Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170612 SE MA 1.2. "Theatrale und mediale Prozesse" (2021S)

Ausstellungsperformance / Performance Ausstellungen als künstlerische Praxis

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Beginn: 15.3., Online (ZOOM): Zugangslink auf moodle

MO 15.03.2021 16.45-18.15
MO 22.03.2021 16.45-18.15
MO 12.04.2021 16.45-18.15
MO 19.04.2021 16.45-18.15
MO 26.04.2021 16.45-18.15
MO 03.05.2021 16.45-18.15
MO 10.05.2021 16.45-18.15
MO 17.05.2021 16.45-18.15
MO 31.05.2021 16.45-18.15
MO 07.06.2021 16.45-18.15
MO 14.06.2021 16.45-18.15
MO 21.06.2021 16.45-18.15
MO 28.06.2021 16.45-18.15


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

In der Geschichte der Ausstellungspraxis nehmen nicht nur die präsentierten Kunstwerke eine zentrale Postion ein, sondern auch die Räume der Galerien und Museen. Fensterlose Räume, weiß getünchte Wände, Teppichböden dämmen die Schritte der Besucher*innen, das "Draußen", die Lebenswelt wird nicht herein gelassen. Geschlossene Wertsysteme sollen die ausgestellte Kunst nicht stören. Galerien, Museen sind dem Ästhetischen gewidmet. In dieser Umgebung wird die Alltagswahrnehmung zu einer Wahrnehmung ausschließlich ästhetischer Werte. Die Kunstwerke sind gerahmt, aufgehängt, im Raum verteilt. Die Galerie-Räume scheinen auf unsere Augen und Ohren konzentriert zu sein, unsere raumgreifenden Körper hingegen sollen verborgen bleiben. In den Ausstellungsfotografien fehlen die Menschen, so sind wir, die Betrachter*innen da, ohne hier zu sein: eliminiert. Die Vorstellung dieser visuellen Kultur definiert der Salon der Künste im 18. und 19. Jahrhundert: die Konstruktion eines Idealbildes der Galerien und Museen.
Das Ausstellen in den weißen Zellen, in the „White Cube“, erzählt aber nicht nur von den Räumen, sondern auch von den Kontexten, von ihren gesellschaftspolitischen und kulturhistorischen Dimensionen, von der Interpretation der ausgestellten Objekte, von Ankaufspolitik, Sammeltätigkeit, Archivierung und Kanonisierung, von Moden, Geschmack, dem Verhalten der Besucher*innen. Am Ende des 19. Jahrhunderts werden die strukturellen Bedeutungen der Bildränder schwächer, die Beziehung zwischen gemalter Bildfläche, Rahmen und dahinter liegender Wand erfasst die Texturen der Leinwände. Bildflächen werden traktiert, aufgeschnitten, bis das Bild von den Haken, den Wänden genommen wird, und der Verputz der Wand direkt angegriffen wird. Papier, Stoff, Glas werden an die Wand geheftet, aktivieren raumgreifende Installationen. Die Künstler*innen agieren in und mit ihren Objekten, bis schließlich der Körper zum Ausdrucksmedium der Ausstellungs-Performance wird. Das Ausstellen wird von Künstler*innen als Material und als Format eingesetzt, entwickelt sich zum künstlerischen Handlungsfeld, zum Aktionsfeld. Das Ausstellen wird als eigene künstlerische Ausdrucksform, als Kunstprozess konzipiert, das Display wird zum Ausstellungsstück. Auch die Rollenverteilung der beteiligten Personen wird neu verhandelt. Das Erfahrungsfeld des Aktionsraumes (räumlich, zeitlich) zwischen Performer*in, Publikum, Kurator*in, zwischen aktiver und passiver Position wird innerhalb des Ereignisses Ausstellungs-Performance rekonfiguriert. Die Räume und die Schutzzonen um die Kunstwerke werden aufgerissen. Das "Draußen", die Alltagswelt wird eingelassen, Performer*innen bewohnen (kochen, essen, schlafen, duschen, urinieren) die Kunsträume, diskutieren mit den Besucher*innen. Das Prinzip der Performance-Ausstellungen basiert auf dem gleichzeitig stattfindenden Ereignis zwischen Betrachter*innen und Performer*innen. Nach Ende des Live-Teils als Performance Programm muss sich wiederum die nachfolgende Ausstellung dem Problem stellen, welche Exponate, Objekte, die mit dem verkörperlichten Ausdruck in Verbindung gebracht werden, können ausgestellt, visualisiert werden. Der Philosoph Gerald Raunig beschreibt Handlungsfelder, die gleichzeitig Strategien von Involvierung und Selbsthinterfragung bedienen als "instituiernde Praxen"( Stefan Nowotny; Gerald Raunig, Instituierende Praxen. Bruchlinien der Institutionskritik, 2016). Performer*innen und Öffentlichkeit reflektieren über Statuszuweisungen und Machthierarchien. Diskursive und partizipative Projekte im Ausstellungsraum bedeuten mehrfache Verschiebungen im Hinblick auf die Parameter Raum, Zeit, Situation und ihrer institutionellen Einbindungen. Mit ausgewähltem Anschauungsmaterial (Documenta Kassel, Biennale Venedig, Marina Abramović, Josef Lena Knebl, Rirkrit Tiravanija u.a.) werden das Ausstellen und die Ausstellung als konzeptionelle Bestandteile von Performances untersucht.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Ziele und Methoden

Über das Ausstellen nachdenken mit dem Prozess des Ausstellens, das Seminar geht der Frage nach wie Künstler*innen das Ausstellen von Körper/Kunst konzipieren und praktizieren, wie unterschiedliche Ausformungen des Ausstellens theoretisch und praktisch moduliert werden. Seit Öffnung der Kunsträume ereignen sich Prozesse der Bedeutungsverschiebungen zwischen Subjekten und Objekten. Der Ausstellungsraum als Ort performativer Erprobung, als künstlerisches Kommunikations- und Vermittlungsmedium, als künstlerisches Praxisfeld soll die ortsspezifischen Settings Galerien, Museen und die temporären Kunsträume untersuchen. Räumliche Umgebungen und Situationen werden geschaffen, damit Personen, Objekte, Körper aufeinander treffen können. Die Übersetzung der Aktion, der Live-Performance in den nachfolgenden Ausstellungskontext muss sich auch den Problemfeldern der Historisierung der Performancekunst als Genre stellen, auch den Fragen der Kommerzialisierung und Selbstermächtigung.
Kriterien für den Abschluss bestehend aus 3 Teilen: 1) Forschungskonzept/Arbeitsgruppen, Einreichung bis 20.April 2021; 1a) online Besprechung der Konzepte im Mai; 2) Werkstattgespräch/Online Plenum oder je nach aktueller Maßgabe Präsenz Plena im Juni; 3) schriftl. Arbeit bis 4.9.2021

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Bewertungsschlüssel: Forschungskonzept/Arbeitsgruppe 30%, online Präsentation/Werkstattgespräch 30%, Schriftliche Seminar-Arbeit 40%.
1) Aufschlüsselung der Bewertung des Konzepts (max. 30 Punkte)
30-27 Punkte: Sehr gut; 26–23 Punkte: gut; 21–18 Punkte: befriedigend; 17-14 Punkte: genügend; ab 13 Punkt ungenügend; 2) Aufschlüsselung der Bewertung Werkstattgespräch (max. 30 Punkte) 30-27 Punkte: Sehr gut; 26–23 Punkte: gut; 121–18 Punkte: befriedigend;17- 14 Punkte: genügend; ab 13 Punkt ungenügend; 3) Aufschlüsselung der Bewertung der schriftlichen Arbeit (max. 40 Punkte) 40-35 Punkte: Sehr gut; 34–28 Punkte: gut; 27–21 Punkte: befriedigend; 20-14 Punkte: genügend; ab 13 Punkt ungenügend;

Prüfungsstoff

siehe moodle

Literatur

siehe moodle

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26