Universität Wien FIND

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170600 SE MA 1.3. "Diskurse und Methoden" (2016W)

"Zu Recht verdrängtes Repertoire? Annäherungsversuche an die Spieltexte deutscher Wandertruppen (1650-1720)"

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Dienstag 11.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 18.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 25.10. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 08.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 15.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 22.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 29.11. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 06.12. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 13.12. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 10.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 17.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 24.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Dienstag 31.01. 11:30 - 13:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Seminar
"Zu Recht verdrängtes Repertoire? Annäherungsversuche an die Spieltexte deutscher Wandertruppen (1650-1720)"

Die Aufführungspraxis sowie die Dramenliteratur, die in Europa die Entwicklung des neuzeitlichen Berufstheaters begleitet, gehört in vielen Sprachgebieten bis heute zum Kern der kulturellen Identität. Die italienische Kultur und Kunst nahm und nimmt immer wieder Bezug auf die Commedia all'improvviso und ihre Masken, die englische auf Shakespeare, die französische auf Molière und Corneille, die spanische auf Cervantes oder Lope de Vega. Demgegenüber wurden die als "Haupt- und Staatsaktionen" diffamierten Stücke, welche die ersten deutschsprachigen Berufstheatertruppen gespielt haben, nachhaltig verdrängt. Nur wenige SpezialistInnen kennen sie oder haben einige durch Editionen zugänglich gemacht, die meisten erhalten gebliebenen Spieltexte liegen aber als selten genutzte Bestände in Bibliotheken, wobei die Österreichischen Nationalbibliothek die diesbezüglich reichsten Bestände hat.

Prozesse des Verdrängens und Vergessens sind komplementäre Schattenseiten von Erinnerungskultur und Traditionspflege, die es zu hinterfragen gilt. Darin liegt das Ziel des Seminars in dreifacher Hinsicht.

Zunächst sind die Gründe und Folgen dieser kulturellen Orientierung im deutschsprachigen Raum, die in Bezug auf Theater die Zeitrechnung mit Lessing, Schiller und Goethe beginnen lässt, kennenzulernen und einzuschätzen. Zweitens sind solche Spieltexte zu lesen, wofür in vielen Fällen jene praktische Hürde zu überwinden ist, die heute fast alle theater- und literaturinteressierten Menschen von diesen ihnen fernhält: die Kompetenz (gedruckte) Frakturschrift und vor allem die geschriebene Kurrentschrift zu lesen. Drittens ist zu fragen und zu erproben, ob diese oftmals melodramatischen Stücke samt ihren bösartigen Tyrannen, gemeinen Intrigen, blutrünstigen Morden, großen Gefühlen sowie vulgären bis geistreichen Narren unwiderruflich aus unserer Zeit gefallen sind.

Im Seminar werden also entsprechende Grundlagen vermittelt und diskutiert. Zudem beschäftigen sich die Studierenden vorwiegend in Arbeitsgruppen oder alleine im Rahmen einer selbst entwickelten Aufgabe mit diesem Repertoire. Diese Forschungsvorhaben können sehr unterschiedliche Ziele und Arbeitsformen implizieren, beispielsweise:
- die Wiederentdeckung eines Manuskripts und dessen Transkription,
- das Entwickeln von Regiekonzepten für einen bestimmten Spieltext,
- das szenische Experimentieren mit Einzelszenen,
- eine theater- oder dramenhistoriographischen Auseinandersetzung mit bestimmten Spieltexten,
- die Problematisierung von Affinitäten und Differenzen zwischen diesem Repertoire zu Formen und Produkten gegenwärtiger Populärkultur (zu denken ist etwa an Fantasy-Serien wie "Game of Thrones").

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die im Seminar zu erbringenden Leistungen sind vom Zeitaufwand her durch 7 ECTS-Punkte definiert, was 175 bis 210 Arbeitsstunden entspricht. Die einer Präsenzpflicht unterliegenden wöchentlichen Kontaktlehre umfasst lediglich 30 Stunden, d.h. der größte Teil der Arbeit wird neben dem Unterricht in der Form von vor- und nachbereitenden Lektüren, Hausübungen, Projektarbeit sowie der abschließenden Seminararbeit geleistet.
Hausübungen, die Präsentation der eigenständig geleisteten (Gruppen-)Arbeit in einer Seminarsitzung sowie eine abschließende Seminararbeit, die das selbst entwickelte Forschungsvorhaben bilanziert, sind die Leistungsfaktoren, die für die Bewertung berücksichtigt werden.

Der Besuch der ersten Seminareinheit am 11.10.2016 gilt als Voraussetzung für den Besuch des Seminars. In dieser ersten Seminareinheit werden Themen sowie Arbeitsschritte bzw. -formen genauer erläutert und organisatorische Fragen geklärt. Dies soll Studierenden auch als Entscheidungshilfe dienen, ob sie das Seminar besuchen wollen. Deshalb sind alle angemeldeten und interessierten Studierenden eingeladen, die erste Einheit besuchen, unabhängig davon, ob das Anmeldesystem ihnen einen Seminar- oder einen Wartelistenplatz zugewiesen hat. Weitere Vorinformationen können gerne vor oder während der Anmeldephase in Sprechstunden vermittelt werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Der Besuch der ersten Seminareinheit am 11.10.2016 gilt als Voraussetzung für den Besuch des Seminars. Deshalb sind alle angemeldeten und interessierten Studierenden eingeladen, die erste Einheit besuchen, unabhängig davon, ob das Anmeldesystem ihnen einen Seminar- oder einen Wartelistenplatz zugewiesen hat.

Prüfungsstoff

Literatur

Bibliographische Angaben und Literatur werden über Moodle zur Verfügung gestellt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

092: § 5(1)

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36