Universität Wien FIND

170501 UE Film Curatorship I (2014W)

Filmmaterial bewahren und bewegen

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Blockveranstaltung im Filmmuseum: 12.12: 14:30-17:30 Uhr, 15.12: 11-17:30 Uhr, 18.12: 12:30-17:30 und 19.12: 10:30-15:30 Uhr (pünktlich!)
Anmeldung ab dem 17.9. bis 01.10. über UNIVIS. Nach Bestätigung der Anmeldung ab dem 03. Oktober melden Sie sich bitte im Büro des Filmmuseums: Augustinerstraße 1 (Mo-Do 10-18 Uhr, Fr 10-13 Uhr), um dort ihre Teilnahmekarte abzuholen und den Unkostenbeitrag von 32,- Euro zu entrichten.
Neben den eigentlichen Lehr-Terminen während der Blockveranstaltung sind zudem folgende Abendscreenings zu besuchen:
Ein anderes Land - fünf österreichische Filmgeschichten
11. Dezember, 18:30 Uhr: Kino
12. Dezember, 18:30 Uhr: Nazis
15. Dezember, 18:30 Uhr: Unser Wien
17. Dezember, 18:30 Uhr: Der Klang der Sprache des Films
18. Dezember, 18:30 Uhr: In Transit

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 164 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Zur Zeit sind keine Termine bekannt.

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die klassische Definition der Museumsarbeit - Sammeln, Bewahren, Erforschen, Vermitteln, Ausstellen - umreißt jenes Feld, in dem Filmkurator/inn/en arbeiten (auch jene, die nicht an Archiv- bzw. Museumseinrichtungen tätig sind). Ein solches Verständnis von Filmkuratorenschaft ist hochgradig interdisziplinär; es steht mit den Geistes- und Kulturwissenschaften ebenso im Austausch wie mit dem Kinobetrieb und dem Feld der Film- und Labortechnik (die zunehmend digitale Medien miteinbezieht). In der Archiv- und Museumsarbeit kreuzen sich Schwerpunkte universitärer Film- und Medienwissenschaft mit Fragen nach den materiellen Grundlagen des Films, nach der Definition und Zugänglichkeit des Gegenstands und nach einer Politik des Filmausstellens bzw. der Filmerfahrung in der transitorischen Zone zwischen Kino und digitaler Dissemination.

Die LV soll anhand von Fallstudien aus der Museumsarbeit kuratorische Prinzipien der Entscheidungsfindung und damit das Berufsbild des Filmkurators/der Filmkuratorin anschaulich machen. Indem das Seminar die Teilaspekte dieser Tätigkeit (inklusive der Kooperation zwischen Filmmuseen/archiven und Künstler/innen) zueinander in Beziehung setzt, soll ein differenzierter Eindruck von ihr entstehen, der den Kern jeglicher Arbeit mit Film berührt. Im Rahmen des Studiums von Filmtheorie und Filmgeschichte dient ein solcher, an Technologien und Prozessen der Filmbewahrung und -präsentation orientierter Zugang als zeitgemäße Ergänzung.

Die LV wird im Wintersemester (Teil 1) und Sommersemester (Teil 2) angeboten und pro Semester aus einem viertägigen Block bestehen. Ein vollständiges und weitreichendes Bild entsteht beim Besuch beider LVs, jedoch wird jedes Semester so gestaltet, dass es in sich abgeschlossen ist und nicht ursächlich den Besuch des jeweils anderen Teils voraussetzt. In jedem einzelnen Semester wird eine vielfältige Kombination der Themengebiete und der präsentierten Fallstudien angestrebt. Die spezifischeren Inhalte und Beispiele im WS und im SoSe sind komplementär, nicht redundant.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die LV wird u.a. folgende Teilthemen und Fragen ansprechen:
1) Die Geschichte und Gegenwart des Verhältnisses von Film und Museum
2) Aufbau, Formgebung und kuratorische Auswahl von Filmsammlungen
3) Methode und Technologie der Bewahrung und Restaurierung
4) Was wird ausgestellt wenn Film ausgestellt wird?
5) Was heißt Vermittlung?

Die im Rahmen der LV projizierten Film stammen u.a. von Jean-Luc Godard, Peter Kubelka, Walter Hill, Gustav Deutsch, Dziga Vertov, Marie Menken, Tony Scott, Michael Glawogger u.v.m. aus dem frühen und anonymen Kino, dem Dokumentar-, Avantgarde und Spielfilm.

Prüfungsstoff

Die LV ist im Sinne einer filmischen Echokammer aufgebaut und konfrontiert die Studierenden in möglichst großer Intensität mit vielfältigem Material; d.h. mit den Filmen selbst, ihren kuratorischen Vermittlungs- und Vernetzungstechniken und konservatorischen Praktiken. Die Echos, die dabei entstehen, zielen auf erweiterte Handlungsmöglichkeiten der Studierenden in potentiellen Berufsfeldern: Kuratorenschaft, Museums- und Archivpraxis, Filmkritik, Filmgeschichtsschreibung, Kulturmanagement, Medienarbeit, Kunstpraxis usw.

Die Veranstaltung geht von der Prämisse aus, dass die konkrete Anschauung, die Lektüre von Filmen im Kino zentraler Ausgangspunkt jeder reflexiven Beschäftigung mit dem Medium ist. Das Filmmuseum bietet dafür den adäquaten Ort und das Anschauungsmaterial aus der eigenen Sammlung.

Literatur

Literaturhinweise:
Während der LV wird auf eine Vielzahl von Publikationen hingewiesen, vorbereitend ist die Lektüre folgender Bücher empfohlen:
- Film Curatorship. Archives, Museums, and the Digital Marketplace (Hrsg.: Paolo Cherchi Usai, David Francis, Alexander Horwath, Michael Loebenstein)
- Keepers of the Frame: The Film Archives (Penelope Houston)
- Screen Dynamics. Mapping the Borders of Cinema (Hrsg.: Gertrud Koch, Volker Pantenburg, Simon Rothöhler)
- Texte zum Programm EIN ANDERES LAND: http://www.diagonale.at/ein-anderes-land/

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36