Universität Wien FIND
Achtung! Das Lehrangebot ist noch nicht vollständig und wird bis Semesterbeginn laufend ergänzt.

180102 SE Macht - Subjekt - Geschlecht (2016S)

Psychoanalyse und philosophische Geschlechterforschung

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

Details

max. 45 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

Die LV beginnt pünktlich um 13:15 s.t.

Freitag 18.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 08.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 15.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 22.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 29.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 06.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 13.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 20.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 27.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 03.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 10.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 17.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Freitag 24.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung möchte in einem ersten Schritt zentrale Konzepte der Psychoanalyse vermitteln: das Denken des Unbewussten, die Entwicklungsstufen hin zum geschlechtlichen Subjekt, die Mechanismen von Verdrängung und Verwerfung. Anhand ausgewählter Texte von Sigmund Freud und Jacques Lacan lernen die Studierenden entlang Input-geleiteter Moderation der Lehrenden diese psychoanalytischen Grundkonzepte kennen, die nicht nur die Debatte in der Geschlechterforschung wesentlich beeinflusst, sondern auch zentrale Impulse für Strömungen postmoderner Philosophie geliefert haben. Zweiter Schritt der Lehrveranstaltung wird sein, anhand ausgewählter Passagen von Michel Foucaults Sexualität und Wahrheit eine kritische Bezugnahme auf zentrale Theoreme der Psychoanalyse kennenzulernen und diese insbesondere im Bezug auf Foucaults Machtkonzeption anzudiskutieren. In einem dritten Schritt werden die eingangs diskutierten Grundkonzepte nun durch die Perspektive ausgewählter feministisch-philosophischer Rezeptionen erneut gelesen und gemeinsam diskutiert. Was ist die feministische Kritik an den psychoanalytischen Annahmen zur Konstruktion von Geschlecht und Subjektivität?! Welche Machtkonzeptionen decken feministische Lesarten auf?! Welche alternativen Konzeptionen werden von feministisch-philosophischer Seite entwickelt?! Einschlägige Texte von Julia Kristeva, Luce Irigaray, Hélène Cixous, Judith Butler, Jessica Benjamin, Teresa de Lauretis werden in einem Close Reading diskutiert.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Voraussetzung für den Zeugniserwerb ist die gründliche Vorbereitung der Texte sowie die rege Beteiligung an den Diskussionen im Seminar. Zudem müssen die Teilnehmer_innen entweder ein Kurzprotokoll mit den Kernthesen und Diskussionspunkten zur jeweils letzten Sitzung verfassen und präsentieren (10 min.) und dieses als schriftliche Arbeit ausformulieren (ca. 10 Seiten) oder eine längere schriftliche Seminararbeit (15-20 Seiten) vorlegen.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Das erworbene Vermögen eigenständige wissenschaftliche Seminararbeiten zu verfassen und eigene Fragen in der Auseinandersetzung mit philosophischen Texten entwickeln zu können, ist Mindestanforderung für die Teilnahme an der Lehrveranstaltung.

Prüfungsstoff

Literatur

PRIMÄR
Sigmund Freud: Das Ich und Es (1923). Studienausgabe Bd III. Frankfurt/M.: Fischer, S. 275-306.
Sigmund Freud: Trauer und Melancholie (1917). Studienausgabe Band III. Frankfurt/M.: Fischer, S. 193-213.
Jacques Lacan: Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion. In ders.: Schriften I. Weinheim/Berlin: Quadriga 1986, S. 61-71.
Michel Foucault: Die Repressionshypothese. In ders.: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit I. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1978, S. 25-67.
Michel Foucault: Das Dispositiv der Sexualität (ausgewählte Passagen). In ders.: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit I. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1978, S. 101-119.
Julia Kristeva: Das Semiotische und das Symbolische. In dies.: Die Revolution der poetischen Sprache. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1978, aus Kap. I: S. 32-42; S. 53-61; S. 66-80.
Luce Irigaray: Die Unbekannte der Wissenschaft. In dies.: Speculum. Spiegel des anderen Geschlechts. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1980, S. 13-29.
Luce Irigaray: Das kleine Mädchen ist (nichts als) ein kleiner Junge. In dies.: Speculum. Spiegel des anderen Geschlechts. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1980, S. 29-40.
Hélène Cixous: Das Lachen der Medusa. In: Esther Hutfless, Gertrude Postl, Elisabeth Schäfer (Hg.): Hélène Cixous. Das Lachen der Medusa. Zusammen mit aktuellen Beiträgen. Wien: Passagen 2013, S. 39-61.
Benjamin, Jessica: Das ödipale Rätsel. In: dies.: Die Fesseln der Liebe. Psychoanalyse, Feminismus und das Problem der Macht. Frankfurt/M.: Stroemfeld/Nexus 2004, S.157-209.
Judith Butler: Der lesbische Phallus und das morphologische Imaginäre. In dies.: Körper von Gewicht. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1997, S. 89-135.
Judith Butler: Subjektivation, Widerstand. Bedeutungsverschiebung. Zwischen Freud und Foucault. In: dies.: Psyche der Macht, Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 81-101.
Judith Butler: Melancholisches Geschlecht/Verweigerte Identifizierung. In: dies.: Psyche der Macht. Frankfurt/M.: Suhrkamp, S. 125-143.
de Lauretis, Teresa: Perverse Desire. In dies.: The Practice of Love. Lesbian Sexuality and Perverse Desire. Bloomington: Indiana University Press, S. 257-297.

WEITERFÜHREND
Brennan, Teresa (Ed.): Between Feminism and Psychoanalysis. New York: Routledge 1989.
Bublitz, Hannelore: Judith Butler zur Einführung. Hamburg: Junius 2010.
Grosz, Elizabeth: Jacques Lacan: A Feminist Introduction. New York: Routledge 1990.
Kammler, Clemens; Parr, Rolf; Schneider, Ulrich Johannes (Hg.): Foucault-Handbuch. Leben Werk Wirkung. Stuttgart/Weimar: Metzler 2008.
Laplanche, Jean; Pontalis, Jean-Bertrand: Das Vokabular der Psychoanalyse. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1972.
Laquièze-Waniek, Eva: Von weißer Tinte zu Medusas Schlangen. Der Frauen- und Subjektbegriff in Hélène Cixous Écriture Féminine. In: Esther Hutfless, Gertrude Postl, Elisabeth Schäfer (Hg.): Hélène Cixous. Das Lachen der Medusa. Zusammen mit aktuellen Beiträgen. Wien: Passagen Verlag, S. 97-112.
Postl, Gertrude: Eine Politik des Schreibens und des Lachens: Versuch einer historischen Kontextualisierung von Hélène Cixous Medusa-Text. In: Esther Hutfless, Gertrude Postl, Elisabeth Schäfer (Hg.): Hélène Cixous. Das Lachen der Medusa. Zusammen mit aktuellen Beiträgen. Wien: Passagen Verlag, S. 21-39.
Postl, Gertrude: Demokratie als Performativität. Zu Irigarays Politik einer sexuellen Differenz. In: texte Heft 4/2012, 32. Jahrgang, S. 65-84.
Schmitz, Bettina: Arbeit an den Grenzen der Sprache: Julia Kristeva. Kronberg im Taunus: Ulrike Helmer Verlag 1998.
Soiland, Tove: Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine dritte Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten. Wien: Turia + Kant 2010.
Stone, Alison: Feminism, Psychoanalysis, and Maternal Subjectivity. New York: Routledge 2012.
Quinodoz, Jean-Michel: Freud lesen. Eine chronologische Entdeckungsreise durch sein Werk. Gießen: Psychosozial-Verlag 2011.
Widmer, Peter: Subversion des Begehrens. Jacques Lacans zweite Revolution der Psychoanalyse. Frankfurt/M.: Fischer TB 1990.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

M-11 Gegenwart
M-13 Geschlecht und Gesellschaft
PP 57.3.7
UF PP 09

Letzte Änderung: Fr 31.08.2018 08:52