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170400 VO Erregung erzählen (2021W)

Perspektive, Empathie und Geschlecht in Film, Medien und Kunst

VOR-ORT

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Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 20.10. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 03.11. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 10.11. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 17.11. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 24.11. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 01.12. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 15.12. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 12.01. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 19.01. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C
Mittwoch 26.01. 11:30 - 13:00 Audimax, alte WU, Augasse 2-6 OG01 Kern C

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Vorlesung stellt das Konzept des Empathisierens in den Mittelpunkt. Als Gegenentwurf zur Identifikation wurde das Empathisieren als Vorgang der Zuschauer_innen/Rezipient_innen entwickelt, sich mit dem medialen Vermittlungsangebot auseinanderzusetzen, sich in die filmischen, medialen, künstlerischen Erzählungen hineinzuversetzen. (Wulff 2003) Entscheidend für den Vorgang ist die Art und Weise wie die Erzählung – wir stellen hier auf einen weit gefassten Erzählbegriff ab – perspektiviert ist. Denn der Winkel aus dem Figuren und ihre Handlungsweisen präsentiert werden entscheidet darüber, wie sich die Zuschauer_innen in die Lage der Handelnden, in die Situation, ja in die gesamte Erzählung hineinversetzen können. Perspektivierung wird über Blickachsen, über Kameraperspektiven und Schnittkonventionen (Schweinitz 2006, 2007), aber auch über mediale Vermittlungspraktiken, Medienanordnungen über künstlerische Settings, Rahmungen und Produktionsweisen hergestellt. Die Vielfältigkeit der Perspektivierungen bietet die Grundlage für das breite Spektrum dessen, was als Empathisierung theoretisiert werden kann. In der Vorlesung wird dieses Spektrum über zahlreiche mediale Angebote aufgespannt wobei die Rolle von Geschlecht stets besonders hervorzuheben ist: Welche genrebedingten Erzählkonventionen werden durch eine Vergeschlechtlichung der Perspektivierung konstituiert? Welche Rolle spielt gender und (sexuelle) Orientierung am Anfang („piloting“) und am Ende einer seriellen Erzählung? Wie können wir von narrativen Konstruktionen an der Schnittstelle von dokumentarischem und fiktionalen Medienangeboten sprechen? Welche Spezifika für die Erzählperspektive und das Empathisieren bietet die bildende Kunst und die künstlerische Forschung.

Themen:
1. Einführung, Einleitung
2. Sexuelle Erregung muss erzählt werden
3. Erregung affirmativ dekonstruieren: Post-Porn und Sexpositivismus
4. Erregung am Anfang und am Ende der Serie. Empathisieren im Cinematic Television
5. Empathisieren mit Outings in Fernsehformaten (Serie, Reality-Serie, Fernsehshow, Talenteshow)
6. Empathie mit dem Tod. New Queer Cinema und AIDS (Gregg Araki, Susan Sontag)
7. Empathisieren mit nicht-menschlichen Tieren. Anna Jermolaewas Videoarbeiten, King Kong (Peter Jackson)
8. Gay Pride, Queer Shame. Empathie und Affekt in der Gedenkmedialisierung (Carola Dertnig, Jakob Lena Knebl)
9. Performative Fotografie, Filmperformance. Katrina Daschner, Julia Fuchs
10. Trost 2.0. Igor Levits Remediatisierung des Hauskonzerts während Covid19
11. Zusammenfassung

Die Vorlesung wird in einer Mischform aus Vortragsformat und flipped classroom angeboten, dh. für manche Einheiten wird das Vortragsinput vorab digital bereitgestellt und die wöchentliche Vorlesungseinheit wird als Kolloquium/ interaktives Diskussionsformat realisiert; andere Einheiten folgen dem traditionellen Vortrags-Schema der Vorlesung. Je nach Anzahl der Teilnehmenden findet die VL in Präsenz bzw. Hybridform statt, das heisst die Präsenzeinheiten werden - so die Verordnungen dies fordern - per u:stream übertragen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Vorlesung wird mit einer schriftlichen Prüfung (take-home-essay) abgeschlossen, für den 48 Stunden Zeit veranschlagt werden. Prüfungsanmeldung über Gruppenanmeldung in Moodle.Prüfungstermine (Start der 48 Stunden-Frist jeweils um 12:00 Uhr des angegebenen Datums):

27.1.2022
8.2.2022
3.5.2022
21.6.2022

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- Kenntnis der in der Vorlesung behandelten Einzelthemen (Theorietexte, Filmbeispiele, Argumentationszusammenhänge)
Beurteilungskriterien:
- Genauigkeit im Umgang mit Begriffen (Textkenntnis), Anwendungsleistung (Transferkompetenz), Argumentationsleistung (Reflexionskompetenz)

26 - 30 Punkte: Sehr Gut, 23 - 25 Punkte: Gut, 20 - 22 Punkte: Befriedigend, 17 - 19 Punkte: Genügend, 0 - 16 Punkte: Nicht Genügend

Prüfungsstoff

Der Prüfungsstoff umfasst alle Vorträge der Vorlesung sowie die auf Moodle bereit gestellten Filme und Theorietexte.

Literatur

(Auswahl; Spezifische Texte mit Prüfungsrelevanz werden auf Moodle zur Verfügung gestellt)

Ahmed, S. (2004). The cultural politics of emotion. New York, Routledge.
Ahmed, S. (2006). Queer Phenomenology : : Orientations, Objects, Others. Durham :, Duke University Press.
Bordwell, D. (1985). Narration in the fiction film. Madison, Wis., University of Wisconsin Press.
Bordwell, D. and N. Carroll, Eds. (1996). Post-Theory. Reconstructing Film Studies. Madison, University of Wisconsin Press.
Braidt, A. B. (2008a). Film-Genus. Gender und Genre in der Filmwahrnehmung. Marburg, Schüren.
Braidt, A. B. (2009a). "Erregung Erzählen. Narratologische Anmerkungen zum Porno." Montage / AV 18(2): 31-54.
Braidt, A. B. (2009f). "This is the way we live...and love." zur Konstruktion von Liebesverhältnissen in der seriellen Erzählung von "The L-Word". Love me or leave me. Liebeskonstrukte in der Populärkultur. D. Guth and H. Hammer. Frankfurt, New York, Campus: 89-106.
Braidt, A. B. (2010). Sex-Positivismus, Postpornographie, Kontra-Sexualität. Feministische Konzepte von Sexualität seit 1980. . Frauen und Männer – Die fiktive Doppelmasse? J. Patillo-Hess and S. MS. Wien.
Braidt, A. B. and P. Vonderau, Eds. (2009c). Porno. Montage AV, 18,2.
Halperin, D. M. and V. Traub (2009). Gay shame. Chicago, University of Chicago Press.
Hediger, V. (2002). Des einen Fetisch ist des anderen Cue. Kognitive und psychoanalytische Filmtheorie. Lehren aus einem verpassten Rendez-vous. Film und Psychologie - nach der kognitiven Phase? J. Sellmer and H. J. Wulff. Marburg, Schüren: 41-58.
Huber, M. (2013). Queering Gay Pride. Zwischen Assimilation und Widerstand. Wien, Zaglossus.
Preciado, P. B. (2020). Ein Apartment auf dem Uranus : Chroniken eines Übergangs. Berlin, Suhrkamp.
Schweinitz, J. and M. Tröhler, Eds. (2006). Montage AV. Figur und Perspective (1). Marburg, Schüren.
Schweinitz, J. and M. Tröhler, Eds. (2007). Montage AV. Figur und Perspective (2). Marburg, Schüren.
Sedgwick, E. K. (2009). Shame, Theatricality, and Queer Performativity. Henry James's The Art of the Novel. Gay Shame. D. M. Halperin and V. Traub. Chicago, London, University of Chicago Press: 49-62.
Sedgwick, E. K., A. Frank and I. E. Alexander (1995). Shame and its sisters : a Silvan Tomkins reader. Durham, Duke University Press.
Stüttgen, T. (2006). "Zehn Fragmente zu einer Kartografie postpornografischer Politiken." Texte zur Kunst(64): 58-65.
Stüttgen, T. (2009). Post/Porn/Politics. Berlin, b books.
Tomkins, S. (1995). What are affects? Shame and its sisters. A Silvan Tomkins Readers. E. K. Sedgwick and A. Frank. Durham, London, Duke Univ. Press: 33-74.
Williams, L. (1999). Hard Core. Power, Pleasure, and the "Frenzy of the Visible". Berkeley, Los Angeles, London, University of California Press.
Wulff, H.-J. (2003). "Empathie als Dimension des Filmverstehens. Ein Thesenpapier." Montage / AV 12(1): 136-161.
Wulff, H. J. (2002). Das empathische Feld. Film und Psychologie - nach der kognitiven Phase? J. Sellmer and H. J. Wulff. Marburg, Schüren: 109-121.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 18.10.2021 11:48