähigkeit, die Politik des sozialen Schutzes und der sozialen Ausgrenzung auf eine Weise zu begreifen und selbständig zu analysieren, bei der sich die Geschlechterperspektive mit globalen, klassen- 'rassen'- und anderen gruppenspezifischen Perspektiven verbindet.

Und ganz zentral:
Entwicklung der Fähigkeit, die konkrete Untersuchung von gezielt ausgewählten Originaldokumenten mit theoriegeleiteter Forschung zu verbinden.

Prüfungsstoff

In der ersten und zweiten Einheit werden wir Grundbegriffe und Herangehensweisen klären (Vortrag, Diskussion, Lektüre) und besprechen, wie die Seminararbeit aussehen soll, und wie die Teilnehmer*innen auf dem Weg dorthin unterstützt werden.

In der darauffolgenden zweiten Phase des Seminars werden wir sodann mehrere LV-Einheiten mit gemeinsamer Lektüre und Diskussion von Texten und Originalmaterialien verbringen. Parallel dazu beginnen die Studierenden in dieser Phase ihre Seminararbeit vorzubereiten und durchzuführen. In der Seminararbeit sollen ausgewählte Originaldokumente eigenständig und unter Bezugnahme auf theoriegeleitete Sekundärliteratur analysiert werden. Wir werden uns gemeinsam intensiv damit beschäftigen, wie eine solche genuin wissenschaftliche Arbeit entwickelt und dann abgefasst werden kann. Dabei geht es insbesondere darum, die eigene(n) Forschungsfrage(n) zu entwickeln, und die zu deren Beantwortung geeigneten Originaldokumente und die passende Literatur zu identifizieren und zu beschaffen. Was es mit der Arbeit mit Originaldokumenten auf sich hat, wird auch anhand der Diskussion der gemeinsam gelesenen Originalmaterialien (s.o.) klar werden. Alle Studierenden legen während dieser Phase einen ersten Vorschlag zu den erarbeitete(n) Forschungsfrage(n) sowie ein Verzeichnis der Originalmaterialien und Literaturverzeichnis vor. Dieser Erstvorschlag wird eingehend besprochen. Am Ende der ersten Seminarphase ist dann die Endfassung dieser Vorbereitungsarbeit vorzulegen.
Bei größeren Schwierigkeiten oder Unsicherheiten gibt es individuelle Beratungstermine.

In der dritten und letzten Seminarphase werden die Ergebnisse bzw. Roh-, Teil- oder Erstfassungen der Seminararbeit präsentiert und wiederum eingehend besprochen.

Literatur

Ein Reader, der die Pflichtlektüre, die Dokumente, und die LV-Beschreibung enthält, kann und soll im Copy Shop Schwarzspanierstraße 10, 1090 Wien, ab Beginn des Semesters käuflich erworben werden. Sollte er ausverkauft sein, wird er auf Bestellung rasch nachgedruckt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

T II, T IV, VM5, VM7

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:51