Universität Wien FIND

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Lesen Sie bitte die Informationen auf studieren.univie.ac.at/info.

170711 UE Das Vermessen der Wirklichkeit (2017S)

Wahrheit, Wissen, Evidenz im digitalen Zeitraum

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Freitag 10.03. 18:30 - 20:00 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Samstag 06.05. 09:45 - 16:30 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Sonntag 07.05. 09:45 - 16:30 Seminarraum 3 2H467 UZA II Rotunde
Samstag 17.06. 09:45 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde
Sonntag 18.06. 09:45 - 16:30 Seminarraum 2 2H415 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

An Zugängen führt kein Weg zur Welt vorbei. Erfahrungen von der Welt sind durch ihre medialen Referenzen eröffnet und bestimmt. Die differenzierten Übertragungsleistungen von Medien virtualisieren und aktualisieren unterschiedliche mögliche und unmögliche Weltverhältnisse. Diese medialen Differenzen erscheinen durch den Computer entgrenzt, der in der großräumigen Übersetzung in Zahlen Multimedialität simuliert. Der Rechner gibt den Anschein eines universalen Codes, der sich Menschen in ihren gewohnten Zeichensystemen zeigen kann, ohne ihrer undeutlichen Sprache zu bedürfen. Der modernen sinnentleerten Vorstellung, dass die Wirklichkeit im überschwänglichsten Fall nichts anderes als subjektive und parteiische Konstruktion sei, hält die Techno-Logik des Computers die „reine“ mathematische Geistestechnik entgegen: Vom Menschen und seinem Wahr-nehmen getrennt behauptet, rechnet der Computer automatisch und vermeintlich objektiv mit der Wirklichkeit und macht den Menschen selbst zu seinem Objekt. Mit der Übersetzung „aller“ Zeichen in ein universales Binärsystem, soll er im unüberschaubaren Haufen von Personendaten im irdischen Raum universelle Strukturen entlarven. Der Rechner fragt nicht mehr nach dem Warum, sondern antwortet mit Was und Wie. Diese Hintergründe untersucht diese Lehrveranstaltung sowohl in ihren soziohistorischen Einbettungen von digitalen Techno-Logiken der (Post-)Moderne wie in ihren technokratischen und globalen „Wirkkräften“ in Politik (z. B. Wählerstatistiken, Meinungsumfragen) wie Recht (z. B. predictive policing).

Ziel der Übung ist es, anhand von Beispielen aus der Regierungs- und Rechtspraxis gemeinsam ein historisches Verständnis hinter der aktuellen Handhabung von soziopolitischer Wirklichkeit zu entwickeln, das Durckwirken neuer digitaler Medien auf die Wahrheitsordnung gegenwärtiger zeitlicher wie sozialer Räume zu problematisieren und den universellen Anspruch von digitalen Techno-Logiken in globaler Anwendung ansprechbar zu machen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

1.) Für jede Einheit sind mehrere Texte vorzubereiten. In Gruppen wird einer dieser Texte gemeinsam zu bearbeiten und innerhalb von 15-20 Minuten im Plenum vorzustellen sein.
2.) Neben der Gruppenarbeit ist einmalig die Rolle eines discussant zu übernehmen, der denselben Text gelesen haben und auf Rhetorik wie inhaltliche Darstellung Feedback geben wird.
3.) Eine schriftliche Hausarbeit von etwa 35.000 Zeichen, die sich im thematischen Rahmen des Seminars bewegt, ist bis 31. Juli 2017 einzureichen. Bitte schicken Sie mir für Ihre Hausarbeit bis 30. Mai 2017 ein Konzept zu.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Zur positiven Evaluierung sind neben regelmäßiger Teilnahme alle drei oben genannten Leistungen zu erbringen. 50% der Benotung fallen auf die im Unterricht erbrachten Leistungen, 50% auf die Hausarbeit und das vorgelegte Konzept. In der ersten Einheit werden im Detail die Bewertungsgrundlagen bekannt gegeben. Diese werden zu Beginn des Semesters auf Moodle abrufbar sein.

Bitte beachten Sie, dass Ihre Leistungen nur dann positiv bewertet werden können, wenn Sie nicht mehr als 6 Lehrstunden bzw. 4,5 Stunden versäumen.

Prüfungsstoff

Literatur

zur Einstimmung: Antonia Majaca, „Little Daniel Before the Law. Algorithmic Extimacy and the Rise of the Paranoid apparatus“, in: e-flux, September 2016, www.e-flux.com/journal/75/67140/little-daniel-before-the-law-algorithmic-extimacy-and-the-rise-of-the-paranoid-apparatus/, 28.01.2017.

Literaturhinweise und Lektüre werden auf Moodle bereitgestellt

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36