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Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180069 SE Theorien der Urteilskraft (2018W)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Mittwoch 03.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 17.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 24.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 31.10. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 07.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 14.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 21.11. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 05.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 12.12. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 09.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 16.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock
Mittwoch 30.01. 11:30 - 13:00 Hörsaal. 2H NIG 2.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Urteilskraft hat philosophiegeschichtlich gesehen neben anderen Kompetenzen wie Vernunft und Autonomie keinen einfachen Stand. In diesem Seminar werden wir uns in einem ersten Schritt mit Theorien der Urteilskraft beschäftigen und dabei in einem zweiten Schritt ein besonderes Augenmerk auf Hannah Arendts Verständnis der Urteilskraft legen. Arendt entwickelt ihre Theorie der Urteilskraft in kritischer Auseinandersetzung mit Immanuel Kants Verständnis von Urteilskraft. Vor dem Hintergrund einer umfassenden philosophischen Genealogie der Urteilskraft soll in diesem Seminar Arendts einzigartige Perspektive auf diese Kompetenz, die sich gravierend von den Ansätzen anderer Philosoph*innen unterscheidet, in den Blick genommen werden. Kurz gesagt, steht »Urteilskraft« in Arendts Verständnis für die Fähigkeit, in intransparenten oder anderweitig herausfordernden Kontexten handlungsfähig zu bleiben, ohne sich dafür auf bekannte Regeln oder Normen verlassen zu müssen. Urteilskraft steht in direktem Zusammenhang mit dem Denkvermögen, der endlose innere Dialog zwischen »mir und mir selbst«. Arendts Ansatz wird dann in einem dritten Schritt dazu dienen können, einige der zumeist vagen Bezüge auf kritische Reflexion, Rationalität und Urteilskraft im kritisch-posthumanistischen Paradigma, insbesondere von Seiten Donna Haraways, Karen Barads und Bruno Latours auszuführen und zu vertiefen. Es soll gezeigt werden, dass Arendts Ansatz das relationale Denken des kritischen Posthumanismus ergänzen kann, das sich einer prozessualen Interpretation traditioneller humanistischer Konzepte wie bspw. Akteursfähigkeit, Autonomie und Verantwortung verpflichtet.

Ein Ziel dieses Seminars ist es zu zeigen, dass Arendt mit ihrem Verständnis von Urteilskraft gerade keine Erneuerung des aufklärerischen und humanistischen Modells der Expertenkultur anstrebt. Ganz in Übereinstimmung mit dem kritischen Posthumanismus verbürgt sie sich für eine Emanzipation des Individuums, die in dem Bewusstsein einer ständigen Verbundenheit mit anderen – die »Pluralität« der Menschen und die geistige ›Gespaltenheit‹ in zwei im Dialog des Denkens – ein »Denken ohne Geländer« praktizieren und in diesem Mut zum Urteilen Verantwortung für die Welt übernehmen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Die Student*innen haben die Wahl zwischen einer Seminararbeit und einem benoteten Referat. Da allerdings in einem SE als Prüfungsform eigentlich eine Seminararbeit vorgesehen ist, ist die Möglichkeit, ein Referat zu halten, begrenzt (die genauen Konditionen werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben) und dem reinen Entgegenkommen der Dozentin geschuldet. Auch das Verfassen einer Bachelorarbeit ist möglich.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Die Erfüllung einer semesterbegleitenden unbenoteten Aufgabe ist die Bedingung dafür, zur Prüfung antreten zu können.

Prüfungsstoff

Literatur

Die zu lesende sowie die weiterführende Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben. Es sei darauf hingewiesen, dass einige der im Seminar gelesenen und diskutierten Texte auf Englisch sein werden. Das Seminar selbst wird dennoch auf Deutsch geführt.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Di 19.02.2019 14:28