Universität Wien FIND

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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

170732 UE Medien der Geschichte (2021S)

Dialektische Bilder und künstlerische Forschung

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
DIGITAL

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine

Die LV findet bis auf Weiteres DIGITAL statt!

Termine:

MITTWOCH ab 17.3.2021, 15:0016:30


Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt:
Vor dem Hintergrund zahlreicher Ausstellungen und Publikationen der letzten Jahre zum Realitätsbezug von Kunst macht die Lehrveranstaltung MEDIEN DER GESCHICHTE das Verhältnis von Wirklichkeit und ihren medialen Darstellungen, bzw. die Erforschung dieses Verhältnisses in der Gegenwartskunst zum Thema. Die LV nähert sich dem Gegenstand von einem geschichts-philosophischen Standpunkt aus: Historiker*innen haben den Anspruch, einer vergangenen Wirklichkeit gerecht zu werden. „Geschichte“ kann deshalb als eine Art Modellfall für die Darstellungen von Wirklichkeit herangezogen werden, als ein Gegenstand, der es erlaubt die komplexen Wechselbeziehungen von Abbild und Wirklichkeit in concreto zu untersuchen.
Ausgangspunkt für diese Herangehensweise ist Walter Benjamins Philosophie der Geschichte und sein vielzitierter Begriff des „dialektischen Bilds“ bzw. Georges Didi-Hubermans Assoziation des dialektischen Bilds mit dem Abdruck. Dieser theoretische Hintergrund wird im ersten Teil der LV vorgestellt und erarbeitet.
Analog zu Didi-Huberman, der in "Ähnlichkeit und Berührung" Werke quer durch die Kunstgeschichte als konkrete Entsprechungen zu Benjamins dialektischem Bild interpretiert, werden im zweiten Teil ausgewählte Kunstwerke als dialektische Bilder gelesen. Der Frage nach den Spuren der Vergangenheit, die Gegenstand von Geschichtsschreibung werden oder anders gesagt: der Medien, in denen „Geschichte“ sich artikuliert soll also in künstlerischen Arbeiten nachgegangen werden. In den Werkanalysen wird auch das Potenzial verschiedener künstlerischer Techniken oder Medien – wie Fotografie, Abdruck, Frottage usw. – zur Erforschung des Verhältnisses von Abbild und Wirklichkeit ausgelotet.
Durch die Überkreuzung abstrakter, sprachlich verfasster Fragen mit konkreten Werken wird das Feld der künstlerischen Forschung (Artistic Research) erschlossen und gezeigt, wie künstlerische Praxis und Expertise zur Bearbeitung theoretischer Fragen produktiv gemacht werden kann.
Ziele:
– Kenntnis von Walter Benjamins Begriff des dialektischen Bilds und Georges Didi-Hubermans Werk „Ähnlichkeit und Berührung“ sowie ausgewählter Kunstwerke zum Thema
– Kompetenz, Werke der bildenden Kunst als Ergebnisse künstlerischer Forschung zu analysieren, d.h. die Fragen zu formulieren, aus denen die Werke hervorgehen und welche sie aufwerfen
– Fähigkeit, Kunstwerke als Forschungsergebnisse zu lesen und sie in Dialog mit anderen Wissensfelder zu bringen – in der LV konkret mit Benjamins Geschichtsphilosophie und
Didi-Hubermans Bildtheorie
– Erforschung des Potenzials unterschiedlicher künstlerischer Techniken und Medien für Forschungsfragen
– Einblick in die Disziplin der künstlerischen Forschung anhand konkreter Beispiele
Methoden:
Teil 1: Einführung in das Thema (17.3.)
Teil 2: Close Reading der ausgewählten Texte, die zur Verfügung gestellt werden. Diese werden in Kurzreferaten präsentiert und in einer strukturierten Diskussion erarbeitet (Referatvergabe am 17.3.)
Teil 3: Eigenständige Analyse von Werken der bildenden Kunst als künstlerische Forschungsprojekte. Studierende können aus einer bereitgestellten Liste von künstlerischen Arbeiten wählen oder eigene Vorschläge machen. Die Analysen werden in Form von Kurzreferaten vorgetragen und in der Gruppe besprochen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Anwesenheit in allen Einheiten der LV, aktive Teilnahme an den Diskussionen inklusive vorbereitende Lektüre für jede Einheit, positiv beurteilte Absolvierung aller Teilleistungen, siehe Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

– Kurzreferat über einen Textabschnitt und Diskussionsleitung dazu (25%)
– In Einzelarbeit oder Teamarbeit (max. zwei Personen) Vorbereitung einer Werkanalyse und Präsentation in der Gruppe oder Präsentation eines eigenen Werks, das Fragen die im Kontext der Lehrveranstaltung relevant sind, bearbeitet (50%)
– Verschriftlichung der Werkanalyse oder Dokumentation des Werks inklusive Analyse
(max. 5 Seiten, 25%)

Prüfungsstoff

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung, alle Einzelleistungen wie oben ausgeführt müssen positiv beurteilt sein.

Literatur

Walter Benjamin: Das Passagen-Werk, GS, Bd. V.1 und Bd. V.2. (Frankfurt/Main: Suhrkamp: 1982)
Georges Didi-Huberman: Ähnlichkeit und Berührung. Archäologie, Anachronismus und Modernität des Abdrucks, aus dem Frz. von Christoph Hollender (Köln: DuMont, 1999)

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 21.04.2021 11:26