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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170602 SE MA 1.1. "Inszenierungsformen und ästhetische Wahrnehmung" (2022S)

Medien der Übung

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Achtung: die Termine in den KW 22 und KW 25 finden NICHT am regulären Montagnachmittag statt, sondern am MITTWOCH, 01.06 und 22.06., 10-12:00 Uhr.

Montag 07.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 14.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 21.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 28.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 04.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 25.04. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 02.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 09.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 16.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 23.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 30.05. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 13.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 20.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Montag 27.06. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das Seminar zu Medien der Übung verschreibt sich einer Erkenntnis und Erfahrung durch Lernen, Üben und Erproben und der Frage, welche Rolle Medien in solchen praxis- und prozessorientierten Settings spielen. Bei Michel Foucault kann die Praxis der Übung, folgt man Christoph Menke, als das „Medium der Konstitution von Subjektivität“ (284) verstanden werden. Die Praxis der Übung und nicht das Wissen oder Verstehen konstituiert das Subjekt bei Foucault – disziplinarisch wie existenziell. D.h. Subjekte definieren sich (als Sorge um sich, als freie Lebensführung) bzw. werden definiert (als Zucht und Zurechtweisung) über Übungen – „Technologien des Selbst“ sowie einer „Ästhetik der Existenz“. Handlungsmacht und körperliche wie geistige Performativität bilden dabei den Ausgangspunkt für die Formung und Entwicklung des eigenen Selbst. Im Seminar sollen solche dezidiert anti-essenzialistischen Subjektivierungsmechanismen durch Übung genauso verhandelt werden wie die epistemologische Frage, was Medien der Übung von anderen ziel- und Output-orientierteren Formaten der Wissens- und Erkenntnis‚produktion‘ unterscheidet. Wir wollen zwischen Übung und Ausübung/Können differenzieren. Dabei soll auch aus performativitätstheoretischer Perspektive das Verhältnis einer Praxis des Übens und einer Praxis der Aufführung diskutiert werden. Zentrale Fragestellung des Seminars ist daran anschließend eine kritische Reflexion der universitären Bedingungen, unter denen Wissen und Erkenntnis entstehen können und Erfahrungen gemacht werden. Inwiefern ermöglicht die Universität (disziplinarisch vs. ästhetisch-existenziell) eine Praxis der Übung? Welche Medien der Übung stehen hier zur Verfügung? Im Seminar wird experimentell geübt, Übungen getauscht und erprobt und – im Sinne der Ökologien der Praxis nach Isabelle Stengers (2013) – jede Praxis herantastend, übend gebraucht, ohne den Gebrauch der Praxis verallgemeinernd auf eine Wahrheit festzuschreiben.

Ziel der Veranstaltung ist die Erschießung und Diskussion von praxisorientieren Theorien des Subjekts sowie epistemologischen Verfahren der Wissens‚produktion‘. Beide Bereiche sollen kritisch auf die eigene universitäre Praxis bezogen werden.

Methodisch wird dabei einerseits ein Diskurs erschlossen und andererseits über experimentelle Anwendung die kennengelernte Theorie erprobt.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Leistungskontrolle im Seminar erfolgt über die Einreichung von 1) Statements vor jeder Sitzung (25%), die Erarbeitung 2) einer Übung durch und mit Medien (25%) und 3) ihrer schriftlichen Reflexion (50%).

1) Statements: Thesenhafte Auseinandersetzung mit der Textlektüre. In drei Sätzen soll ein zentraler Aspekt der Theorie herausgearbeitet werden.
2) Übung durch und mit Medien: Zu bestimmten Sitzungen bringen die Teilnehmenden eine von ihnen entwickelte Übung mit, die sie im Seminar präsentieren und ggf. mit den anderen Seminarteilnehmer*innen ausprobieren.
3) Schriftliche Reflexion: Auf 10 Seiten wird die eigene, entwickelte Übung verschriftlicht reflektiert und mit den kennengelernten Theorien in Beziehung gesetzt. Abgabetermin ist der 08.07.2022.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für einen positiven Abschluss müssen alle Teilleistungen erbracht werden.

Prüfungsstoff

Eigene Übung mit und durch Medien unter Berücksichtigung der im Seminar erarbeiteten Theorien.

Literatur

Eine ausführliche Literaturliste wird in der ersten Sitzung ausgegeben. In der Seminarbeschreibung zitiert werden:

Foucault, Michel (1977): Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Foucault, Michel (1986): Der Gebrauch der Lüste. Sexualität und Wahrheit. Zweiter Band. Unter Mitarbeit von Ulrich Raulff und Walter Seitter. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Foucault, Michel (1986): Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit. Dritter Band. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Foucault, Michel (2015): Ästhetik der Existenz. Schriften zur Lebenskunst. Hg. v. Daniel Defert. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Menke, Christoph (2003): Zweierlei Übung. Zum Verhältnis von sozialer Disziplinierung und ästhetischer Existenz. In: Axel Honneth und Martin Saar (Hg.): Michel Foucault. Zwischenbilanz einer Rezeption : Frankfurter Foucault-Konferenz 2001. 3. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 277–282.
Stengers, Isabelle (2013): Introductory Notes on an Ecology of Practices. In: CSR 11 (1), S. 183–196.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Do 19.05.2022 10:29