Universität Wien FIND

Kehren Sie für das Sommersemester 2022 nach Wien zurück. Wir planen Lehre überwiegend vor Ort, um den persönlichen Austausch zu fördern. Digitale und gemischte Lehrveranstaltungen haben wir für Sie in u:find gekennzeichnet.

Es kann COVID-19-bedingt kurzfristig zu Änderungen kommen (z.B. einzelne Termine digital). Informieren Sie sich laufend in u:find und checken Sie regelmäßig Ihre E-Mails.

Lesen Sie bitte die Informationen auf https://studieren.univie.ac.at/info.

160064 UE "Cantiones vulgo mutetas" - Motetten als Spiegel musikkultureller Entwicklungen im 16. Jahrhundert (2021W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
VOR-ORT

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 21 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 07.10. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Donnerstag 14.10. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Donnerstag 21.10. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Donnerstag 28.10. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Donnerstag 04.11. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Donnerstag 11.11. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Donnerstag 18.11. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2 Musikwissenschaft UniCampus Hof 9, 3G-EG-01
Donnerstag 25.11. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 02.12. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 09.12. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 16.12. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 13.01. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 20.01. 09:45 - 11:15 Digital
Donnerstag 27.01. 09:45 - 11:15 Digital

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Neben der Messe und dem Lied ist die Motette die zentrale Gattung im Musikleben des 16. Jahrhunderts. In ihren multiplen inhaltlichen Erscheinungsformen dienen Motetten zur Ausgestaltung von Liturgie und sind Ausdruck zeitgenössischer Frömmigkeit, sie sind Formen symbolischer Kommunikation von Herrscherhäusern und memorieren politische Ereignisse, sie erinnern an Verstorbene oder sind Zeugnisse der kompositorischen Auseinandersetzung mit dem Humanismus. Diese große funktionale Bandbreite spiegelt sich auch in der kompositorischen Faktur wider, die vom langsam verschwindenden Bauprinzip der Tenormotette, über die cantus firmus-freie Konzeption (etwa in Psalmmotetten), bis hin zu rein kanonisch gearbeiteten Werken reicht. Und schließlich erlauben die Fragen nach dem „Wer?“, „Wie?“ und „Warum?“ Einblicke in die unterschiedlichen Rezeptionsformate der Handschrift (Wer schreibt und zu welchem Zweck?) und des Druckes (Welche Unterschiede gibt es in der Publikation von Motetten in den Druckzentren wie etwa Venedig oder Nürnberg?).
Ziel der Übung ist es also, am Beispiel der Gattung Motette einen anschaulichen Überblick über die Bandbreite der internationalen Motettenproduktion im 16. Jahrhundert zu geben. Eine Einschränkung auf die erste Hälfte des Jahrhunderts erscheint sinnvoll. Die Omnipräsenz der Gattung gewährleistet dabei einen Überblick über die zentralen Komponisten der Zeit und erlaubt vergleichende Perspektiven hinsichtlich des Ortes (Hof, Kirche, Stadt), des Inhaltes, der Produktionsbedingungen und Anlässe (liturgisch, frömmigkeitsgeschichtlich, politisch) und der Reproduktionsformen.
Neben der Analyse ausgewählter Beispiele und der Auseinandersetzung mit exemplarischen Quellen und Institutionen (wie etwa Druckerwerkstätten), gewinnen die Studierenden eine Vertiefung der bereits vorhandenen Grundkenntnisse mit den Notationskonventionen der Zeit und werden für den Inhalt, die Zusammensetzung und das „Programm“, mithin also die Herausbildung eines Werkkanons der Zeit sensibilisiert.
Den Abschluss der Übung sollte – je nach Entwicklung der Pandemie – ein Besuch in der Musiksammlung der ÖNB bilden.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aktive Beteiligung an der Lehrveranstaltung, Regelmäßige Aufgaben (z.T. in Gruppenarbeit) mit Kurzpräsentationen und Verschriftlichung der vorgestellten Recherchen

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Kenntnisse der Mensuralnotation sind wünschenswert.

Prüfungsstoff

Literatur

Dunning, Albert, Die Staatsmotette, 1480–1555, Utrecht 1969.
Rainer Birkendorf, Der Codex Pernner: Quellenkundliche Studien zu einer Musikhandschrift des frühen 16. Jahrhunderts (Regensburg, Bischöfliche Zentralbibliothek, Sammlung Proske, Ms. C 120), 3 Bde., Augsburg 1994 (Collectanea musicologica 6).
Bonnie J. Blackburn, „For Whom do the Singers Sing?“, Early Music 25 (1997), S. 593–609.
Royston Robert Gustavson, „Hans Ott, Hieronymus Formschneider, and the ‚Novum et insigne opus musicum‘ (Nürnberg, 1537–1538)“, 2 Bde., Ph.D. diss., University of Melbourne, 1998.
Jennifer Thomas, „The Core Motet Repertory of 16th-Century Europe: A View of Renaissance Musical Culture“, in Essays on Music and Culture in Honor of Herbert Kellman, hrsg. von Barbara Haggh, Paris 2001, S. 335–76.
Thomas Schmidt-Beste (Hrsg.), On the Relationship of Imitation and Text Treatment? The Motet around 1500, Turnhout 2012.
Fabrice Fitch, Renaissance Polyphony, Cambridge 2020.
Verzeichnis deutscher Musikfrühdrucke: http://vdm16.sbg.ac.at

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA: HIS-V1, FRE
MA: M01, M02, M04, M05, M06, M12, M14

Letzte Änderung: Fr 07.01.2022 19:09