Universität Wien FIND

170226 VO Stoffwechsel. Dokumentarisches Arbeiten (2008W)

poetische Wirklichkeit und die Wirklichkeit der Kino-Erfahrung.

Die LV findet im Österreichischen Filmmuseum statt. Blocktermine: Mo 1.12.08 13-16 Uhr; Mi 3.12., Do 4.12. und Fr 5.12. jeweils von 10:30-16:30 Uhr;
Da die LV im Österreichischen Filmmuseum stattfindet, ist die Teilnehmerzahl auf 165 TeilnehmerInnen beschränkt.
Persönliche Anmeldung ab Mo, 13.10.08 im Büro des Filmmuseums, Augustinerstr. 1, 1010 Wien (Bürozeiten Mo-Do 10-18 Uhr, Fr 10-13 Uhr).
Bei Anmeldung ist ein Unkostenbeitrag von EUR 29.- zu entrichten.

Details

Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Der britische Filmemacher John Grierson formulierte Ende der 1920er Jahre eine noch heute gültige Definition des Dokumentarfilms: "The creative treatment of actuality". Damit setzte sich der "poetische" Dokumentarfilm vom Aktualitätenfilm ab, jenem "Kino der Wirklichkeit", das von 1909 an die Leinwände dominierte. Der dokumentarische Film transformiert die vorgefunde Wirklichkeit auf zweierlei Art: die vom automatischen Auge der Kamera fixierten Ausschnitte der Wirklichkeit verketten sich in der Montage zu einer filmischen Realität, welche sich in der Rezeption erneut wandelt: vorfilmische Wirklichkeit-poetische Wirklichkeit-Wirklichkeit der Kinoerfahrung.
Die Lehrveranstaltung stellt historische und gegenwärtige Konzepte dokumentarischen Arbeitens vor - von der Aktualität über die sowjetische und britische Schule der 1920er Jahre zum "Erfahrungsbruch" des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust, sowie der Neuerfindung des Dokumentarischen im Direct Cinema, dem anthropologischen Film und dem experimentellen Film. Die Filme - unter anderem von Dziga Vertov, Robert Flaherty, Alfred Hitchcock, Laszlo Moholy-Nagy, Walter Ruttmann, Robert Gardner, Rithy Panh und Nikolaus Geyerhalter - werden überwiegend in voller Länge gezeigt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Veranstaltung geht von zwei Prämissen aus:
1. dass eine Auseinandersetzung mit dem "Kino der Wirklichkeit", welches die poetologischen Verfahren des Kinos außer Acht lässt sinnlos ist, und dass
2. die konkrete Anschauung, die Erfahrung von Filmen im Kino zentraler Ausgangspunkt jedes Verständnisses des Mediums ist. Das Filmmuseum bietet dafür den adäquaten Ort und das Anschauungsmaterial aus der eigenen Sammlung.

Prüfungsstoff

Die LV schlägt eine Brücke zwischen der Anschauung, der Auseinandersetzung mit Film in der Kino-Erfahrung und der Diskussion der Filme unter besonderer Berücksichtigung ihrer poetologischen Verfahren. Abgeschlossen kann die LV mit Gruppenarbeiten werden, die sich mit den vorgestellten Filmen und Konzepten auseinandersetzen.

Literatur

Eva Hohenberger, Bilder des Wirklichen, Berlin 2000
Eva Hohenberger, Judith Keilbach (Hg.) : Die Gegenwart der Vergangenheit, Berlin 2003
Bill Nichols: Introduction to Documentary, Bloomington 2001
sowie Texte von u.a. John Grierson, Dziga Vertov, Hartmut Bitomsky (wird noch bekannt gegeben)

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

I.4., II.4.

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:52