180058 SE Philosophische Anthropologie als historisch-genetische Entwicklungstheorie (2017S)
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
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Vor dem Hintergrund der Transzendentalphilosophie Kants und der dialektischen Ontologie Hegels konzipiert Plessner Philosophische Anthropologie als prozesslogisch begreifbare, philosophische Theorie mit dem Grundzug einer allgemeinen Wissenschaft vom Menschen.
Die Rekonstruktion seiner Existenz als Lebewesen führt zunächst über organische Strukturstufen, wird aber in der Folge auf den Problemhorizont einer grenzbegrifflich formulierten Metaphysik bezogen und weist damit über das Thema Mensch hinaus in den Gesamtraum eines in das philosophische Denken eingeholten, dialektisch bewegten Seins. Philosophische Anthropologie erhält dadurch die Bestimmung einer historisch-genetischen Entwicklungstheorie. Der aus ihr resultierende Menschenbegriff verweist auf bio-psycho-soziale, Geist bildende Lebewesen. Die damit verbundene Humanspezifizierung verdankt sich für Plessner einer in der dynamischen Spannung von Innenwelt Außenwelt und sozialer Mitwelt zustande gebrachten, kognitiven Exzentrierungsleistung. Von hier aus lässt sich Philosophische Anthropologie – in kritischer Abgrenzung zu gen- und
neurobiologischen Reduktionismen - als Forschungsrahmen für eine anthropogenetisch und ontogenetisch durchdachte Theorie des Geistes positionieren.
Die Rekonstruktion seiner Existenz als Lebewesen führt zunächst über organische Strukturstufen, wird aber in der Folge auf den Problemhorizont einer grenzbegrifflich formulierten Metaphysik bezogen und weist damit über das Thema Mensch hinaus in den Gesamtraum eines in das philosophische Denken eingeholten, dialektisch bewegten Seins. Philosophische Anthropologie erhält dadurch die Bestimmung einer historisch-genetischen Entwicklungstheorie. Der aus ihr resultierende Menschenbegriff verweist auf bio-psycho-soziale, Geist bildende Lebewesen. Die damit verbundene Humanspezifizierung verdankt sich für Plessner einer in der dynamischen Spannung von Innenwelt Außenwelt und sozialer Mitwelt zustande gebrachten, kognitiven Exzentrierungsleistung. Von hier aus lässt sich Philosophische Anthropologie – in kritischer Abgrenzung zu gen- und
neurobiologischen Reduktionismen - als Forschungsrahmen für eine anthropogenetisch und ontogenetisch durchdachte Theorie des Geistes positionieren.
An/Abmeldung
Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first served").
- Anmeldung von Mo 06.02.2017 12:00 bis Mo 20.02.2017 12:00
- Anmeldung von Mi 22.02.2017 12:00 bis Mo 27.02.2017 12:00
- Abmeldung bis Fr 31.03.2017 12:00
Details
max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch
Lehrende
Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert
- Donnerstag 09.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 16.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 23.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 30.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 06.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 27.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 04.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 11.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 18.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 01.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 08.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 22.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
- Donnerstag 29.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Information
Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung
Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel
Zeugniserwerb durch Referatteilnahme plus schriftlicher Einzelarbeit auf der Grundlage der angegebenen Seminarliteratur.
Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab
Regelmässige aktive Teilnahme, Referat und schriftliche Arbeit
Prüfungsstoff
Die für Referat und Seminararbeit ausgewählte Literatur vor dem Hintergrund der für die Philosophische Anthropologie relevanten, philosophisch-systematischen und philosophiegeschichtlichen Implikationen
Literatur
Plessner, H.: Die Krisis der transzendentalen Wahrheit im Anfang
Plessner, H.: Die Stufen des Organischen und der Mensch
Plessner, H.: Die Einheit der Sinne. Grundlinien einer Ästhesiologie des Geistes
Plessner, H.: Anthropologie der Sinne
Plessner, H.: Elemente der Metaphysik
Holz, H.H.: Mensch-Natur. Helmuth Plessner und das Konzept einer dialektischen
Anthropologie, Bielefeld 2003Dux, G.: Die Logik der Weltbilder, F.a.M. 1982
Oesterdiekhoff, G.W.: Kulturelle Bedingungen kognitiver Entwicklung, F.a.M. 1997Tomasello, M.: Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens, F.a.M. 2002
Krüger, H.-P.: Intentionalität und Mentalität als explanans und explanandum. Das komparative Forschungsprogramm von Michael Tomasello. In: DZPhil. 55/2007
Rakoczy, H. / Tomasello, M.: Kollektive Intentionalität und kulturelle Entwicklung.
In: DZPhil. 56 / 2008
Rhemann, J.: Wie lernen wir, fremde Absichten zu deuten ? Über den Verstehen und
Geist bildenden Beitrag der Humanontogenese. In: DZPhil. 56 / 2008Krüger, H.-P.: Das Hirn im Kontext exzentrischer Positionierungen. In: Krüger, H.-P (Hrsg.):
Hirn als Subjekt ? Philosophische Grenzfragen der Neurobiologie, Berlin 2007
Krüger, H.-P.: Gehirn, Verhalten und Zeit. Philosophische Anthropologie als
Forschungsrahmen, Berlin 2010
Roth, G.: Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre
philosophischen Konsequenzen, F.a.M. 1994
Roth, G.: Wie einzigartig ist der Mensch? Die lange Evolution der Gehirne und
des Geistes, Heidelberg 2010
Becker, A. u.a. (Hrsg.): Gene, Meme und Gehirne. Geist und Gesellschaft
als Natur, F.a.M. 2003Zizek, S.: Die Nacht der Welt. Psychoanalyse und Deutscher Idealismus, F.a.M. 1998
Zizek, S.: Weniger als nichts. Hegel und der Schatten des dialektischen
Materialismus, F.a.M. 2014
Plessner, H.: Die Stufen des Organischen und der Mensch
Plessner, H.: Die Einheit der Sinne. Grundlinien einer Ästhesiologie des Geistes
Plessner, H.: Anthropologie der Sinne
Plessner, H.: Elemente der Metaphysik
Holz, H.H.: Mensch-Natur. Helmuth Plessner und das Konzept einer dialektischen
Anthropologie, Bielefeld 2003Dux, G.: Die Logik der Weltbilder, F.a.M. 1982
Oesterdiekhoff, G.W.: Kulturelle Bedingungen kognitiver Entwicklung, F.a.M. 1997Tomasello, M.: Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens, F.a.M. 2002
Krüger, H.-P.: Intentionalität und Mentalität als explanans und explanandum. Das komparative Forschungsprogramm von Michael Tomasello. In: DZPhil. 55/2007
Rakoczy, H. / Tomasello, M.: Kollektive Intentionalität und kulturelle Entwicklung.
In: DZPhil. 56 / 2008
Rhemann, J.: Wie lernen wir, fremde Absichten zu deuten ? Über den Verstehen und
Geist bildenden Beitrag der Humanontogenese. In: DZPhil. 56 / 2008Krüger, H.-P.: Das Hirn im Kontext exzentrischer Positionierungen. In: Krüger, H.-P (Hrsg.):
Hirn als Subjekt ? Philosophische Grenzfragen der Neurobiologie, Berlin 2007
Krüger, H.-P.: Gehirn, Verhalten und Zeit. Philosophische Anthropologie als
Forschungsrahmen, Berlin 2010
Roth, G.: Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre
philosophischen Konsequenzen, F.a.M. 1994
Roth, G.: Wie einzigartig ist der Mensch? Die lange Evolution der Gehirne und
des Geistes, Heidelberg 2010
Becker, A. u.a. (Hrsg.): Gene, Meme und Gehirne. Geist und Gesellschaft
als Natur, F.a.M. 2003Zizek, S.: Die Nacht der Welt. Psychoanalyse und Deutscher Idealismus, F.a.M. 1998
Zizek, S.: Weniger als nichts. Hegel und der Schatten des dialektischen
Materialismus, F.a.M. 2014
Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis
BA M 14, M 9
UF MA PP 09
UF MA PP 09
Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36
Inhalte: Plessners Konzept der Philosophischen Anthropologie als Forschungsrahmen mit Blick auf Theorien der Entwicklung des Denkens und des Geistes.
Methode: Im Anschluss an eine allgemeine Themeneinführung durch den Leiter der LV Referate mit Diskussion.