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170701 VO Theater und/als Medizin (2017S)

Vorlesung mit interaktiven Elementen

Details

max. 100 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Beginn: 14.3.2017

Dienstag 07.03. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 14.03. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 21.03. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 28.03. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 04.04. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 25.04. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 02.05. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 09.05. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 16.05. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 23.05. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 30.05. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 13.06. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)
Dienstag 20.06. 16:45 - 18:15 (ehem. Jura-Soyfer-Saal (THW) Hofburg, 1.Stock)

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Unsere gegenwärtige Wissenschaftsgesellschaft ist durch Rationalisierung und Digitalisierung gekennzeichnet. Dem gegenüber stehen eine stetig wachsende Branche von spirituellen und körperlich Gesundheit und Heilung versprechender Angebote, Emotionalität und Emphatie inbegriffen. Die Vorlesung möchte jene Kunstformen untersuchen, die diese gesellschaftlichen Tendenzen subtil aufgreift und verarbeitet, auch in Frage stellt. Die "yperreflexionsmaschine"Schlingensief hat die eigene Biografie als Parameter verwendet, der versehrte Künstler stellt die Protokolle der Selbstbefragung aus, verwendet das Theater als Beichte, zur (Er)-Lösung und Transformation. Schlingensief nennt sein Aktions-Verfahren "ellteilungsforschung", nicht die heilende Wunde wird gezeigt, sondern die permanente Zellteilung. Der kranke Körper Schlingensief, der seine Röntgenbilder zeigt, der sein Sterben und seinen Umgang mit der Krankheit öffentlich gelebt, in seinen Arbeiten ausgestellt hat, zeigt das Röntgenbild wie ein Schwarzbild, ein überbelichtetes Negativbild, das nach den Leerstellen des Menschseins und eben nicht nach der schulmedizinisch brauchbaren Funktionalität des Körpers. Die Aspekte des kranken Körpers zeigen aber auch den kranken Gesellschaftskörper, der aufgeschnitten, zerlegt wird. Auch Joseph Beuys seziert wie ein Arzt die Wunden, stellt den Menschen in den mikrokosmischen Mittelpunkt des Seins. Die Polarität zwischen Patienten und Arzt, zwischen Heilkundigen und Kranken findet sich sowohl in seinen raumfüllenden Objekten, in den Zeichnungen und in seinen Aktionen: symbolträchtige Gesten, Materialreste verweisen auf die Thematik: "Denkmal einer Milz" ,"Ohrknochen", "Therapeutisches Grundmodell" , "Haus des Schamanen", wie auch eine Fülle von Gebrauchsgegenständen in seinen Objektwelten einbezogen werden : Heftpflaster, Röntgenplatten, Kunststoffspritzen. Der mit magischen Kräften iniierte Performer wird zum Transformer, führt rituelle Gesten und Trancetechniken aus, hantiert mit medizinischen Gerätschaften. Für Rudolf Schwarzkogler waren Atemtechniken, Meditationsübungen, Rede und Nahrungsverbote produktive Strategien der Transformation. AA Bronson setzt sich mit dem Thema Heilung und Spiritualität auseinander, schafft eine Verbindung zwischen Life-Style-Healing Hype und dem künstlerischen Potential alternativer Heilmethoden. Die SelfSightSeeing Company vermengt in Sound Pharmacy Musik, Gesang, performance mit Praktiken des Rituals unter Verwendung von historischen Apothekeneinrichtungen, Laborgeräten zu einer interaktiven Rauminstallation. Eine weitere Form direkter künstlerischer Heilung entwickelt die Performerin Ann Liv Young, ihr Alter-Ego Sherry bietet die sogenannte Sherapy an. Aber auch der Tänzer und Performer Ivo Dimchev verspricht in seinem Stück I-Cure Heilung: Ironie oder Wahrhaftigkeit?

Ziele, Methoden:
Zu meiner Vorlesung passend liegt der Schwerpunkt in dieser Lehrveranstaltung auf den Gemengen und Mixturen zeitgenössischer installativer Kunstprojekte. Performance und Rauminstallationen setzen auf ihr künstlerisches Potential, um der gefühlten Ohnmacht eine Art Beschwörung entgegen zusetzen, magische Methoden zu aktivieren, die zu einer kritischen Auseinandersetzung und Reflexion mit der Welt und Gesellschaften führen.
Räume der Interaktion sollen entstehen, die Distanz zwischen Lehrender und Studierenden sollen aufgebrochen werden, ein wissenschaftlicher Diskurs mit teilnehmender Beobachtung an künstlerischen Prozessen entstehen.
Erkennisse über Ritualdynamik, Wissenschaftsgeschichte, Alchemie, Medizin, Pharmazie
Strategien der Performer*in um in den Stand des Transformers zu gelangen; der Einfluss von magischer Heilkunde und Medizin im künstlerischen Schaffensprozess
Einflussbereich der Naturwissenschaften, Medizin, Alchemie, Pharmazie
Performer*in als Schaman*in und Alchimist*in

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Interaktive Teilnahme

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Bereitschaft für fächerübergreifende Themen und aktives Diskuteiren und Einbringen von künstlerischen und wissenschaftlichen Erfahren aus den je eigenen Bereichen.

Prüfungsstoff

Ausgewählte Phänomene

Literatur

siehe moodle plattform

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Sa 24.04.2021 00:19