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160009 SE Arnold Schoenberg - American Composer (2019S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 08.03. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 15.03. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 22.03. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 29.03. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 05.04. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 12.04. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 03.05. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 10.05. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 17.05. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 24.05. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 31.05. 10:45 - 12:15 Seminarraum 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-EG-01
Freitag 07.06. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 14.06. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 21.06. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Freitag 28.06. 10:45 - 12:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Arnold Schönbergs Eltern waren Juden aus Ungarn bzw. Tschechien, er selbst wurde in Wien (Leopoldsstadt) geboren; mit seiner Berufung zum Professor für Komposition an die Preußische Akademie der Künste 1925 erwarb er die Preußische Staatsbürgerschaft, die ihm von den Nationalsozialisten wieder entzogen wurde; 1933 emigrierte in die USA und wurde 1941 amerikanischer Staatsbürger – war er nun Ungar, Tscheche, Österreicher, Preuße oder Amerikaner? Die sich aufdrängende Frage ist vermutlich falsch gestellt, zumal Staatsbürgerschaft ein rechtliches Verhältnis, Identität aber eine komplexe Gemengelage aus biografischen, politischen, kulturellen etc. Zugehörigkeiten ist. Im Rahmen dieses Seminars werden die letzten 18 Jahre aus Schönbergs Leben gesondert betrachtet, also die amerikanische Phase, in der Schönberg oder Schoenberg (wie er sich selbst dann schrieb) zunächst als „Austrian composer in America“, dann als „American Composer with Austian-Hungarian heritage“ (so lauten gängige, die Komplexität von Identität reduzierende, lexikalische Bestimmungen) überwiegend in Kalifornien wirkte.
Das Seminar hat gleichermaßen analytische wie kulturgeschichtliche Themen zum Inhalt: Analytisch wollen wir uns dem „Spätwerk“ widmen – möglichst ohne es zu mythifizieren: einige der Stücke, die nach 1933 entstanden oder fertig gestellt wurden wie das Concerto for Violin and Orchestra op. 36, das Fourth String Quartet op. 37, Chamber Symphony no. 2 op. 38, Kol nidre op. 39, „Ode to Napoleon Buonaparte“ op. 41, Concerto for Piano and Orchestra op. 42, String Trio op. 45, „A Survivor from Warsaw“ op. 46. Von Interesse sind hierbei Schönbergs Weiterentwicklung der Reihentechnik und seine Re-Integration tonaler Elemente in ein a-tonikales Komponieren. Auch wollen wir einen analytischen Blick auf die Rezeption des Schönbergschen Reihendenkens im amerikanischen „Serialism“ (Milton Babbitt) und auf seine Rolle bei der Entwicklung der Analyse atonaler Musik nach der Pitch-Class Set Theory (Allan Forte u.a.) werfen. Wir werden aber auch die Problemkreise der Emigration und des Exils, Schönbergs Integration in die amerikanische Musikkultur, seine Lehrtätigkeit an amerikanischen Hochschulen, sein Musikdenkens in dieser Zeit und seine Rezeption in nicht-seriellen Zirkeln (John Cage, Morton Feldman, John Adams etc.) behandeln. Insgesamt soll es weniger darum gehen, die Geschichte von Schönbergs letzten Jahren als die eines isolierten, unglücklichen und erfolglosen Statthalter der europäischen Hochkultur in den USA zu erzählen, als vielmehr zu zeigen, was dieses lange Zeit vermittelte einseitige Bild verdeckt hat: einen politisch und kulturell höchst engagierten, respektierten, erfolg- und einflussreichen, zu einem hohem Grad akkulturierten Komponisten, der zu einer festen Bezugsgröße amerikanischer Musikgeschichte im gesamten 20. Jahrhundert werden sollte.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Referat und Seminar

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme, Übernahme eines Referats, Anfertigen einer Seminararbeit

Prüfungsstoff

Inhalte des Seminars

Literatur

Arnold Schoenberg in America. Bericht zum Symposium 2001, Journal of the Arnold Schönberg Center 4/2002
Michael Schuijer, Analyzing Atonal Music, Pitch-Class Set and Its Contexts, Rochester 2008
Sabine Feisst: Schoenberg‘s New World, Oxford / New York 2011

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA (2011): B10, B13, B17, B18
MA: M01, M03, M05, M07, M14, M15

Letzte Änderung: Do 24.10.2019 13:28