Universität Wien FIND

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Vor-Ort-Lehre und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein. Melden Sie sich für Lehrveranstaltungen/Prüfungen über u:space an, informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf u:find und auf der Lernplattform moodle. ACHTUNG: Lehrveranstaltungen, bei denen zumindest eine Einheit vor Ort stattfindet, werden in u:find momentan mit "vor Ort" gekennzeichnet.

Regelungen zum Lehrbetrieb vor Ort inkl. Eintrittstests finden Sie unter https://studieren.univie.ac.at/info.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170540 UE M€TRO sexuell? Gender- und queerspezifische Performanzen der neoliberalen Stadt (2014W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 40 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Anwesenheit beim ersten LV-Termin

Samstag 08.11. 16:30 - 18:30 (Schreyvogelsaal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Samstag 22.11. 09:00 - 16:00 (Schreyvogelsaal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Samstag 13.12. 15:30 - 20:30 (Schreyvogelsaal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Sonntag 14.12. 09:00 - 14:00 (Schreyvogelsaal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Sonntag 18.01. 15:00 - 20:00 (Schreyvogelsaal (THW) Hofburg, 1.Stock)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Gayle Rubins (Rubin, 1997) Überlegungen aufgreifend, wonach Sexualität ein Produktionsverhältnis darstellt, schlägt Judith Butler 1998 eine Ausweitung des Begriffs des Ökonomischen vor. Ein Postulat, das Stephen Shapiro 2004 dazu inspiriert, einen economic turn in der Queer Theory zu fordern. Gegenwärtig können unterschiedliche Ansätze einer queer-feministischen Ökonomiekritik konstatiert werden. Zahlreiche, auf vielfältige methodische Zugänge basierende Forschungen, die sich mit dem Verhältnis von neoliberalen und geschlechts- bzw. sexualitätsspezifischen Strukturen und Konstruktionen auseinandersetzen, laden ein, weitergedacht zu werden. Vor allem die Beobachtung, wonach "[d]ie neoliberale Gesellschaft [...] die Ausbildung individueller Lebensstile" (Woltersdorff, 2008) erfordere, verspricht unseres Erachtens interessante Perspektiven für die Erforschung queerer Subkulturen. In diesem Zusammenhang stellt die Stadt als soziokultureller Schmelztiegel einen Erkenntnisgewinn über Ausformungen bzw. Wirkungsmechanismen von Gender und Neoliberalismus in Aussicht.
Die von uns vorgeschlagene LV sieht eine kulturwissenschaftlich und gender- bzw. queertheoretisch motivierte Analyse von Genderperformance im Kontext neoliberaler Strukturen vor. Kritisch hinterfragt werden sollen in diesem Zusammenhang Begriffe wie Inszenierung, soziale Praktik, Selbstoptimierung und Identitätsstiftung. Die Sensibilisierung auf Genderkonstruktion vor dem Hintergrund von Dynamiken des Wettbewerbs und Wachstums soll es den Studierenden erlauben, Begriffe wie Arbeit, Konsum, Freizeit, Verbrauch, Verschwendung und soziale Beschleunigung neu zu konnotieren. Ausgehend vom urbanen Raum sollen performative Aspekte auf genderspezifische und die damit eng verbunden (sozial-)räumlichen Auswirkungen untersucht werden, um mögliche Anschlussstellen zu Medienkultur und materieller Kultur auszuloten, die in Form von Waren bis hin zur Stadtgestalt neoliberale Phänomene und Prozesse repräsentieren bzw. verkörpern können.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Aktive Mitarbeit; Optional: schriftliche Abschlussarbeit (inkl. Expose zum Arbeitsvorhaben), Präsentation (inkl. Handout) oder alternativer Scheinerwerb (inkl. Expose zum Arbeitsvorhaben).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

- Anwendung theoretischer und methodischer Grundlagen aus den Bereichen Genderstudies und Kulturwissenschaft.
- Fähigkeit zur kritischen Reflexion genderspezifischer Erscheinungsformen innerhalb neoliberaler Strukturen.
- Entwicklung und Bearbeitung konkreter inter-/transdisziplinärer Fragestellungen

Prüfungsstoff

Team-Teaching, dialogisches Lernen und Forschen, Diskussion, Inter-/Transdisziplinarität.

Literatur

Auswahl

Bal, Mieke: Kulturanalyse. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2006.
Crouch, Colin: Das befremdliche Überleben des Neoliberalisums. Postdemokratie II. Berlin: Suhrkamp 2013.
Häussermann, Hartmut / Siebel, Walter: Stadtsoziologie – Eine Einführung. Frankfurt am Main: Campus 2004.
Foucault, Michel: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit I. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2012.
Frank, Susanne: Neue Perspektiven in der Stadt- und Geschlechterforschung: Gentrifizierung und Suburbanisierung in der Diskussion. In: Läpple, Dieter u.a. (Hg.): Stadt und Urbanität. Berlin: Kadmos 2011. S. 79-89.
Grasse, Christian / Greiner, Ariane: Mein digitales Ich. Wie die Vermessung des Selbst unser Leben verändert und was wir darüber wissen müssen. Köln: Metrolit 2013.
Harvey, David: Rebellische Städte. Berlin: Suhrkamp 2013.
Haschemi Yekani, Elahe / Michaelis, Beatrice: Quer durch die Geisteswissenschaften. Berlin: Querverlag 2005.
Hennessy, Rosemary: Profit and Pleasure. Sexual identities in Late Capitalism. New York/London: Routledge 2000.
Mattissek, Annika: Die neoliberale Stadt. Diskursive Repräsentation im Stadtmarketing deutscher Großstädte. Bielefeld: Transcript 2008.
Rosa, Hartmut: Beschleunigung und Entfremdung. Berlin: Suhrkamp 2013.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Sa 24.04.2021 00:19