Universität Wien FIND

170500 UE Hass - Trauer - Scham (2018S)

Medien & Theorien negativer Affekte

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Anmeldung: Die selbstständige Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend. Eine nachträgliche Anmeldung ist nicht möglich. Die Anmeldezeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit: Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung. Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Weitere Infos zum Studium finden Sie unter https://spl-tfm.univie.ac.at/

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die Lehrveranstaltung findet als Blockveranstaltung statt!
Fehlzeiten von maximal zwei thematischen Lehrveranstaltungseinheiten sind schadlos ohne Entschuldigung möglich. Bei darüber hinausgehenden Fehlzeiten kann die Lehrveranstaltung nur noch nach Vorlage eines ärztlichen Attests positiv absolviert werden.
Die Veranstaltungsinhalte (Seminarplan, Textlektüren, ...) werden im Anschluss an die Vorbereitungssitzung im April über Moodle zur Verfügung gestellt.

Freitag 13.04. 15:00 - 18:15 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Samstag 09.06. 08:00 - 14:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sonntag 10.06. 08:00 - 14:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Samstag 16.06. 08:00 - 14:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sonntag 17.06. 08:00 - 14:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Sogenannte schlechte Gefühle und Emotionen wie Scham, Hass, Schmerz und Leid, mithin negative Affekte scheinen zu akuten und virulenten Phänomenen der Gegenwart geworden zu sein. Nicht nur bestimmen sie das persönliche Leben vieler Menschen, sie tragen auch aufgrund geopolitischer Ereignisse, in denen sie hervorgerufen werden und erscheinen, zu gesellschaftlichen Debatten und Entscheidungen in zahlreichen Bereichen bei. Weiterhin prägen sie mediale Bilder und Narrative im Alltag, die auf verschiedenen Kanälen zirkulieren und auf vielfältiger Weise rezipiert werden: Fast täglich erscheinen Magazine und Zeitungen mit Bildern und Darstellungen leidender, von Gewalt, Terror und Trauer affizierter Menschen auf den Titelblättern und in den Heftseiten. Aber auch in den audiovisuellen Medien, d.h. in Spiel- und Dokumentarfilmen, im Fernsehen und auf den sozialen Videoplattformen des Web 2.0 sind es immer wieder vergleichbare Aufnahmen negativ affizierter Menschen, die in großen Mengen erscheinen und zu viralen Ereignissen werden. Gerade hierbei stellen sich einige wichtige Frage: Gibt es qualitativ verschiedene Stufen negativer Affekte und ihrer medialen Repräsentation? Ist das Leid eines jeden Menschen medial gleich viel wert oder gibt es Prozesse der Differenzierung und/oder Wertung? Führt womöglich der Effekt der Echo Chambers in den sozialen Medien zu einem (erneuten) unbewussten Vergessen von Leid, das nicht Teil unserer westlichen Kultur ist?
Im Seminar wollen wir uns dem Themen- und Problemkomplex auf verschiedene Weisen annähern. Zum einen werden unterschiedliche theoretische Ansätze erarbeitet, die sich mit Leid, Scham, Trauer usw. nicht nur als affektiven Phänomen beschäftigen, sondern sie auch in mediale Kontexte einordnen. Überlegungen von Lauren Berlant, Judith Butler, Roland Barthes, Eve Kosofsky Sedgwick und Susan Sontag stehen im Fokus unseres diskursiven Zugangs zum Thema. In einem zweiten Schritt steht die konkrete Auseinandersetzung mit sowohl historischen wie auch gegenwärtigen Medienbeispielen und -artefakten im Vordergrund. Was bringt das einzelne Artefakt jeweils konkret zum Ausdruck? Wie sehen medienspezifische Konstruktionsverfahren aus und welche kulturellen als auch medialen Referenzen werden in diesen aufgerufen? Nicht zuletzt dabei stellt sich die Frage nach den politischen Dimensionen medialer Darstellungen negativer Affekte, welche oftmals das Resultat politischer Ereignisse sind.

Die Studierenden können nach erfolgreichem Abschluss des Seminars
- unterschiedliche Theorien und Überlegungen zu Affekten und Leid benennen,
- die Theorien verschiedenen wissenschaftlichen, kulturellen und historischen Kontexten zuweisen,
- die Spezifika medialer Darstellungen negativer Affekte erkennen und beschreiben,
- die theoretischen und praktischen Analysen miteinander verknüpfen,
- das erlernte Wissen in die eigene Gestaltung einer Seminarsitzung überführen und anwenden.

Das Seminar wird als Blockveranstaltung abgehalten.
Es findet eine Vorbereitungssitzung im April statt, in der die Sitzungsinhalte und Leistungsanforderungen vorgestellt und nachfolgende Aufgaben verteilt.
Bis zum Blocktermin findet eine Phase des Selbststudiums statt. Die Studierenden bereiten die Texte und Medienbeispiele wie im Seminarplan angegeben vor.
Während des Blocktermins werden die einzelnen Sitzungen vom Dozierenden und studentischen "Expertengruppen" geleitet. Die Expertengruppen überlegen sich unter Vorlage eines Sitzungskonzeptes Moderationsfragen, Analysebeispiele, Gruppenmethoden etc., um die Sitzungsinhalte auch didaktisch aufzubereiten. Zur Vorbereitung werden außerdem im Vorfeld 2 Lesekarten (Kritische Zusammenfassung der grundlegenden Textargumentation mit weiterführenden Fragen; insgesamt zirka 5000-7500 Zeichen) angefertigt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Für die Endnote sind folgende Teilleistungen und -noten relevant:
- 2 individuelle Lesekarte (jeweils 15%)
- Konzeptpapier der Expertengruppe (20%)
- Expertengruppe (50%)

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die aus den einzelnen Teilleistungen errechnete Gesamtnote muss rechnerisch mindestens die Note "4,0" ("Ausreichend") ergeben, um das Seminar positiv abschließen zu können.

Prüfungsstoff

Inhalte des Seminars sowie eigene Fortführungen.

Literatur

Wird zu Beginn der LV bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42