Universität Wien

170011 VO Chinesisches Theater. Spektakel, Propaganda und dramatische Sinnsuche (2013S)

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Donnerstag 07.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 14.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 21.03. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 11.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 18.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 25.04. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 02.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 16.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 23.05. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 06.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 13.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 20.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7
  • Donnerstag 27.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 33 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 7

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Anfangs wird ein Überblick geboten über die Vorformen des Chinesischen Theaters im schamanistischen Bereich, im Mythos, in der Folklore und in Hofnarrenkreisen an den Höfen. Den ersten Höhepunkt bilden die Spektakel-Großveranstaltungen der Han-Zeit vor 2000 Jahren. Deren Nachahmungsversuche sowie einfache komische Einlagen und später das Bühnenpuppenspiel machten bis ins 9. Jhd. alles Theatrale aus. Dann entstehen dramatische Textgrundlagen, die bis ins 13. Jhd. für eine Blütezeit des Literatentheaters stehen. Inhaltliche Raffinessen, textliche und musikalische Formvollendung sowie ein hohes Niveau an Schauspielkunst, Bühnenwaffenkampf und Akrobatik zeichnen bestimmte lokale Stile aus, die sog. Pekingoper entsteht im 19. Jhd. als höchst erfolgreiche Vermischung aus landesweit erprobten Vorlagen. Doch zu Beginn des 20. Jhd. empfinden fortschrittlich denkende Zeitgenossen die Gesellschaft und ihre theatralen Praktiken als erstarrt, sie sehen das Schauspiel von Europa und Amerika als weitaus besseres Diskussionsforum für die Probleme einer Gesellschaft im Wandel. Eine intensive bürgerliche Reflexion durch Theater wird in den 30er Jahren abgelöst von der Verpflichtung des Theaters als Propaganda, für die Nationalisten wie auch für die Kommunisten. Die siegreiche Linke baut nach ihrer Machtübernahme, 1949, das Sprechtheater zur sozialistisch-realistischen Pflichtübung aus und verpflichtet sich der Pflege des weiterhin sehr beliebten traditionellen Musiktheaters. Immens sind die Zerstörungen der sog. Großen Proletarischen Kulturrevolution, deren Theaterpraxis aus einer Hand voll Modellstücken mit extremen revolutionären Inhalten besteht. Der theatrale Neubeginn ab 1976 steht im Zeichen von Öffnung und Reform. Ab den 80er Jahren beginnt sich das Schauspiel aus der Verpflichtung als Propagandainstrument zu befreien, der bekannteste Dramatiker in diesem Zusammenhang ist der Literatur-Nobelpreisträger von 2000, Gao Xingjian. Das Gegenwartstheater zeichnet sich durch phantasievolle Experimente quer durch alle Stile, intellektuellen Anspruch wie auch durch extreme Kommerzialisierungsversuche aus. Insgesamt muss es verstärkt um ein Publikum kämpfen und den Beweis antreten, bedeutsam zu sein.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Klausur

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das traditionelle Gesang-Tanz-Sprech-Akrobatik-Theater, mit seinen kuriosen Handlungen und lyrischen Höhenflügen unterscheidet sich doch sehr stark von den Theatervorstellungen hierzulande. Die Studierenden sollen diese vollkommen fremde Theaterästhetik aufnehmen, ihre Charakteristika bestimmen und Texte wie Aufführungen analysieren lernen. Der Bezug zu Geschichte und Gesellschaft wird ständig betont, besonders im 20. Jhd., mit der Einführung des westlichen Schauspiels und seiner Verwendung als übermächtige Propaganda, lässt sich sehr viel aus der Beziehung zwischen Kunstform und kontrollierender Staatsmacht erkennen. Die Neuorientierung des Theaters in den letzten drei Dekaden bietet einige bemerkenswerte Stücke und Produktionen zur Vertiefung an.

Prüfungsstoff

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

gilt für I.2.1. und II.1.1.

Letzte Änderung: Do 16.01.2025 00:13