Universität Wien FIND

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170512 UE SUBVERSIVE ART x FILMMUSEUM. (2021S)

Kuratorisch arbeiten mit Film

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 09.03. 13:15 - 16:30 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 23.03. 13:15 - 16:30 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 13.04. 13:15 - 16:30 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 27.04. 13:15 - 16:30 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 11.05. 13:15 - 16:30 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 01.06. 13:15 - 16:30 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 15.06. 13:15 - 16:30 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt
„Innovatives Kino“ nennt sich jene Förder- und Verwertungskategorie von Film, die die experimentellen und „unabhängigen“ Formen der Bewegtbildproduktion umfasst. Was aber meint eigentlich heute „innovatives Kino“? Und welche Bedeutung kommt dem Kuratieren und Programmieren in der Identifikation eines solchen Kinos zu? Wann und wie lange sind Filme und Bewegtbilder unabhängig? Welche praktischen Aspekte umfasst das Arbeiten mit ihnen im Zeitalter der Digitalisierung bzw. in einem Moment, da sich vielfach nicht nur Arbeit sondern auch das Bildliche selbst prekarisiert? Was meint Film Curatorship in einer Gegenwart, die potentiell jede*n zur/zum Kurator*in macht?
In historischer Referenz zu Amos Vogel, einer der wichtigsten Figuren der internationalen Filmkultur, und seinem legendären Filmclub „Cinema 16“ möchte das Filmmuseum der programmatischen Frage nach der Bedeutung von Curatorship entlang der Parameter von SUBVERSION nachgehen: Uns interessiert dabei nicht nur die Frage nach dem subversiven Potential von Film und Bewegtbild gestern und heute; auch subversive Formen des Kuratierens selbst sowie ein unabhängiges Denken über Kino werden uns beschäftigen.
Amos Vogel stellt in seinem bahnbrechenden filmtheoretischen und -kuratorischen Werk "Film as a Subversive Art" (1974) den Begriff der Subversion als kunst- und kulturgeschichtliche Analysekategorie vor. Wir wollen drei bedeutende Dimensionen dieses Begriffs untersuchen und Subversion im reflexiven Spannungsverhältnis von Wahrnehmung, Erkenntnis und Begehren analysieren. Das Verhältnis von Subversion und Wahrnehmung spannt für Amos Vogel einen enormen sozio-kulturellen Horizont auf: "Um die Subversion des modernen Kinos zu verstehen, müssen wir nicht nur über den Film, sondern auch über die Kunst hinausgehen und die Entwicklung des zeitgenössischen Weltbildes betrachten" (Vogel 1974, 12). Die umfassende Forderung, 'die Entwicklung des zeitgenössischen Weltbildes' zu 'betrachten', spiegelt sich in Vogels Praktiken der Subversion als Form von Erkenntnis. In seiner Privatbibliothek finden sich mehr als 8000 Bände, deren Mannigfaltigkeit und Diversität durch seine unzähligen Kommentare, Anmerkungen und Spuren, die er in den Büchern hinterlassen hat, noch vervielfältigt werden. "Ich habe nie Filme gesammelt – aber ich habe Bücher gesammelt. Nicht nur das, ich habe Bücher nicht nur gesammelt, ich habe sie auch gelesen!“ (Vogel 1995, 106). Wie Vogel hier selbst feststellt, galt sein Begehren im Hinblick auf Film nie vorranging dem materiellen Objekt, sondern vielmehr der Blick-Lust als einem konstitutiven Element der filmischen Subversion. Mit welchen praktischen und theoretischen Instrumenten aus dem kulturellen Archiv von Film- und Mediengeschichte also ist eine subversive und zeitgerechte Befragung von Gegenwartskunst sinnvoll und möglich?
Ziele
Die Lehrveranstaltung gibt eine Einführung in verschiedene Aspekte kuratorischer Tätigkeit im Zusammenhang mit Film und Bewegtbild. Anhand von aktuellen und historischen Positionen aus dem Kunst- und Filmsektor werden Praxen des Kuratierens erschlossen. Im Zentrum stehen Grundsatzfragen zu Philosophie, Ethik und Arbeitsweisen im Bereich Film Curatorship und damit die Praxis von Museum, Sammlung, Film- und Kinotechnik (analog|digital), filmhistorische Recherche, Programmierung sowie das Schreiben über Film.
Methode
Die Lehrveranstaltung wird von Katharina Müller (Forschung, Österreichisches Filmmuseum) geleitet und vom Team des Filmmuseums bestritten. Sie agiert entschieden multidisziplinär, um verschiedene Arbeitsweisen sichtbar zu machen. Sie nimmt direkten Bezug auf einschlägige Programmpunkte und Schwerpunkte des Hauses. Dem diesjährigen Schwerpunkt wird anhand der kommentierten Lektüre ausgewählter Abschnitte von "Film as a Subversive Art", der Recherche ausgewählter Annotate aus der Amos Vogel Library, sowie der Analyse ausgewählter Filme aus dem kuratorischen Schaffen von Amos Vogel nachgespürt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Im Laufe des Semesters sind auf Basis des im Seminar gezeigten und besprochenen Stoffes schriftlich 4 kleinere Hausarbeiten zu erbringen. Die Anleitung dazu (im Sinne der Bekanntgabe zu beantwortender Fragen bzw. einer praktischen Aufgabe) erfolgt im Kurs. Die Veranstaltung findet alle 2 Wochen statt. Für die Einreichung der Hausarbeit ist jeweils 1 Woche Zeit, damit die/der jeweilige Dozent*in sich bis zur Folgeeinheit im Sinne eines Feedbacks damit befassen kann.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Der Besuch dieses Moduls bedingt den erfolgreichen Abschluss der Pflichtmoduls der STEOP. Die Veranstaltung ist prüfungsimmanent, die Endnote ergibt sich auf Basis des rechnerischen Durchschnitts bzw. der prozentualen Gewichtung der 4 zu erbringenden Hausarbeiten (Teilleistungen) a 25%.
Die Erbringung aller 4 Teilleistungen ist Voraussetzung für eine positive Gesamtnote.
Die maximale konsequenzlose Fehlzeit (unentschuldigt) beläuft sich auf eine Einheit (3h15). Darüberhinaus ist eine schriftliche Bezugnahme für das Fernbleiben erforderlich und gegebenenfalls eine Ersatzleistungen zu erbringen.

Prüfungsstoff

Der Inhalt der zu erbringenden 4 Teilleistungen knüpft direkt an den jeweils vorgetragenen Stoff an - die darüber hinausgehende Bereitschaft zu Originalität, Mut und die Lust am eigenständigen Denken und programmatischen Gestalten auf Basis des Vermittelten ist in jedem Fall erwünscht.

Literatur

Amos Vogel, Film as a Subversive Art, London: Weidenfeld & Nicholson 1974.
Amos Vogel, Oral History Interview by Sharon Zane, New York: Lincoln Center 1995.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26