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140398 FS FM2 - Forschungsseminar (Teil 2) - Umsetzung (2017S)

Nach der Flucht. Szenische Forschung zwischen Ausbruch, Ankunft und Aufnahme

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
MOB

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Als Übungstag für Methoden des Szenischen Forschens haben wir So., 26. März 2017 (11-18 Uhr) festgelegt.

Montag 13.03. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 20.03. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 27.03. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 03.04. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 24.04. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 08.05. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 15.05. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 22.05. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 29.05. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 12.06. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 19.06. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1
Montag 26.06. 17:00 - 20:00 Seminarraum SG2 Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, Bauteil 1

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Forschungsseminar ermöglicht den TeilnehmerInnen, ein konkretes transdisziplinäres Forschungsprojekt unter hoher Eigenverantwortung umzusetzen. Dieses wird von den Studierenden in Zusammenarbeit mit ihrem/ihren PraxispartnerInnen durchgeführt.

Damit gewinnen die Studierenden Kompetenzen in Bezug auf die Fähigkeit transdisziplinäre Forschungskonzepte zu entwickeln, zu gestalten und umzusetzen.

Zum Inhalt:

In Sommer und Herbst 2015 erreichten viele Menschen auf der Flucht Österreich, die zum Teil hier Aufenthaltsberechtigung erhalten haben oder weiterhin in einem Asylverfahren stehen. Doch die intensive Flüchtlingsbewegung hat nicht nur die Geflüchteten selbst berührt, sondern auch die österreichische Aufnahmegesellschaft zu vielfältigen Reaktionen veranlasst. Den komplexen Interaktionen im Spannungsfeld von Krieg, Flucht und Asyl soll mit den Methoden szenischer Forschung nachgegangen werden. Dabei wird mit einem Forschungspartner zusammengearbeitet, der Zugang zum Feld wie auch langjährige Erfahrung mit der Thematik mitbringt. Und darüber hinaus erlaubt, einen Einblick in das Spanungsfeld zwischen sozialen Bewegungen und NGOs zu gewinnen.

Im Rahmen dieses Seminars werden Projekte szenischer Forschung umgesetzt, entsprechend den gemeinsam im WS 2016/17 entwickelten Interessensgebieten. In diesem Prozess werden die spezifischen Möglichkeiten szenischer Forschung, der Partizipativen Aktionsforschung ebenso wie das Konzept der Transdisziplinarität ausgelotet und reflektiert.

Dieses Seminar schließt an den 1. Teil im WS an, bei dem die verschiedenen Denkschulen der Transdisziplinarität sowie Prinzipien der Partizipativen Aktionsforschung und des szenischen Forschens systematisch erkundet und kritisch diskutiert wurden. Ergebnis des 1. Teils war die Erarbeitung eines Forschungsdesigns für ein transdisziplinäres Forschungsprojekt. Im 2. Teil gilt es nun, dieses Forschungsdesign gemeinsam mit PraxispartnerInnen umzusetzen.

Transdisziplinarität (Td) ist einer der Kernbegriffe des Studiums der Internationalen Entwicklung, die dahinter liegenden Aspekte werden in verschiedenen Zusammenhängen diskutiert, bleiben aber dennoch oft schwer greifbar, bestehen doch verschiedene Linien in der Interpretation dieses Konzeptes.
Im Sinne des von den LV-LeiterInnen vertretenen Transdisziplinaritäts-Begriffes ist die Beachtung folgender Fragen von Bedeutung:

• Wie beteiligen wir Beforschte an unseren Projekten? Welche Rolle können sie und ihr Wissen spielen? Welchen Wert hat dieses möglicherweise außerakademische Wissen? Welchen Wert hat verschriftlichtes Wissen? Welchen Wert hat verkörpertes Wissen?
• Welche individuellen Fähigkeiten und welche Wünsche bringen die Studierenden in ihre Forschungsarbeit mit? Wie gehen wir als (Forschungs-)Gruppe miteinander um? Wie können wir eine gute und effektive Zusammenarbeit erreichen?
• Wie politisch dürfen Forschende denn eigentlich sein? Darf Forschung politische Ziele explizit verfolgen? Welche Parallelen und Unterschiede gibt es in künstlerischen und wissenschaftlichen Forschungsprozessen? Wie wird jeweils unterschiedlich auf den Gegensatz Forschende-Beforschte; Schauspieler_innen- Zuschauer_innen reagiert?
• Wie kann die Dokumentation eines szenischen Forschungsprojektes aussehen?

Die in der LV angestrebte szenische Forschung orientiert sich an den Grundsätzen des „Theaters der Unterdrückten“ (autopoietisches Theater) nach Augusto Boal und der Participatory Action Research des Globalen Südens nach Orlando Fals Borda.

Teilnehmen können nur Studierende, die den ersten Teil des Forschungsseminars absolviert haben.

Methoden:

Partizipatorische Aktionsforschung mittels Methoden aus der autopoietischen Theaterarbeit nach Augusto Boal, Siegfried Essen und Enrique Buenaventura. regelmäßige Reflexionssitzungen, Forschungstagebuch, individuelle Literaturlektüre und Recherche, Inputs und Präsentationen der Studierenden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

1. Anwesenheitspflicht (max. 30% Ausnahme)
2. Vorbereitung und gemeinsame Diskussion der kollektiven Grundlagenlektüre
3. Führung eines Forschungstagebuchs
4. Präsentation und Diskussion der Forschungs- und Gruppenarbeitsprozesse in der Lehrveranstaltung
5. Umsetzung des Forschungsdesigns, das in Gruppenarbeit und in Zusammenarbeit mit den PraxispartnerInnen im Verlauf des WS 2016/17 erstellt wurde.
6. Verfassen eines (prozessorientieren) Abschlussberichtes. Abgabe: Ende Juli 2017

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Bergmann, Matthias et al. (2010): Methoden transdisziplinärer Forschung: Ein Überblick mit Anwendungsbeispielen. Frankfurt am Main [u.a.]: Campus.

Boal, Augusto (1989): Theater der Unterdrückten. Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler. Herausgegeben und aus dem Brasilianischen übersetzt von Martina Spinu und Henry Thorau. Frankfurt/Main.

Fals Borda, Orlando (2001): Participatory (Action) Research in Social Theory: Origins and Challenges, in: Reason, Peter; Bradbury, Hilary (2001): Handbook of Action Research: Participative Inquiry and Practice. SAGE Publications: London, S. 27-37

Freire, Paulo (1971): Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit. Vom Verfasser autorisierte deutsche Übertragung von Werner Simpfendörfer. Stuttgart: Kreuz-Verlag [später: Reinbeck/Hamburg: Rowohlt, 1973].

Fritz, Birgit (2013): Auf den Spuren des revolutionären Theaters von Augusto Boal zur autopoietischen Theaterarbeit ins 21. Jahrhundert. Dissertation. Ibidem: Stuttgart

Mecheril, Paul u.a. (2010): Migrationspädagogik. Weinheim und Basel: Beltz.

Novy, Andreas; Beinstein, Barbara; Voßemer, Christiane (2008): Methodologie transdisziplinärer Entwicklungsforschung. Aktion & Reflexion Heft 2. Herausgegeben vom Paulo Freire Zentrum. Wien, Oktober 2008. http://ungleichevielfalt.at/documents/AR/Aktion&Reflexion_Heft-2.pdf (11.4.2015)

Novy, Andreas; Howorka, Sebastian (2014): Transdisziplinarität und Wissensallianzen. In: Dannecker, Petra; Englert, Birgit (Hg., 2014): Qualitative Methoden der Entwicklungsforschung. Mandelbaum: Wien. S. 20-37

Peters, Sibylle (2013, Hg.): Das Forschen aller. Artistic Research als Wissensproduktion zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft. Transcript: Bielefeld

Pühretmayer, Hans (2005): Über das Politische des Wissenschaftlichen. Interventionen des Critical Realism in verschiedenen Ökonomietheorien. In: Kurswechsel 4/2005, S. 28-44

Weitzel, Julia (2014): Verantwortung für die Zukunftsgestaltung. Ein szenisches Lehrforschungsprojekt als Beitrag zum Forschenden Lernen. In: Magazin erwachsenenbildung.at. Das Fachmedium für Forschung, Praxis und Diskurs. Vol. 22. http://erwachsenenbildung.at/magazin/14-22/07_weitzel.pdf (11.4.2015)

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

FM2

Letzte Änderung: Fr 07.07.2017 10:09