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170620 SE MA 1.3. "Diskurse und Methoden" (2020S)

Antihermeneutik: zur Abwendung von Sinn und Verstehen in Medien und Theorie

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 06.03. 15:00 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Freitag 24.04. 13:15 - 18:15 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Samstag 25.04. 14:00 - 19:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Freitag 22.05. 13:15 - 18:15 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Samstag 23.05. 14:00 - 19:00 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Freitag 26.06. 13:15 - 18:15 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
Samstag 27.06. 14:00 - 19:00 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt:
Eine zentrale Strategie jener medienwissenschaftlichen Herangehensweise, die von Friedrich Kittler begründet worden war, besteht in der Problematisierung der Hermeneutik – jenes inhaltsorientierten Fokus’ auf das Verstehen, der für die traditionellen, buchkulturell dominierten Geisteswissenschaften charakteristisch war. Diese Stoßrichtung fügt sich ein in einen breiteren Trend der jüngeren Theoriebildung, insofern auch in Gestalt neuer Affekttheorien, Materialismen oder Realismen eine Abkehr von der Vermittlungsleistung des Symbolischen als dem maßgeblichem kulturwissenschaftlichen Forschungsinteresse vollzogen wird. Zugleich ist im Bereich medientechnologischer Entwicklungen selbst ein Begehren nach Unmittelbarkeit zu konstatieren, das sich neben der schwindenden Relevanz des Schriftsprachlichen zugunsten von Präsenz und Affekt auch im Anspruch manifestiert, Interpretation durch Datenanalyse ersetzen zu können. Im Seminar wollen wir versuchen, einige Grundlinien dieser vielfältigen Strömungen des Antihermeneutischen nachzuzeichnen.

Methoden:
Als zentrale Referenzpunkte werden uns Marie-Luise Angerers Klassiker „Vom Begehren nach dem Affekt“ sowie Roberto Simanowskis Überlegungen zum Verstehen von Kunst in digitalen Medien dienen. Von diesen ausgehend befassen wir uns mit antihermeneutischen Tendenzen einerseits in der medientechnischen Entwicklung, andererseits in programmatischen Texten zeitgenössischer Theoriebildung.

Ziele:
Die Studierenden setzen sich mit der Marginalisierung des Symbolischen auseinander, die sie sich in zeitgenössischen Medienumwelten und Theorieentwürfen parallel vollzieht. Zu reflektieren ist hierbei einerseits ein wiedererwachtes Begehren nach Unmittelbarkeit und andererseits die Frage, wie und wo implizite Sinnszusammenhänge und Konzeptualisierungsweisen trotz der Abkehr von Verstehen und Interpretation wirksam bleiben.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Es handelt sich um eine Lehrveranstaltung mit immanentem Prüfungscharakter. Neben der aktiven Teilnahme fließen das übernommene Referat, die Beteiligung an den vorbereitenden Onlineforen sowie die Abschlussarbeit in die Beurteilung ein.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Voraussetzungen für den positiven Abschluss der Lehrveranstaltung sind regelmäßige Teilnahme, die Übernahme eines Kurzreferats (15-20 Minuten) sowie Beiträge zu einem vorbereitenden Online-Diskussionsforum im Vorfeld jedes Blocktermins, welche die eigenständige Auseinandersetzung mit der Literatur dokumentiert, sowie eine kurze Abschlussarbeit (2500 Wörter), welche bis 15.7.2020 einzureichen ist. Eine etwaige Abwesenheit von einzelnen Blockterminen ist individuell mit dem Lehrveranstaltungsleiter abzuklären.
Die Beurteilung setzt sich zu je 25% zusammen aus:
- Referat
- regelmäßige, aktive Mitarbeit
- Beiträge im Onlineforum
- Abschlussarbeit

Prüfungsstoff

Das vollständige Semesterprogramm wird in der Vorbesprechung präsentiert.

Literatur

Marie-Luise Angerer (2007): Vom Begehren nach dem Affekt. Zürich/Berlin: Daphanes.
Hans-Ulrich Gumbrecht (2004): Diesseits der Hermeneutik. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Roberto Simanowski (2014): „The Alien Aesthetic of Speculative Realism, or, How Interpretation Lost the Battle to Materiality and How Comfortable this Is to Humans”, S. 359-381 in Speculations V: Aesthetics in the 21st Century.
Weitere Literatur wird in der Vorbesprechung bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:20