Universität Wien FIND

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170531 UE Diskursstrategien und Bildpolitiken hegemonialer Männlichkeiten (2020S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 27.03. 18:30 - 20:00 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
Samstag 25.04. 15:15 - 20:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
Samstag 16.05. 15:15 - 20:15 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Sonntag 17.05. 14:00 - 20:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Samstag 06.06. 14:00 - 20:00 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde
Sonntag 07.06. 14:00 - 20:00 Hörsaal 2H510 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt
Hegemoniale Männlichkeiten werden mit Raewyn Connell als Konfigurationen geschlechtsbezogener Praktiken betrachtet, die zum jeweiligen historischen Zeitpunkt akzeptierte Antworten auf Legitimitätsprobleme patriarchaler Vorherrschaft verkörpern. Bei kulturwissenschaftlichen Analysen dieser Antworten geht es nicht allein um kulturelle Deutungsmuster und deren inhaltliche Bestimmung, sondern immer auch darum, kritisch zu hinterfragen wie mediatisierte Geschlechterinszenierungen formuliert, erzählt und dargestellt (kurz: repräsentiert) werden. Der Fokus der Lehrveranstaltung liegt dementsprechend auf diskursstrategischen und bildpolitischen Verfahren (Authentizität, Artifizialität, Ironie, Nostalgie, Verletzlichkeit, Selbstreflexivität, Viktimisierung, Naturalisierung, Universalisierung, Partikularisierung...), durch die hegemoniale Männlichkeiten als variable Modi der privilegierten Positionierung in heteronormativen Geschlechterverhältnissen medial ausgehandelt werden. Anhand der Auseinandersetzung mit einzelnen medienkulturwissenschaftlichen Detail-Analysen werden unterschiedliche mediale Konstellationen (Photographie, Spielfilm, Fernsehserie, Zeitschriftencover, Internetforum, u.a.) auf ihren Anteil an historisch konkreten Aushandlungsprozessen von hegemonialen Männlichkeiten hin befragt. Inhaltlich werden dabei post_koloniale Persistenzen, institutionalisierte Heterosexualitäten, ethno-sexistische Verschränkungen und postfeministische Konstellationen in den Blick genommen. Im Zuge der Lehrveranstaltung wird somit eine medien- wie gendertheoretisch informierte Werkzeugkiste für eine fundierte Auseinandersetzung mit historischen wie aktuellen Diskursstrategien und Bildpolitiken vermittelt, die an Prozessen der Transformation, der De- und Restabilisierung, der Verschiebung und der Aktualisierung hegemonialer Männlichkeiten und patriarchaler Vorherrschaft mitwirken.

Ziele
Ziel der Lehrveranstaltung ist die Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses von mediatisierter Geschlechtlichkeit mit Fokus auf hegemonialen Männlichkeiten. Es werden Grundkenntnisse der kritischen Männlichkeitenforschung, sowie deren Verortung in der Geschlechterforschung und ihr Bezug zu feministischen Problemstellungen vermittelt. Der Kollektiv-Singular Männlichkeit soll durch seine Pluralisierung analytisch hin zu einem Konzept von Geschlecht als interdependenter Kategorie überschritten werden. Im Durchgang verschiedener Legitimationskrisen hegemonialer Männlichkeiten werden der Zusammenhang von Persistenz und Wandel sowie die jeweils zum Tragen kommenden medialen Strategien herausgearbeitet. Im Vordergrund steht die Anleitung zum Vernetzen von Inhalten und zur selbständigen analytischen Auseinandersetzung mit medienkulturwissenschaftlichen Phänomenen.

Methoden
Die Lehrveranstaltung besteht neben einer Einführungseinheit aus einem theoretischen und vier thematischen Abschnitten. In strukturierten, textbasierten Gruppendiskussionen werden dabei zunächst grundlegende Fragestellungen und Problematiken des Wissensfeldes kritischer Männlichkeitenforschung gemeinsam erarbeitet. Die daran anschließende intensive Auseinandersetzung mit kulturwissenschaftlichen Analysen von Diskursstrategien und Bildpolitiken hegemonialer Männlichkeiten findet sowohl im Einzelstudium als auch in Kleingruppen statt und wird durch die Durchführung eigener Analysen an selbstgewählten Beispielen ergänzt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Anforderungen sind regelmäßige Teilnahme und aktive Mitarbeit (an den Kleingruppen- und Plenumsdiskussionen), Text-Lektüre und damit zusammenhängende schriftliche Übungen (keine Abschlussarbeit) sowie eine Gruppenarbeit (Präsentation eines Textes und eines in der Gruppe erarbeiteten Beispiels).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Note setzt sich aus drei Teilleistungen zusammen:
- Gruppenarbeit (40%)
- schriftliche Übungen (40%)
- aktive Mitarbeit (20%)

Alle drei Teilleistungen müssen erbracht werden, um die Lehrveranstaltung positiv abschließen zu können. Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit deutsch- und englischsprachigen Texten wird vorausgesetzt.

Maximale Fehlzeiten:
Es ist möglich an einem der geblockten Termine (also an einem Nachmittag) unentschuldigt zu fehlen. Jede darüber hinaus gehende Abwesenheit ist durch ein ärztliches Attest zu entschuldigen und durch eine Ersatzleistung (zusätzliche Lesekarten) zu kompensieren.

Verpflichtende Anwesenheit in der ersten Einheit. Teilnehmer_innen, die in der ersten Einheit unentschuldigt fehlen, werden abgemeldet.

Prüfungsstoff

prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Literatur

Gelesen werden voraussichtlich Texte von Raewyn Connell, Paul B. Preciado, Elahe Haschemi Yekani, Ines Kappert, Gabriele Dietze, Rosalind Gill, Michael Meuser, Ulrike Bergermann, Peter Rehberg (u.a.)
Die genaue Literatur wird im Rahmen der ersten Einheit bekannt gegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20