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170522 UE ARBEITEN SEHEN. Ein Jubiläumskuratorium für Crossing Europe (2018S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anmeldung: Die selbstständige Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend. Eine nachträgliche Anmeldung ist nicht möglich. Die Anmeldezeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit: Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung. Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Weitere Infos zum Studium finden Sie unter https://spl-tfm.univie.ac.at/

Details

max. 25 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 20.03. 15:00 - 18:15 Seminarraum 1 2H316 UZA II Rotunde
Dienstag 10.04. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
Dienstag 08.05. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
Dienstag 05.06. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
Dienstag 12.06. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
Dienstag 19.06. 15:00 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt

Die Sektion "Arbeitswelten" jährt sich 2018 mit der kommenden Ausgabe von Crossing Europe, wie das Festival selbst, zum 15. Mal. Es ist zugleich eine der stablisten unter den vielfältigen Sektionen von Crossing Europe, auch hinsichtlich der Besucher*innenzahlen. In seinem steten Ausloten, Abtasten und Verhandeln der permutablen Parameter von "Arbeit" als soziale Konfiguration positioniert sich das Festival in einem Gegentrend zu den größeren internationalen A-Festivals, für deren Filme Fabrice Montebello 2004 eine lange Tradition der mehrheitlichen Nicht-Entsprechung zwischen den Gezeigten und dem Publikum festhält: Die Arbeiter*innenklasse sei vom politischen Subjekt zu einem "kulturellen Objekt" geworden, Teil einer oftmals nostalgischen, bürgerlichen Mittelstandserfahrung, die den Arthouse-Festival-Film in den meisten Fällen charakterisiere.
Seit 2004 nimmt die Sektion "Arbeitswelten" zeitgenössische Arbeitsverhältnisse und ihre kinematische Aufarbeitung in den Blick, macht die Implikationen von Globalisierung, Neoliberalisierung und New Economy sinnlich erfahrbar: ob als Krise der Darstellbarkeit neuer/virtueller Wirtschafts- und Ausbeutungsagenturen, als "Gemachtheit" von Wirtschaft und ihrem glamourisierten "Style", oder schlicht in ihren konkreten, materiellen Auswirkungen: Gezeichnete Gesichter, verzweifelt sich Bewerbende, leere und entfunktionalisierte Architekturen, "High-End"-coworking-spaces etc. Mit "Arbeit" durchmisst die Sektion eine "Kategorie", die (zumindest als Lohnarbeit) vielfach an Selbstverständlichkeit verloren hat oder in (unbezahlten) Verselbständigungsformen (Mediennutzung) als solche öffentlich nur in der Kritik konzipiert wird. "Arbeit" evoziert eine Vielfalt an Betätigungsformen, sie birgt Gender-, Class- und Race-Marker, schreibt sich in Konzeptionen von Ort und Zeit ein und stellt dringliche Fragen an das Leben, die Gesellschaft und ihren Umgang mit Subjekten. Von "Ich-AGs" und dem "Kognitariat" über "Freie" und "Neue Selbständige" bis hin zu aus dem Raum politischer Repräsentation ausgeschlossenen "Gast-" oder Zwangsarbeitenden: der Handlungsradius jener, die "Arbeit" exerzieren, reicht von Selbstverwirklichung bis hin zum Überlebenskampf. Un/Sichtbarkeit und Nicht/Repräsentation von Arbeit und Arbeitenden sind Effekte, die das Kino aufzubrechen oder zumindest zu befragen vermag: Worin, angesichts der globalen Anforderungen von "Leistung", "Geschwindigkeit", "Flexibilität", "Mobilität", "Effizienz", liegen die Möglichkeiten des Widerstands bzw. einer Rekonfiguration des Sozialen? Wie verhält sich - in Zeiten, in denen sich das Bildliche selbst prekarisiert - das Kino zu diesen Fragen?

Ziele

Die Lehrveranstaltung ist eine Kooperationsveranstaltung mit Crossing Europe und als Einführung in die filmkuratorische Arbeit und Vermittlungsarbeit konzipiert. Gearbeitet wird in Gruppen entlang des "Arbeitswelten"-Filmkorpus der vergangenen Jahre. Ziel ist die - im Austausch mit der Sektion "Arbeitswelten" erfolgende - Erarbeitung eines im Rahmen von Crossing Europe präsentierten Programms. Die Präsenz bei EINEM Programm während des Festivals 2018 zwischen 25-30 April ist verpflichtend, das erarbeitete Programm wird nach Ende des Semesters in einem Wiener Kino präsentiert (hosted by Crossing Europe).

Methoden

Methodischer Angelpunkt sind Ansätze aus dem Bereich Filmcuratorship. Gesichtet und selektiert wird aus programmatischen Erwägungen heraus, die zunächst bei der Begriffsbildung, beim Diskurs ansetzen: Welche Filme wollen wir aus welchem Grund thematisieren? In welcher Relation steht ein Film zu einem Programm und vor allem: wie verhält er sich zum Publikum? Der kritisch-kuratorische Ansatz ist dabei theoretisch gestützt, Korpus u.a. sind die Programme von "Arbeitswelten" der vergangenen 15 Jahre sowie rezentere Beiträge.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Mitarbeit, Exposé sowie Konzept und Durchführung eines Kuratoriums bzw. programmatische Einbettung eines selektierten Films.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Der Besuch dieses Moduls bedingt den erfolgreichen Abschluss des Pflichtmoduls der STEOP.

Prüfungsstoff

Inhalte der LV, siehe "Art der Leistungskontrolle".

Literatur

Wird in LV bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42