Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

143359 SE Kolonialen Beständen auf der Spur. (2020W)

Eine kritische Aufarbeitung von Rassismen und Afrika-Repräsentationen in österreichischen Bibliotheken.

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

NEU:
Block vom 09.10.-20.11.2020.
13.00-15.00 (Online) und 15.00-17.00 (Präsenz)
Die Online-Einheiten werden zur Besprechung des Arbeitsfortschritts der Rechercheaufträge zu den Fallstudien und individueller Betreuung der Seminararbeit stattfinden und jeweils in Kleingruppen über moodle organisiert.
In den LV-Einheiten mit Präsenz werden die Präsentationen, Gruppenarbeiten und Diskussionen stattfinden. Diese können fallweise auch für Exkursionen zu Ausstellungen, Vorträgen und Führungen in Museen und Bibliotheken genützt werden.
Aufgrund der aktuellen Hybrid-Lehre, die sowohl aus Präsenzlehre und Online Formaten besteht, wird das Seminar über die Moodle-Lernplattform moderiert. Es ist daher notwendig regelmäßig auf Moodle Material, Aufgabenstellungen und Benachrichtigungen abzurufen. Der Schwerpunkt in diesem Semester liegt stärker auf der Analyseebene, Beispiele für Initiativen im Bereich der Bibliothek und Archivarbeit stehen im Fokus. Die Studierenden erhalten Unterstützung und Vermittlung bei Kontaktaufnahmen. Kurzfristig kann sich die Teilnahme an Online Veranstaltungen, die thematisch relevant sind, ergeben. Flexibilität diesbezüglich ist wünschenswert, da sie zur gemeinschaftlichen Lernerfahrung positiv beiträgt.
In den LV-Einheiten von 13.00-15.00 wird von den Studierenden erwartet, bilateral Termine mit den Lehrenden zur Vorbereitung der Seminararbeit zu vereinbaren.

Freitag 09.10. 13:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 16.10. 13:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 23.10. 13:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 30.10. 13:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 06.11. 13:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 13.11. 13:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12
Freitag 20.11. 13:00 - 17:00 Inst. f. Afrikawissenschaften, Seminarraum 3 UniCampus Hof 5 2M-O1-12

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Bibliotheken als Orte der Wissensaufbereitung und Dokumentation mit einem Anspruch des möglichst umfassenden Sammelns - können nicht umhin auch zu repräsentieren. Die Art und Weise wie ausgewählt, aufbereitet und zur Verfügung gestellt wird, bringt einen Prozess der Bewertung von Wissen mit sich, bei dem Hierarchien zum Tragen kommen, die nicht explizit sein können. Insbesondere im Kontext von Afrikarepräsentationen, fällt die Einrichtung von wissenschaftlichen Bibliotheken oftmals in eine Zeit kolonialer Expansionspolitik. Nicht nur die wissenschaftlichen Werke sondern auch das Wissen, auf das sich diese Bibliotheken in ihrer Systematisierung und Struktur bezogen, war daher eng mit diskriminierenden Praktiken verflochten. Bedeutend sind Differenzierungsstrategien und Rassismen, die den Anspruch von Überlegenheit legitimieren (Schlesselmann-Tarango 2017).
Bibliotheken sind zugleich aber auch Orte der Begegnung, Auseinandersetzung und Interaktion. Daher ist die Frage nach dem Umgang mit unterschiedlichen Diskursen, die auf Rassismen und homogenisierende koloniale Narrative rekurrieren, naheliegend. Eine Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit stellt aber für wissenschaftliche Bibliotheken im europäischen Kontext oft eine Herausforderung dar, der meist mit Rückzug auf das Argument des „objektiven Sammelauftrags“ begegnet wird und somit die gesellschaftliche Relevanz des Themas aus dem Blickfeld geraten lässt. Die Frage bleibt unbeantwortet, welcher Wirkmächtigkeit und Vielschichtigkeit kolonialer Diskurse wir in Bibliotheken begegnen.
Diese Frage dient im Seminar als Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Rassismus, Repräsentation und Wissensproduktion. Das Seminar wird interaktiv und partizipativ gestaltet, wobei Bibliotheken mit ihren unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen und AkteurInnen als Orte des kritischen Lernens und gleichzeitig als Untersuchungsfeld dienen. Die Herausarbeitung kolonialer, rassistischer und sexistischer Diskurse bietet die Grundlage für eine Spurensuche im Lernumfeld Wissensvermittlung und -aufbereitung.
Dazu erarbeiten wir uns in gemeinsamen Diskussionen von Schlüsseltexten theoretische Zugänge zu Rassismus und postkoloniale Theorien. Die Beispiele wissenschaftlicher Bibliotheken, die für die individuellen Themenstellungen ausgewählt werden, können an unterschiedlichen Institutionen wie Universitäten oder Museen angesiedelt sein, die Repräsentationen des „Anderen“ aufweisen. Neben dem Aufspüren dominierender Diskurse geht es auch um die Reflexion ihrer Wirkmächtigkeit und ihres Einflusses, den sie auf die Rezeption von Wissen haben.
Ziel ist das Üben einer kritischen Betrachtung von Wissensproduktionen. Anhand von konkreten Diskursbeispielen werden Ausschlussmechanismen und Differenzbildungen analysiert, die zum Tragen kommen. In diesem Semester gilt es um die Analyse konkreter Beispiele in Bibliotheksbeständen. In weiterer Folge (und Utopien) gemeinsam zu erörtern, wie Ordnungsmechanismen von Machtdiskursen durchbrochen werden können und epistemische Gewalt in öffentlichen Einrichtungen thematisiert werden kann.
Studierende erhalten zu Beginn des Seminars Rechercheaufträge in ausgewählten Bibliotheken und wählen aus einer Liste von Fallbeispielen aus, die sie in Kleingruppen bearbeiten. Für die individuelle Erarbeitung der Themenstellung und Bearbeitung der Fallbeispiele stehen qualitative sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungsmethoden im Vordergrund, ergänzt durch gemeinsame Diskussionen von Schlüsseltexten, Exkursionen in Museen und Bibliotheken sowie dem Austausch mit antirassistischen Projekten und wissenschaftlichen Vorträgen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Lesen von im Seminar definierter Pflichtliteratur
- Durchgehende und regelmäßige Anwesenheit
- Bearbeiten der Rechercheaufträge
- Mündliche Präsentation des eigenen Themenkonzepts (inklusive Handout)
- Aktive Teilnahme an Diskussionen und Präsentationen
- Schriftliche Seminararbeit (15-20 Seiten, Times New Roman 12 oder 11, Zeilenabstand 1,5), spätestens abzugeben am 31.3.2021

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Texte zur Pflichtlektüre und weiterführende Literaturhinweise werden zu Beginn der Lehrveranstaltung über Moodle zur Verfügung gestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

SAL.SE.1, SAL.SE.2, SAS.SE.1, SAS.SE.2, SAG.SE.1, SAG.SE.2

Letzte Änderung: Mo 05.10.2020 14:29