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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180016 VO-L Geschichte der Philosophie III (2016W)

Spinoza, Wolff, Descartes - Erkenntnistheorie

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Donnerstag 13.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Donnerstag 20.10. 15:00 - 16:30 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Donnerstag 27.10. 16:45 - 18:15 Hörsaal 3D, NIG Universitätsstraße 7/Stg. III/3. Stock, 1010 Wien
Donnerstag 03.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Donnerstag 10.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Donnerstag 17.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Donnerstag 24.11. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Donnerstag 01.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Donnerstag 15.12. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Donnerstag 12.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8
Donnerstag 19.01. 15:00 - 16:30 Hörsaal 41 Hauptgebäude, 1.Stock, Stiege 8

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalte:
Diese Vorlesung wendet sich den wichtigen historischen Positionen rationalistischer Erkenntnistheorien von René Descartes (1596-1650), Baruch de Spinoza (1632-1677) und Christian Wolff (1679-1754) zu, die alle drei mit einer philosophia more geometrico sympathisierten. Alle drei suchen sie nach Möglichkeiten, die Erkenntnis des Menschen auf sichere Fundamente zu stellen und das menschliche Leben damit positiv beeinflussen und verbessern zu können.
In eine Zeit großer Unsicherheiten gestellt, arbeitete René Descartes an einer Methode der Erkenntnis, von der er sich (vergeblich) erhoffte, die großen Probleme, die großen Kriege seiner Zeit besiegen zu können. 1737 erschien sein Discours de la méthode, pour bien conduire sa raison, et chercher la verité dans les sciences, also Von der Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung, gefolgt von den Meditationes de prima philosophia (1641), also den Meditationen über die Grundlagen der Philosophie, in denen der berühmte Zweifel an der menschlichen Erkenntnis die Erkenntnis allererst festigen sollte. Die Vorlesung beschäftigt sich mit dem Methodenteil des Discours.
In seinem anonym erschienenen Hauptwerk Ethica ordine geometrico demonstrata legt Spinoza zunächst eine Ontologie, eine Erkenntnistheorie und eine empirische Psychologie der Gefühle dar, um schließlich zu dem Thema zu gelangen, das dem Werk den Titel gibt, die Ethik. Diese wird ihrerseits in zwei Teilen dargelegt; zunächst geht es um das Scheitern der Vernunft angesichts der menschlichen Wünsche und Verhaltensweisen, um schließlich mit dem Aufweis eines Weges zu enden, wie Ethik angesichts der condition humaine dennoch gelingen kann. Die Vorlesung konzentriert sich auf die Beschäftigung mit den drei Gattungen der Erkenntnis, 1. der inadäquaten Wahrnehmungserkenntnis, 2. der adäquaten, rationalen Erkenntnis und 3. der intuitiven Erkenntnis.
Seiner lateinischen Logik mit dem Titel Philosophia rationalis sive logica von 1728 schickte Christian Wolff den Discursus praeliminaris de philosophia in genere voraus, in dem auch er drei verschiedene Erkenntnisarten darlegt, nämlich die philosophische, die historische und die mathematische, die noch für Immanuel Kant in manchen Hinsichten verbindlich ist. Diese folgen einer anderen Einteilung als die von Spinoza.
Kant ist es, der der geometrischen Methode in der Philosophie eine entscheidende Absage erteilte, indem er mit bedenkenswerten Argumenten zeigte, weshalb die Methode Euklids nicht auf die Begriffsarbeit der Philosophie übertragen werden kann. Diese Argumente gilt es, in einem letzten Schritt der Vorlesung vorzustellen.

Ziele:
Die Vorlesung will in einer textnahen Darlegung in zentrale Gedankengänge der Erkenntnistheorien des Rationalismus einführen. Dabei wird der Frage nachgegangen werden, worin die Theorien zu euphorisch waren, und was noch heute von ihnen zu gewinnen ist.

Methoden:
Eine Übersicht über die Themen der Vorlesungseinheiten wird auf der Lernplattform Moodle bereitgestellt werden.
Die Vorlesung wird von einem Tutorium begleitet, in dem der Stoff der Vorlesung in einer Nacharbeitung durch gemeinsame Diskussionen von Studierenden, angeleitet von der Tutorin Sarah Caroline Jakobsohn, vertieft werden soll. Ort und Zeit des Tutoriums werden noch bekanntgegeben. Eine wesentliche Aufgabe des Tutoriums ist es, die unterschiedlichen Terminologien der behandelten Philosophiekonzepte einzuüben, um dem komplexen Gedankengang der Vorlesung leichter folgen zu können. Der Besuch des Tutoriums ist daher sehr zu empfehlen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Leistungskontrolle:
Schriftliche Prüfung: Erster Termin: 26. Januar 2017. Weitere Termine werden auf der Lernplattform Moodle bekanntgegeben.
Zu jedem Prüfungstermin werden ausgewählte Themenbereiche der Vorlesung angegeben, so dass bei den einzelnen Prüfungen nicht jeweils der gesamte Stoff abgeprüft wird

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Prüfungsstoff

Literatur

René Descartes, Discours de la méthode, pour bien conduire sa raison, et chercher la verité dans les sciences (1737); Von der Methode des richtigen Vernunftgebrauchs und der wissenschaftlichen Forschung, Französisch – Deutsch, übersetzt und hrsg. von Lüder Gäbe, Hamburg 1997.

Baruch de Spinoza, Ethica ordine geometrico demonstrata (1677); Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt, Lateinisch – Deutsch, übersetzt und neu herausgegeben von Wolfgang Bartuschat, Hamburg 1999.

Christian Wolff, Discursus praeliminaris de philosophia in genere, in: Philosophia rationalis sive logica (1728); Einleitende Abhandlung über Philosophie im Allgemeinen, übersetzt und hrsg. von Günter Gawlick und Lothar Kreimendahl, Stuttgart Bad Cannstatt 1996.

Immanuel Kant, Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können; hrsg. von Karl Vorländer, Hamburg 1993.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 4.3, EC 4.3

Letzte Änderung: Mi 19.07.2017 13:09