Universität Wien FIND

Bedingt durch die COVID-19-Pandemie können kurzfristige Änderungen bei Lehrveranstaltungen und Prüfungen (z.B. Absage von Vor-Ort-Lehre und Umstellung auf Online-Prüfungen) erforderlich sein. Melden Sie sich für Lehrveranstaltungen/Prüfungen über u:space an, informieren Sie sich über den aktuellen Stand auf u:find und auf der Lernplattform moodle.

Weitere Informationen zum Lehrbetrieb vor Ort finden Sie unter https://studieren.univie.ac.at/info.

Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180048 SE Moralischer Individualismus (2015S)

Zur Kritik einer Begründungsfigur in der Tierethik

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Englisch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Montag 09.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 16.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 23.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 13.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 20.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 27.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 04.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 11.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 18.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 01.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 08.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 15.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 22.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 29.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Das zentrale Argument des moralischen Individualismus lässt sich für die Tierethik wie folgt zusammenfassen: Wie ein Wesen behandelt werden soll, lässt sich nicht über die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Spezies bestimmen, sondern nur über die individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften. So sind etwa die Empfindungsfähigkeit oder die Fähigkeit, Interessen haben zu können, wichtige Säulen vieler tierethischer Ansätze. Prominent und stellvertretend können hier Peter Singer und Tom Regan genannt werden, die auf diese Begründungsfigur bauen. Ihre breite Rezeption drängt in den Hintergrund, dass schon in den 1970er-Jahren Argumente gegen die von ihnen verwendete Begründungsfigur, den moralischen Individualismus, vorgetragen wurden. Hier ist z.B. Cora Diamond zu nennen. Ihre Kritik und jene ihrer NachfolgerInnen erlebt gegenwärtig eine Renaissance und soll im Seminar bearbeitet werden. Dabei ist die Tierethik nur der Ort der Kritik und der Analyse innerhalb dieses Seminars, da die Kritik des moralischen Individualismus auch für andere Bereiche der praktischen Philosophie und insbesondere der angewandten Ethik von zentraler Bedeutung ist.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

- Regelmäßige aktive Teilnahme
- Kurze schriftliche Lektürereflexionen
- Referat und Diskussionsleitung in Kleingruppen
- Seminararbeit

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das Seminar soll dazu dienen, eingehende Kenntnisse über den moralischen Individualismus im Bereich der Tierethik zu erwerben und sich mit demselben kritisch auseinanderzusetzen.

Prüfungsstoff

- Texterschließung und -analyse im Selbststudium und dialogische Erarbeitung von Inhalten im Plenum
- Gemeinsames Close Reading zentraler Passagen und Diskussion
- Verfassen von schriftlichen Arbeiten (Seminararbeit, Lektürereflexionen)
- Referate

Literatur

Ach, Johann S. (1999). Warum man Lassie nicht quälen darf. Tierversuche und moralischer
Individualismus. Erlangen: Harald Fischer Verlag.
Anderson, Elisabeth (2004): Animal Rights and the Values of Nonhuman Life, in: Sunstein, Cass
R. & Nussbaum, Martha C. (Hg.): Animal Rights. Oxford: OUP, 277–298.
Bekoff, Marc (1998): Deep Ethology, Animal Rights, and the Great Ape/Animal Project:
Resisting Speciesism and Expanding the Community of Equals, in: Journal of Agricultural
and Environmental Ethics 10, 26 –296.
Crary, Alice (2010). Minding What Already Matters. A Critique of Moral Individualism.
Philosophical Topics 38 (1), 17–49.
Diamond, Cora (1978): Eating Meat and Eating People, in: Philosophy 53, 465-479.
Francione, Gary (2008): Animals as Persons. Essays on the Abolition of Animal Exploitation.
New York: Columbia University Press.
Mack, Eric (1999): In Defense of Individualism, in: Ethical Theory and Moral Practice 2, 87–
115.
Metz, Thaddeus (2012): An African Theory of Moral Status: A Relational Alternative to
Individualism and Holism, in: Ethical Theory and Moral Practice 15, 387–402.
May, Todd (2014). Moral Individualism, Moral Relationalism, and Obligations to Non-human
Animals, in: Journal of Applied Philosophy 31 (2), 155–168.
McMahan, Jeff (2005). Our fellow creatures, in: The Journal of Ethics 9, 353–380.
Palmer, Clare (2010): Animal Ethics in Context. New York: Columbia University Press.
Rachels, James (1990). Created From Animals. The Moral Implications of Darwinism. Oxford
University Press.
Regan, Tom (2004 [1983]): The Case for Animal Rights. Berkeley/Los Angeles: University of
California Press.
Singer, Peter (2009 [1975]): Animal Liberation. The definitive Classic of the Animal Movement.
New York: HarperCollins.
von der Pfordten, Dietmar (2012): Five Elements of Normative Ethics – A General Theory of
Normative Individualism, in: Ethical Theory and Moral Practice 15, 449–471.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 12, PP 57.3.5, UF PP 09

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36