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160101 UE+EX Musik auf den Missionsstationen der Herrenhuter Brüdergemeinde (2011W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

4 Blocktermine:

- Mi, 05.10.2011, 14.15-16.15 Uhr
- Mi, 19.10.2011, 14.15-16.15 Uhr
- Mi, 11.01.2012, 14.15-16.15 Uhr
- Mi, 18.01.2012, 14.15-16.15 Uhr

Ort: HS. 2 d. Inst. f. Musikwissenschaft UniCampus Hof 9 3G-EG-01

Exkursion nach Herrnhut: Sa, 26.11.2011 - Do, 01.12.2011

Teilnehmerbeschränkung: max. 20 Teilnehmer

Details

max. 20 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Beschreibung der Lehrveranstaltung:

Eine der interessantesten Forschungsgebiete der letzten Jahre ist die Erforschung andersartiger Kulturen im 18., 19., und 20. Jahrhundert. (Siehe z.B. Richard Price, Alabi’s World und Vanessa Agnew, Enlightenment Orpheus: The Power of Music in Other Worlds, die beide mehrere Preise gewonnen haben.) Die Untersuchungen der vielfältigen Beschreibungen, Erinnerungen, und vor allem Briefe von Missionaren können einen weiteren Beitrag zu diesem Gebiet leisten.

Die Herrnhuter Brüdergemeinde hat eine der reichsten und interessantesten musikalischen Traditionen der evangelischen Kirchenmusik. Mitglieder der Kirche trafen sich mehrmals am Tag, um Choräle zu singen und durch ständig neue Kombinationen von verschiedenen Choralzeilen zu improvisieren. Es gab tausende von Chorälen für jeden denkbaren Anlass.

Eines der Hauptziele der Herrnhuter war Leute auf der ganzen Welt zum Glauben zu bekehren. Sie schickten bereits in den 1720er Jahren Missionare auf die karibischen Inseln, nach Surinam, und Grönland. Später dann nach Südafrika, Labrador, Himalaya, und Tansania. Die Missionare mussten sich selbst ernähren und wurde von der Missionsleitung dazu angehalten, aufs Bescheidenste mit der einheimischen Bevölkerung zu leben. So lebten die Missionare in den karibischen Inseln mit den Sklaven. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Herrnhuter Missionare in Sprachstudien unterwiesen, u. a. von Wilhelm von Humboldt, der ihnen vor ihrer Abfahrt erklärte, wie man Grammatiken anfertigte, und der ohne diese seine Sprachstudien wohl nicht hätte vollenden können. Das gleiche trifft auf den Afrikanisten Carl Meinhof zu.

In Herrnhut (östlich von Dresden) befindet sich das Hauptarchiv der Herrnhuter Brüdergemeinde. Die Missionare mussten in der Regel einmal im Monat an den Missionsdirektor schreiben. Der größte Teil der Korrespondenz befindet sich hier und ist bis heute nur wenig erforscht.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Folgende Fragen sollen beantwortet werden:
1. Wie beschreiben die Missionare die Musik der einheimischen Bevölkerung?
2. Welche Herrnhuter Choräle werden übertragen? Wie werden sie dabei verändert? (Es gibt z.B. auch mehrere alte Langspielplatten, sowohl im Archiv in Herrnhut als auch in Wien). Wie schnell werden Choralbücher in den einheimischen Sprachen veröffentlicht? Werden die Melodien der Choräle notiert?
3. Welche neue Choräle werden eingeführt, und wie unterscheiden sie sich von denen in Herrnhut?
4. Wird die Herrnhuter Tradition der Singstunde erhalten? Und welche Rolle spielt die Improvisation hier?
5. Wir wissen, dass die Inuit in Grönland mit Begeisterung klassische Musik des 18. Jahrhunderts spielten und aufführten. Gab es in anderen Missionsstationen ähnliche Traditionen? Lernte die einheimische Bevölkerung Lesen und Schreiben, und welche Rolle spielte die musikalische Notation in der Musikausübung?

Prüfungsstoff

Nach einigen einleitenden Vorlesungen wollen wir das Archiv für eine Woche besuchen und die Briefe der Missionare lesen. Wir wollen versuchen, folgende Fragen zu beantworten:
1. Wie beschreiben die Missionare die Musik der einheimischen Bevölkerung?
2. Welche Herrnhuter Choräle werden übertragen? Wie werden sie dabei verändert? (Es gibt z.B. auch mehrere alte Langspielplatten, sowohl im Archiv in Herrnhut als auch in Wien). Wie schnell werden Choralbücher in den einheimischen Sprachen veröffentlicht? Werden die Melodien der Choräle notiert?
3. Welche neue Choräle werden eingeführt, und wie unterscheiden sie sich von denen in Herrnhut?
4. Wird die Herrnhuter Tradition der Singstunde erhalten? Und welche Rolle spielt die Improvisation hier?
5. Wir wissen, dass die Inuit in Grönland mit Begeisterung klassische Musik des 18. Jahrhunderts spielten und aufführten. Gab es in anderen Missionsstationen ähnliche Traditionen? Lernte die einheimische Bevölkerung Lesen und Schreiben, und welche Rolle spielte die musikalische Notation in der Musikausübung?

Anschließend werden wir die Briefe zusammen auswerten und analysieren.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

B10, B11, B15, B16, B20; M01, M02, M03, M04, M05, M07, M08, M12, M13, M17; § 12 (1, 2, 7)

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:52