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170733 UE ZWISCHENSICHTEN: FILMPORTRAITS | Artistic Research x Filmmuseum (2021W)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
VOR-ORT

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Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

So es die Situation rund um Covid zulässt, finden die Termine im Kinosaal des Österreichischen Filmmuseums, Augustinerstraße 1, 1010 Wien, statt. Näheres dazu per Mail kurz vor Vorlesungsbeginn.

Dienstag 12.10. 14:15 - 17:15 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 19.10. 14:15 - 17:15 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 16.11. 14:15 - 17:15 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 23.11. 14:15 - 17:15 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 14.12. 14:15 - 17:15 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 11.01. 14:15 - 17:15 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG
Dienstag 25.01. 14:15 - 17:15 Österreichischen Filmmuseum "Unsichtbares Kino 3" EG

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt

Wie könnte eine Beforschung von Begegnung im Ästhetischen aussehen? Ausgehend von Christiana Perschons feministischem Künstler*innenportrait „Sie ist der andere Blick“ (2018) sowie ihrem „Performativen Archiv in Bewegbildern“ und Fragmenten aus ihrer aktuellen Arbeit zu „Film und Fürsorge“ soll ein Denken in der Arbeit mit dem Ästhetischen eingeleitet und reflektiert werden: Das experimentelle filmische Portrait ist dabei Angelpunkt der Auseinandersetzung: Wie nähere ich mich einem Menschen oder einem Menschenbild? Was kann ich über einen Menschen oder von ihm erfahren, wenn ich eine Kamera als Blickwerkzeug dabeihabe? Wenn jeder Begegnung etwas Bildhaftes innewohnt: Mit welchen Bedingungen des Sichtbarmachens und Verbergens konfrontiert die Idee von Gegenseitigkeit? Was, wenn die Narration Nebensache ist?

Ausgehend von Dieter Merschs Konzeption einer „Forschung im Ästhetischen“ (Mersch 2020) wollen wir uns experimentell der Praxis des Filmportraits widmen, das Wesen von Begegnung befragen und Blickrichtungen weiterdenken und drehen: Jenseits von talking heads und objektifizierenden Konfrontationen sollen Formen einer audiovisuellen Annäherung erprobt und reflektiert werden, die Begegnung suchen und die Potentiale der dazwischengeschobenen Apparatur ausloten. Wo ist die durch die Kamera entstehende Distanz zu wahren, wo ist sie zu überwinden? Was hat es mit Nahferne und Fernnähe auf sich? Wie ist mit Unentscheidbarkeiten oder dem Nichtdarstellbaren filmisch umzugehen – und inwiefern kann darin Forschung wirksam werden?

Entlang von kleinen experimentellen filmischen Versuchen, die Menschenbilder zeichnen, wird es darum gehen, eine „Zwischensicht“ zu generieren, die auf formale Mitbestimmung durch die portraitierte Person baut, den Zeitraum zwischen dem Selbst und der*dem Anderen wahrnimmt, Vorstellungen von Ich und Wir reflektiert und neu verhandelt. Der Erfahrungsaustausch mit dem Subjekt als queer-feministische Strategie ist dabei ebenso zentrale Voraussetzung wie die Bereitschaft, von der portraitierten Person und dem, was sie umgibt, zu lernen. Eine kritische Bezugnahme zu vorgefertigten Ideen zum Dokumentarischen und seinen vermeintlichen Authentizitäten ist unserem Vorhaben folglich inhärent.

Ziele
Die Lehrveranstaltung ist als Einführung in die künstlerische Forschung und ihre Ansätze konzipiert. Sie konfrontiert mit archivarischen und künstlerischen Anliegen, Arbeitsweisen und Erfahrungen der Praxis. Ziel ist es, Film und Bewegtbild als ein Werkzeug der Wissensproduktion und des Erkenntnisgewinns begreiflich und nutzbar zu machen. Wir arbeiten in Anlehnung an zeitgenössische Praxen und Theorien des Experimentalfilms. Die Resultate der künstlerischen Forschungsprojekte (kurze experimentelle Portraits und ihre Diskursivierung) werden potentiell und formabhängig im Kinosaal oder via-Online-Formate des Filmmuseums präsentiert und diskutiert.

Methoden
Zu Beginn ist ein Screening und Künstlerinnengespräch mit Christiana Perschon geplant. Unter wissenschaftlich-künstlerischer Anleitung werden anschließend experimentelle Portraits konzipiert, versuchsartig umgesetzt und der Forschungsprozess dabei dokumentiert. Die Umsetzung der jeweiligen künstlerischen Forschungsprojekte erfolgt in der Gruppe und wird als work in progress jede Einheit betreut.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Zunächst ist einzeln und schriftlich eine konzeptuelle Reflexion auszuarbeiten (1 Seite). Die konzeptuelle Arbeit erfolgt in der Gruppe und ist in ihrem Fortschritt jede Einheit zu dokumentieren. Auf die zweiwöchentlichen Kurzpräsentationen gibt es stets Feedback – es wird Einheit für Einheit kollektiv daran gearbeitet. Nach der Exposition / Abschlusspräsentation der Projekte ist ein kurzer Bericht über Prozess und Erkenntnisgewinn einzureichen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Der Besuch dieses Moduls bedingt den erfolgreichen Abschluss des Pflichtmoduls der STEOP.

Der positive Abschluss aller Teilleistungen (schriftliche Reflexion 30%, Fortschrittspräsentation 30%, Produktion & Bericht 40%) ist Voraussetzung für eine positive Beurteilung gesamt.

Prüfungsstoff

Siehe oben.

Literatur

Interessensgeleitet, wird in der LV bekanntgegeben.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mi 13.10.2021 10:49