Universität Wien

170741 UE Antisemitismus im Intersektionalen Spannungsfeld (2024S)

Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

  • Dienstag 09.04. 13:15 - 16:30 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 23.04. 13:15 - 16:30 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 14.05. 13:15 - 16:30 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 28.05. 13:15 - 16:30 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 11.06. 13:15 - 16:30 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde
  • Dienstag 25.06. 13:15 - 16:30 Seminarraum 4 2H558 UZA II Rotunde

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Aufgeladen durch die auf die Terroranschläger der Hamas am 7. Oktober 2023 folgenden aktuellen gewaltvollen Konflikte sowie tief verankert im wiederaufkeimenden Verschwörungsdenken (u.a.) seit 9/11 und der Corona-Pandemie erlebt Antisemitismus derzeit eine erneute Hochkonjunktur. Aus medientheoretischer Perspektive handelt es sich dabei um eine lang tradierte komplexe Ideologie die in narrativen und visuellen Bildern vermittelt und erneuert wird. Dabei wird stets auf tradierte Elemente referenziert, die zugleich explizit als auch vage genug sind um anpassungsfähig an neue Phänomene zu sein, hinter denen alte Muster bei genauerer Betrachtung zum Vorschein kommen. Besonders die sozialen oder 'alternativen' Medien bieten einen 'Baukasten' von Verschwörungstheorien an, die aus implizit oder explizit antisemitischen Verstzstücken bestehen oder durch diese angereichert werden. Nutzer*innen können diese scheinbar eigenständig kombinieren, wodurch ein besonderer subjektiver 'Evidenz-Effekt' konstruiert wird. Während die antisemitische Dimension im Kontext der wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Verschwörungstheorien meist thematisiert wird, wir in Auseinandersetzungen um intersektionale Perspektiven Antisemitismus meist außen vor gelassen. In aktuellen deutschsprachigen Debatten (etwa um Achille Mbembe oder die Documenta-Kurator*innen ruangrupa) wurde z.T. eine explizite Konkurenz zwischen postkolonialen Theorien und Auseinandersetzungen mit Antisemitismus aufgemacht. Historische und aktuelle globale Beispiele aus Bürgerrechtsbewegungen, Aktivismus und Memory-Arbeit zeigen aber auch Formen von Adjacency zwischen Betroffenen von postkolonialem Rassismus und von Antisemitismus. Diese regen zu Impulsen in der Theoriebildung an, und werden zum Anderen auch Humoristisch aufgegriffen und in ihrer Komplexität reflektiert (z.B. beim Komiker-Duo Jordan& Peele). Das Seminar untersucht intersektionale Perspektiven auf Antisemitismus indem es dessen Spezifika herausarbeitet und zugleich mit anderen Formen von (gruppenbezogenem) Rassismus kontextualisiert. Diese Perspektive wird als fruchtbare Auseinandersetzung um Gemeinsamkeiten und Spezifika in Ideologie, Erfahrung und Aktivismus in einem solidarischen Kontext zu betrachten. Diese werden im Hinblick auf Kategorien von gegenderten Zuschreibungen, Klassenzugehörigkeiten, und weitere Formen des Othering untersucht. Neben einem Fokus auf die Perspektive von Betroffenen wird auch untersucht, welche Funktionen Antisemitismus und andere Formen von (kulturellem) Rassismus und Othering innerhab einer krisengezeichneten Gesellschaft einnehmen (schließlich sagt Antisemitismus nichts über Jüd*innen aus, jedoch viel über eine für Antisemitismus offenen Mehrheitsgesellschaft), und in welcher Relation sie zur Kapitalismuskritik stehen. Entsprechend dient eine historische Herleitung zur Einordnung von Diskursen insbesondere innerhalb einer Postnazistischen Gesellschaft.
Ziele:
Studierende bekommen ein vertieftes Verständnis von antisemitischen Ideologien und deren historischer Tradierung und werden für deren Erscheinungsformen sensibilisiert. Sie reflektieren Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten zu anderen Formen von Rassismus und Zugängen aus den Postcolonial Studies. Sie erproben das Erkennen und analysieren antisemitischer Narrative und Bilder anhand historischer und zeitgenössischer audiovisueller und medialer Beispiele.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Diskutiert werden verschiedene Formen antisemitischer Inhalte, die vorwiegend über digitale Medien verbreitet werden. Diese werden detailliert analysiert und kontextualisiert. Theorien zu Antisemitismus werden dabei angewendet und reflektiert. Studierende analysieren offensichtliche und latente antisemitische Inhalte vorwiegend in aktuellen medialen Zeugnissen. Jedoch werden als Referenz auch historische Produktionen herangezogen. Betrachtet werden vorwiegend Filme, Memes, und mediale Mischformen der Onlinekultur.
Studierende erbringen kurze schriftliche Übungen in Vorbereitung zu den einzelenn Einheiten. U.a. auf Grundlage dieser Übungen finden innerhalb der Stunde Diskussions- und Analyseübungen statt. Jede*r Teilnehmer*in hält eine Präsentation (einzeln oder in Kleingruppen) zu einem eigenständig recherschierten Thema (vergabe in erster Stunde). Eine (schriftliche oder audioviselle) Abschlussarbeit ist nach Ende des Kurses einzureichen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Bereitschaft Texte und Medien auf Deutsch und Englisch zu rezipieren.
Bewertungsgrundlage:
Regelmäßige Hausübungen: 20 %
Interaktionen/ Übungen in der Stunde: 20 %
Präsentation: 25%
Abschlussarbeit: 35%

Prüfungsstoff

Literatur und Materialien werden zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

Literatur


Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 08.04.2024 16:06