Universität Wien FIND

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Vor-Ort-Lehre und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein. Melden Sie sich für Lehrveranstaltungen/Prüfungen über u:space an, informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf u:find und auf der Lernplattform moodle. ACHTUNG: Lehrveranstaltungen, bei denen zumindest eine Einheit vor Ort stattfindet, werden in u:find momentan mit "vor Ort" gekennzeichnet.

Regelungen zum Lehrbetrieb vor Ort inkl. Eintrittstests finden Sie unter https://studieren.univie.ac.at/info.

180016 PS Gilbert Ryle "Der Begriff des Geistes" (2018S)

4.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Die letzte Lehrveranstaltung (LV) in der Version BA Philosophie 2011 wurde hierzu im Sommersemester 2017 abgehalten.
Sollten Sie noch immer die LV für die BA-Philosophie-Version 2011 absolvieren - und sich nicht unter den neuen Studienplan (Version 2017) unterstellen lassen wollen (https://ssc-phil.univie.ac.at/studienorganisation/unterstellungen/bachelor-philosophie-von-2011-auf-2017/), so können Sie noch bis Sommersemester 2020 diese Äquivalenz-LV aus dem neuen Studienplan für die Version 2011 auf Basis der je aktuellen, äquivalenten LV ablegen. Eigene LVen für die Version 2011 können nicht mehr angeboten werden.
Bei der Anmeldung zur LV achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Ihre Anmeldung über die für Sie gültige Version erfolgt (!).
In der Regel stehen mehrere Studienplanpunkte bei der Anmeldung zur Auswahl. Die Auswahl der Studienplanpunkte kann vom System her nicht auf Ihre tatsächliche Curriculumsversion begrenzt werden. D.h. Sie müssen bei der Anmeldung darauf achten, sich ausschließlich 1. für LVen Ihres Curriculums und 2. der im U:Find angegebenen Codierung/Zuordnungen (bei jeder LV untenstehend angegeben) anzumelden. Andernfalls können Sie die Leistung ggf. nicht für Ihr Studium verwenden. Eine nachträgliche Änderung kann vom SSC nicht abgesichert werden.

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

ACHTUNG!! Die Lehrveranstaltung muss am 11.04.2018 wegen Krankheit leider entfallen.
ACHTUNG!! Die Lehrveranstaltung muss am 18.04.2018 wegen Krankheit leider entfallen.

Mittwoch 07.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 14.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 21.03. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 25.04. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 02.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 09.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 16.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 23.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 30.05. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 06.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 13.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 20.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien
Mittwoch 27.06. 09:45 - 11:15 Hörsaal 2G, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/2.Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Gilbert Ryles The Concept of Mind aus dem Jahre 1949 ist sowohl ein Klassiker der sprachanalytischen Philosophie als auch einer der radikalsten Beiträge zur modernen Philosophie des Geistes. In diesem Buch wendet sich Ryle gegen eine Sichtweise, die in der Philosophie seit Descartes über Jahrhunderte dominierend gewesen ist und die er pointiert als Mythos vom Gespenst in der Maschine bezeichnet. Für Descartes basiert die Welt auf zwei grundlegend verschiedenen Substanzen. Da ist zum einen der Geist als Bereich innerer-unsichtbarer mentaler Zustände. Da ist zum anderen die Natur als Bereich äußerer-physischer Ereignisse. Beide Bereiche werden dadurch miteinander zur Interaktion gebracht, dass man den Menschen als eine Art Bindeglied interpretiert, indem man das menschliche Handeln auf innere-mentale Ursachen und Entscheidungen zurückführt. Der Mensch unterscheidet sich darin von anderen natürlichen Wesen und Lebewesen, dass sein Verhalten durch innere Denkhandlungen kontrolliert und damit gespensterartig beseelt ist.
Aufgrund dieser Sichtweise ergibt sich nun eine ganze Reihe von gravierenden Problemen, welche die Philosophie bis heute hin umtreiben: Wenn man die Welt wie Descartes in dualistischer Weise aufspaltet und Natur und Geist durch gänzlich verschiedene Eigenschaften und Gesetzmäßigkeiten auszeichnet, inwieweit sollen dann beide Bereiche nachvollziehbar miteinander interagieren können (Leib-Seele-Problem)? Und wenn man sämtliche bewusste Verhaltensweisen auf innere und damit unbeobachtbare Zustände zurückführt, inwieweit kann dann der einzelne Mensch das Denken und Handeln seiner Mitmenschen wirklich verstehen? Kann er seinen Mitmenschen überhaupt mit Sicherheit ein Bewusstsein zuschreiben (Solipsismus-Problem)?
Nach Ansicht von Gilbert Ryle lassen sich derartige Probleme nur dadurch beheben, dass man den dahinterliegenden cartesischen Mythos vom Gespenst in der Maschine rigoros aus der Welt schafft. Sein Weg führt ihn dabei über sämtliche Felder der Philosophie des Geistes, wobei er ein ganz eigenes sprachanalytisches Instrumentarium entwickelt, welches heute zum grundlegenden, kritischen Rüstzeug der philosophischen Ausbildung gehört. Philosophische Dauerbrenner wie das Leib-Seele-Problem sind für Ryle Ausdruck begrifflicher Kategorienfehler, die aus einer fehlerhafter logischen Ordnung unserer sprachlichen Verwendungsweisen resultieren. Die Überwindung des Mythos vom Geist in der Maschin“ benötigt somit weder neue wissenschaftliche Forschungen noch weitgehende philosophische Spekulationen, sondern einfach eine grundlegende Analyse unseres sprachlichen Bezugs zur Welt. Genau hierin liegt für Ryle die Kernaufgabe der modernen Philosophie.
Das Proseminar richtet sich vor allem an philosophische Neulinge, die sich zum ersten Mal mit einigen Methoden der analytischen Philosophie vertiefend vertraut machen möchten. Zudem versteht sich die Lehrveranstaltung als eine Fortsetzung der Rhetorik und Argumentationstheorie sowie der Sprachphilosophie, wobei die in diesen Übungen erlernten Kenntnisse praktische Anwendung finden sollen. Für diese Zwecke ist die Arbeit von Ryle bestens geeignet. Sie ist klar und verständlich geschrieben und kommt fast gänzlich ohne logischen Formelapparat aus. Zudem ist sie in einem polemischen Duktus verfasst, der eine fundierte Kritik und Diskussion durchgehend herausfordert.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Neben regelmäßiger Anwesenheit und Beteiligung müssen alle TeilnehmerInnen wöchentlich kurze Lektürekommentare verfassen sowie jeweils ein Kurzreferat übernehmen. Eine Seminararbeit gibt es nicht!
Wir werden den Text von Ryle weitgehend in der deutschen Übersetzung lesen, die sich alle Teilnehmer vor Beginn des Seminars besorgen sollten (Literaturangabe siehe unten). Zudem wird das englische Original per Moodle zur Verfügung gestellt.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Abschlussnote setzt sich aus folgenden Kriterien zusammen:
Mündliche Beteiligung: 40 %
Lektürekommentare: 40 %
Referat: 20%

Prüfungsstoff

Literatur

Gilbert Ryle, Der Begriff des Geistes, Reclam 2015.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36