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140337 SE SE IE - VM6 - VM7 Transdisziplinäre Entwicklungsforschung: (2012W)

Westsahara: ein Konflikt, viele Sichtweisen. AkteurInnen, Handlungspraktiken und internationale Kooperation

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 10.10. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 17.10. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 24.10. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 31.10. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 07.11. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 14.11. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 21.11. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 28.11. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 05.12. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 12.12. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 09.01. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 16.01. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 23.01. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Mittwoch 30.01. 17:00 - 19:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Im jahrzehntelangen Konflikt um die Unabhängigkeit der Westsahara, der 'letzten Kolonie Afrikas', fordert die sahaurische Bevölkerung und ihre Regierung das Recht auf Selbstbestimmung. Die Besatzungsmacht Marokko definiert die Westsahara seit 1975 als ihre südlichen Provinzen und somit Teil ihres Staates, die UNO verfolgt zwei widersprüchliche Strategien: sie anerkennt das Recht auf Selbstbestimmung und bemüht sich gleichzeitig um Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien, die EU intensiviert ihre Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Marokko und profitiert von der Rohstoffausbeutung auf sahaurischem Gebiet. Weitere Sichtweisen bringen die MenschenrechtsaktivistInnen in den besetzten Gebieten, die internationale Solidaritätsbewegung, die Hilfsorganisationen, einzelne EU-Mitgliedsländer und Mitgliedsländer der Afrikanischen Union ein.
Jedwede Konfliktlösung stagniert, die Konfliktparteien beharren auf ihre Positionen, die UNO setzt international anerkanntes Recht nicht um. Die Zeit arbeitet für die Besatzungsmacht und Rohstoffausbeuter.
Wie wird der festgefahrene Konflikt von unterschiedlichen AkteurInnen argumentiert, welche Positionen nehmen die 'stakeholder' ein und wie handeln sie?
Die sahaurische Bevölkerung lebt zur Hälfte in Flüchtlingslagern in Algerien und zur anderen Hälfte in den besetzten Gebieten der Westsahara. Trotzdem oder gerade weil die Bevölkerung seit Jahrzehnten in einer Ausnahmesituation lebt, haben Frauen einen guten sozialen Status. Sie organisieren im Wesentlichen die Flüchtlingslager und sie leisten an vorderster Front Widerstand gegen die marokkanische Besatzung.
Wie beschreiben sahaurische Frauen diese Situation, wie definieren sie ihre Rolle und Handlungsmacht? Wie bringen sich Frauen in Alltag, exilstaatlichen Strukturen der DARS (Demokratische Arabische Republik Sahara) und in der Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen ein? Wie sind Frauen in den besetzten Gebieten am Widerstand beteiligt? Welche Strukturen des organisierten Widerstands haben sie dort aufgebaut?

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Studierende sind großteils anwesend, beteiligen sich an Diskussionen, erarbeiten individuell oder in Gruppen Referate und verfassen schriftliche Arbeiten im Umfang von mindestens 15 Seiten, exkl. Literaturangaben.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Studierende lernen wissenschaftliche Artikel und andere relevante Quellen kritisch und vergleichend aus interdisziplinärer Perspektive zu analysieren;
Studierende setzen sich mit postkolonialen Ansätzen und zentralen Schlüsselbegriffen auseinander;
Studierende lernen Positionen von nationalen und internationalen AkteurInnen am Beispiel der Westsahara kennen;
Studierende lernen Ansätze von Genderpolitik und Handlungsmacht kennen;
Aussagen und Inhalte von Texten und anderen Quellen können in Beziehung mit Praxis beteiligter AkteurInnen gesetzt werden;
methodisch: Präsentation von Inhalten, Finden eines Themas, Formulierung einer Fragestellung , Verfassen einer schriftlichen Arbeit.

Prüfungsstoff

Das Seminar setzt sich mit unterschiedlichen Interpretationen des Konflikts auseinander. Postkoloniale Ansätze werden im Kontext der Westsahara angewandt. Was bedeuten Schlüsselbegriffe wie Kolonisierung, epistemische Gewalt oder Subalternität?
In der Auseinandersetzung mit Rollen, Geschlechterverhältnissen und Handlungsmacht sahaurischer Frauen in den politischen Krisen und Kämpfen werden feministische Zugänge dargestellt.
Im Seminar bearbeiten und rezipieren die Studierenden Originalquellen und wissenschaftliche Texte zum Westsahara-Konflikt und zur Situation, Rolle und Handlungsmacht von Sahaurischen Frauen.
Dokumentarfilme, neue Medien, Social Media, Dokumente und Berichte, Internetquellen werden als wichtige Quellen herangezogen.
Für Referat und schriftliche Seminararbeit werden Anleitung zu Themenfindung, Literaturrecherche, Fragestellung, Verfassen von Texten gegeben.
Die Lektorinnen bringen konkrete Projekterfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit ein.

Literatur

Bachir Abderahman, Senia (2008): Saharawi Women and Their Struggle for Independence. In: Global Affairs.es 2.5.2012
Gleirscher, Katrin (2012): Gender, Nation und Identität(en) im Westsaharakonflikt. Dipl. Arbeit Universität Wien
Castro Varela, María do Mar / Dhawan, Nikita: Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung (2005)
International Crisis Group (2007) Western Sahara: Out of the Impasse Middle East/North Africa Report N°66 11 Jun 2007 30.5.2012
Mayrhofer, Maria (2012): Gender und nationale Identität im Westsahara-Konflikt. Implikationen für sahaurische Frauen und weiblicher Aktivismus. Politik und Demokratie Universität Wien Band 26. Peter Lang Frankfurt am Main

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SE IE, VM6, VM7, GA.SE.3 (GA.3.)

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:35