Universität Wien

160016 SE Klangwelten am Hof Kaiser Maximilians I. (2025S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Donnerstag 27.02. 18:00 - 20:00 Digital
  • Mittwoch 05.03. 18:30 - 20:00 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Mittwoch 19.03. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Mittwoch 02.04. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Samstag 05.04. 10:00 - 13:00 Hörsaal 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-09
  • Mittwoch 07.05. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Mittwoch 28.05. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Mittwoch 18.06. 16:45 - 20:00 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Herrscher müssen – heute wie zu früheren Zeiten – ihre Autorität mit allen möglichen Mitteln darstellen und legitimieren. Kaiser Maximilian I. (1459–1519) reiste daher regelmäßig durch seine Territorien und demonstrierte den Bewohner*innen die Stärke und das Charisma seiner Persönlichkeit durch sein kriegerisches Auftreten, durch seinen Appell an die alten Ideale des Rittertums, durch den geschickten Einsatz von Bildern in Farbe, Stein und Druck, durch literarische Propaganda und durch die Musik.
Er inszenierte sich gerne als Förderer von Musik. Holzschnitte in seiner Autobiographie Der Weisskunig und im über 100 Meter langen Triumphzug mit mehreren Musikwägen geben davon ein beredtes Zeugnis. Fragt man aber danach, welchem Klangspektrum damalige Zeitgenossen im Umkreis seines Hofes in der Tat begegneten, ist die Antwort gar nicht so leicht: Am ehesten kennt man heute noch die mehrstimmigen Werke seines Hofkomponisten Heinrich Isaac, darunter das berühmte Lied „Innsbruck ich muss Dich lassen“, sowie Motetten und Ordinariums- und Proprienvertonungen. Diese Kompositionen wurden von den professionellen Sängern der Hofkapelle, begleitet von einzelnen Instrumenten, zu wichtigen staatstragenden Ereignissen wie auch in der Kammer vorgetragen.
Im Seminar werden wir zudem danach fragen, welche weiteren Musikpraktiken bei bestimmten Situationen am Hof gängig waren: etwa bei den prächtigen höfischen Festen und Turnieren, beim Tanz, bei Herrschereinzügen in den verschiedenen Städten des Reichs. Welche Funktion hatten die Trompeten im Krieg? Wie inszenierte man musikalisch neu gekürte Heilige – wie etwa den Heiligen Leopold? Wie sah die eher private Musikpraxis in der Kammer aus? Welche Rollen spielten die Frauen am Hof beim Musizieren, allen voran Maximilians zwei Ehefrauen Maria von Burgund (1457–1482) und Bianca Maria Sforza von Mailand (1472–1510)? Wer waren die unterschiedlichen Musiker an Maximilians Hof und woher kamen sie? Wie sah ihr Alltag aus? Diesen und ähnlichen Fragen werden wir anhand von Sekundärliteratur, musikalischen und archivalischen Quellen nachgehen und auf diese Weise einen vertieften Eindruck von der Klangwelt am Hof des „letzten Ritters“ gewinnen, an dem Musik ein mächtiges Kommunikationsmittel war.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Häusliche Lektüre und Vorbereitung, aktive Teilnahme im Seminar, Referat und Seminararbeit.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Abgabe einer Seminararbeit ist für eine positive Beurteilung unabdingbar.

Prüfungsstoff

Literatur

Literatur wird in der LV bekannt gegeben. Zum Einlesen eignet sich:
Helen Coffey. „Musical Life at the Innsbruck Court of Maximilian I.“, in: Musikleben des Spätmittelalters in der Region Österreich, https://musical-life.net/node/3697
Martin Kirnbauer. "Instrumentalkünstler am Hof Maximilians I.", in: Musikleben des Spätmittelalters in der Region Österreich, https://musical-life.net/essays/instrumentalkuenstler-am-hof-maximilians-i
Nicole Schwindt. „Einführung: Maximilian, homo musico-politicus“, in: Dies. (Hg.). Maximilian I. (1459–1519) und Musik Reale Präsenz vs. virtuelle Kommunikation, [Trossingen] 2021, S. 7–22.
Grantley McDonald. „The court chapel of Maximilian I“, in: Musikleben des Spätmittelalters in der Region Österreich, https://musical-life.net/node/3720 (2019).

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA: BAC
MA: E.HIA, H.HIA, S.HIA

Letzte Änderung: Fr 04.04.2025 15:26