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140368 VO+UE VM4 / VM8 - Das Bild der Anderen (2017S)

Das Bild der Anderen: Fotografische Praxis in transkulturellen Wissensräumen

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
SGU

An/Abmeldung

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 24.03. 09:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 1 UniCampus Hof 5 2M-O1-03
Freitag 12.05. 09:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 1 UniCampus Hof 5 2M-O1-03
Freitag 09.06. 09:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 1 UniCampus Hof 5 2M-O1-03
Freitag 23.06. 09:00 - 13:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 1 UniCampus Hof 5 2M-O1-03

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt

do not hold still for their portraits“ – schreibt James Clifford und verweist damit darauf, dass die statische Darstellung und Wahrnehmung von Kulturen in einer Welt geprägt von Situationen kultureller Diversität wenig zielführend sind. (James Clifford 1986:10). Hier spielen Fotos eine entscheidende Rolle, ob in Medienberichten oder der Spendenwerbung, mittels Bildern werden Menschen und deren Realität repräsentiert, allerdings selten in selbstbestimmter, prozessorientierter Art und Weise. Interkulturelles Missverstehen in asymmetrischen Situationen wird wesentlich über Fotos vermittelt und reproduziert. Fotos zeigen Ausschnitte, segmentieren und begrenzen Wahrnehmung - sie können aber auch Denk- und Handlungsräume öffnen und so ein gemeinsames Hinterfragen von Vorurteilen, Macht- und Herrschaftsstrukturen ermöglichen.
Diese Übung thematisiert die Dialektik von Bewegung und Erstarrung, von Statik und Dynamik, die sowohl die Rede von Kultur, als auch die fotografische Praxis kennzeichnet. Unser Reflektieren gilt dieser interkulturellen, fotografischen Praxis, die immer auch mit Fragen von Macht und Ohnmacht verbunden ist. – Wer fotografiert und repräsentiert wen, in welcher Weise und mit welcher Absicht? – wird hier im Bezug auf visuelle Methoden als zentrale Frage formuliert.

Ziele

Die Lehrveranstaltung ermöglicht eine erfahrungsbasierte Reflexion im Feld der transkulturellen Kommunikation. Da Bilderwelten die Weltwahrnehmung wesentlich beeinflussen und gestalten, soll auf deren Genese und kulturbezogene Interpretation eingegangen werden. Herausforderungen der interkulturellen Kommunikation und der fotografischen Praxis können vor dem Hintergrund theoretischer Positionen besser eingeordnet und kritisch reflektiert werden. Es geht dabei grundsätzlich um eine Hinwendung und Anerkennung gegensätzlicher Wahrnehmungsformen und um die Förderung von kritischem Reflexionspotenzial, das durch den Einsatz visueller Methoden besonders in inter- und transdisziplinären Settings angeregt werden kann.

Methoden

In der Lehrveranstaltung wird mit "Generativer Bildarbeit" gearbeitet. Dabei handelt es sich um einen qualitativen, prozessorientierten methodologischen Rahmen basierend auf visueller und fotografischer Praxis. In Kombination damit werden kultur- und fototheoretische Texte gelesen und diskutiert. Beides soll erlauben, die eigene Wahrnehmung zu schärfen und Reflexionen theoretisch zu stützen. Im Sinne der Maxime Paulo Freires, dass jede befreiende Praxis sowohl der Aktion als auch der Reflexion bedarf, fotografieren alle Teilnehmer_innen der Übung in ihrem Alltag und bringen ihre Fotos in den Gruppenprozess als Basis für Dialog und Reflexion ein. Der eigene Erkenntnisprozess wird von den Studierenden in einem Forschungstagebuch und einem generativen Fotoalbum über das Semester hinweg festgehalten.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Bewertung, Beurteilungskriterien (Prüfung, Referat,...)
1. Erstellung, Präsentation (3x) und Abgabe eines generativen Fotoalbums
2. Führung und Abgabe (3x) eines Forschungstagebuchs
3. 80% Anwesenheit: Fehlen bei maximal 1 Blockeinheit
Mitarbeit, d.h. Lektüre der vereinbarten Texte sowie Beteiligung an der Diskussion darüber;

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Fulwiler, Toby (1999): Führen eines Journals. In: Wolfgang Schmale, Schreib-Guide Geschichte. Wien. Böhlau. S. 36-58
Schmid, Wilhelm (1992): Das Leben schreiben. In: Auf der Suche nach einer neuen Lebenskunst. Die Frage nach dem Grund und die Neubegründung der Ethik bei Michel Foucault. 2. Aufl., Frankfurt, Suhrkamp. S. 308-316
Barthes, Roland (1980): Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photographie. Frankfurt. Suhrkamp. Teil 1, S. 11-70.
Bate, David (1993): Fotografie und der koloniale Blick. In: Wolf, Herta: Diskurse der Fotografie. Fotokritik am Ende des fotografischen Zeitalters. Frankfurt, Suhrkamp 2003, S. 115-132
Solomon-Godeau, Abigail (1991): Wer spricht so? Einige Fragen zur Dokumentarfotografie. In: Wolf, Herta: Diskurse der Fotografie. Fotokritik am Ende des fotografischen Zeitalters. Frankfurt, Suhrkamp 2003, S. 53-74
Waldenfels, Bernhard (1997): Topographie des Fremden. Studien zur Phänomenologie des Fremden I. Kapitel 1: Fremderfahrung und Fremdanspruch. Frankfurt, Suhrkamp, S. 16-37
Freire, Paulo (1973): Pädagogik der Unterdrückten. Kapitel III. Hamburg, Rowohlt, S. 71-90
Globale Verantwortung (2012): Concord Code of Conduct on Images and Messages.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

VM4; VM8

Letzte Änderung: Mo 20.03.2017 13:48