Universität Wien

160030 SE Rituale in Bewegung: Musiken zu Prozessionen (2020S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 10.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Dienstag 17.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Dienstag 24.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Dienstag 31.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31
  • Freitag 03.04. 15:00 - 19:00 Hörsaal 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-09
  • Samstag 04.04. 10:00 - 14:00 Hörsaal 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-09
  • Freitag 12.06. 15:00 - 19:00 Hörsaal 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-09
  • Samstag 13.06. 10:00 - 14:00 Seminarraum 1 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3A-O1-31

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Am 17. Februar 1919 marschierte das 369. Infanterieregiment zu den jazzigen Märschen seiner Regimentskapelle, der afroamerikanischen Harlem Hellfighters Band, unter dem Jubel zehntausender New Yorker über die Fifth Avenue nach Harlem. Dieser Triumphzug war nicht nur das sichtbare und hörbare Zeichen des militärischen Erfolges im ersten Weltkrieg, sondern auch ein Symbol für eine neue Rolle afroamerikanischer Kultur in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten. Als ritueller Zug durch New York erschloss diese Prozession das Zentrum der Stadt als Handlungsraum einer neuen Idee von gesellschaftlicher Teilhabe der afroamerikanischen Bevölkerung. Die Musik wirkte dabei einerseits als klingender Präsenzeffekt, andererseits war sie hochgradig kulturell semantisiert: sie war klingende afroamerikanische Identität. Prozessionsrituale wie dieses stellen gleichsam eine anthropologische Konstante dar: Von der antiken Opferprozession bis zum Fastnachtsumzug, von Island bis Ozeanien dienen solche Rituale in Bewegung der religiösen wie der politisch-sozialen Erschließung von Räumen, die physisch durchschritten und klanglich gefüllt werden.
Im Zentrum dieses Seminars stehen die religiösen Prozessionen des europäischen Mittelalters, ihre theologisch-soziale Signifikanz und vor allem ihre musikalische Gestaltung mit spezifischen Gesängen, insbesondere Prozessionsantiphonen und Prozessionshymnen. Ihre Erschließung anhand von liturgischen Handschriften, Primärtexten und Sekundärliteratur widmet sich der Großteil der Arbeit im Seminar. Zudem werden ausgewählte Beispiele für Prozessionen anderer Epochen und anderer kultureller Kontexte als Vergleichsmaterial herangezogen. Ziel des Seminars ist es somit, ein kultur- und musikhistorisch fundiertes Verständnis mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Prozessionsmusiken zu erlangen, das sein Profil vor dem breiteren Hintergrund ritualtheoretisch erschlossener Prozessionen aus diversen kulturellen Kontexten gewinnt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Referat und Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

Buchinger, Harald, Hiley, David und Reichert, Sabine (Hg.): Prozessionen und Gesänge in der mittelalterlichen Stadt. Gestalt - Hermeneutik – Repräsentation, Regensburg 2017.

Hottmann, Katharina und Siegert, Christine: „Musik als kulturelle Repräsentation“, in: Feste, Opern, Prozessionen, hrsg. Von Katharina Hottmann, Hildesheim 2008, S. 13 – 26.

Stollberg-Rillinger, Barbara: Rituale, Frankfurt a.M., 2013.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA: BAC
MA: M01, M02, M03, M04, M05, M06, M07, M13, M16

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20