Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170612 SE MA 1.2. "Theatrale und mediale Prozesse" (2017W)

Medienkultur der Neuen Sachlichkeit

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Anmeldung: Die selbstständige Anmeldung über u:space innerhalb der Anmeldephase zu Semesterbeginn ist für die Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung verpflichtend. Eine nachträgliche Anmeldung ist nicht möglich. Die Anmeldezeiten entnehmen Sie bitte unserer Homepage unter https://spl-tfm.univie.ac.at/studium/

Anwesenheitspflicht in der ersten Einheit: Studierende, die der ersten Einheit unentschuldigt fern bleiben, verlieren ihren Platz in der Lehrveranstaltung. Studierende von der Warteliste können nachrücken.

Plagiate: Prüfungsleistungen und Prüfungszugänge, die durch das Verwenden unerlaubter Hilfsmittel oder durch absichtsvolles Plagiieren erlangt werden, werden laut Satzung der Universität Wien (§13, §74) nicht beurteilt, sondern im Sammelzeugnis untilgbar mit (X) bewertet. Dies ist auch nach bereits erfolgter Benotung rückwirkend möglich, wenn sich der Tatbestand des Plagiats erst im Nachhinein erweisen sollte. Als Plagiat gilt die absichtsvolle und undeklarierte Übernahme von fremdem geistigen Eigentum ohne Angabe der Quelle; der Begriff des Plagiats umfasst dabei wörtliche Zitate ebenso wie übersetzte Übernahmen und Paraphrasen.

Weitere Infos zum Studium finden Sie unter https://spl-tfm.univie.ac.at/

Details

max. 34 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 13.10. 16:45 - 18:15 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Samstag 02.12. 08:30 - 14:45 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sonntag 03.12. 08:30 - 14:45 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Samstag 09.12. 08:00 - 14:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sonntag 10.12. 08:00 - 14:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt:
Die Neue Sachlichkeit ist die vorherrschende Stilrichtung der Zwischenkriegszeit der Weimarer Republik. In Kunst, Literatur, Film und Fotografie stellt sie vor allem alltägliches Erleben in den Vordergrund und aktualisiert das realistische Paradigma für die Moderne des 20. Jahrhunderts. Sie wird gemeinhin als nüchtern, pathosfern, anti-manieristisch, objektivistisch und medienplural rezipiert und gilt als jene Kunstrichtung, welche erstmals die Phänomene Massengesellschaft und Massenmedien sowie Großstadtleben und technisierte Arbeitswelt artifiziell in den Blick genommen hat. Ihre Akteure thematisieren die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Debatten ihrer Zeit mithilfe einer gänzlich neuen ‚Tatsachenästhetik‘, welche die vormals expressionistische Kunst überwindet.

Architektonisch ist zweifellos das Bauhaus die berühmteste Ausdrucksform neusachlichen Bauens und Wohnens und bis in die Gegenwart prägend für modernistische Architektursprache. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endet die Neue Sachlichkeit und wird, obwohl von den Machthabern verboten, teils ästhetisch von diesen fortgeführt.

Im Seminar soll der medialen, kulturellen und politischen Vielschichtigkeit der Neuen Sachlichkeit als Medienkultur begegnet werden, wobei ein Schwerpunkt auf filmischen und fotografischen Arbeiten liegen wird. Unter anderem werden die Oeuvres von Fotografen wie Albert Renger-Patzsch, August Sander, Hein Gorny oder László Moholy-Nagy und Filme wie „Die freudlose Gasse“ (1925), „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ (1927) „Menschen am Sonntag“ (1930), „M“ und „Kuhle Wampe“ (1932) Gegenstand des Seminars sein. Außerdem werden zwei Texte neusachlicher Literatur besprochen, darunter Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“.

Ziele:
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Seminars
– haben die Studierenden einen Überblick über die historische Medienkultur der Neuen Sachlichkeit,
– haben sie wichtige Kunstwerke der Neuen Sachlichkeit rezipiert und sich theoretisch mit ihnen auseinandergesetzt,
– haben sie medienkomparatistische Fertigkeiten anhand der Analyse von Beispielen (Fotografie, Film, Literatur) erworben
– und können sie das erlernte Wissen in ein Seminaressay mit eigener Themenwahl überführen und anwenden.

Methoden:
Das Seminar findet als Blockveranstaltung statt. Zu Vorlesungsbeginn werden die Seminarkonzeption, die einzelnen Themen sowie die spezifischen Leistungsanforderungen in der ersten Sitzung vorgestellt; dort werden auch die Expertengruppen zusammengestellt.
Bis zum ersten Blocktermin wird den Studierenden so eine Phase des Selbststudiums ermöglicht. Sie bereiten in dieser Zeit theoretische Texte vor, die während des ersten Blocks besprochen werden. Bis zum ersten Blocktermin reichen die Studierenden zwei Lesekarten ein, welche die grundlegende Textargumentation zweier theoretischer Texte zusammenfassen (Umfang: ein bis zwei Seiten). Die Lesekarten werden mit weiterführenden Fragen versehen, die noch vor dem ersten Blocktermin allen Studierenden zugänglich gemacht werden.
Während der zwei Blöcke werden die einzelnen Themeneinheiten sowohl vom Dozenten als auch von studentischen Expertengruppen geleitet. Die Expertengruppen überlegen sich in Absprache mit Dozenten Moderationsfragen, Analysebeispiele, Gruppenmethoden u.ä.
Auf diese Weise wird ein selbstbestimmtes, zugleich aber angeleitetes und unterstütztes Lernen gefördert, das der Idee des „forschenden Lernens“ folgt. Nach Abschluss des Blocktermins verfasst jeder Studierende noch einen kurzen Essay im Umfang von fünf Seiten, welcher das erlernte Wissen z.B. in Form einer Filmanalyse oder Theoriebesprechung transferiert.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Regelmäßige aktive Teilnahme an den Seminardiskussionen, Vorbereitung der Seminartexte und -filme, Anfertigung von Lesekarten, Teilnahme an Expert*innengruppe/Referat, individueller Seminaressay.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Regelmäßige Teilnahme. Für die Endnote sind folgende Teilleistungen und -noten relevant, die in selbstständiger Arbeit erbracht werden müssen:
- 2 Lesekarten (jeweils 5%)
- Expertengruppe (25 %)
- Seminaressay (65%)
Das Seminar ist bestanden, wenn die Endnote rechnerisch mindestens ein "Genügend (4)" ergibt.

Prüfungsstoff

Zum Prüfungsstoff des Seminars gehören die im Seminar behandelten Inhalte sowie beim Seminaressay ggf. weiterführende, zusätzlich recherchierte Literatur und Filme.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

092: § 5(1)

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:42