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180121 VO-L Philosophie der Wissenschaft und die Frage der Forschung in der Psychoanalyse. Teil 2 (2017S)

Die Psychoanalyse der Gegenwart

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie

Die wöchentliche Sprechstunde von Univ.-Prof. Dr. Patrizia Giampieri-Deutsch im SS 2017 findet jeden Montag ab 13. März 2017 nach Voranmeldung und Vereinbarung im Institut für Philosophie, NIG, 2. Stock, Zimmer C0215 statt.

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Details

Sprache: Deutsch

Prüfungstermine

Lehrende

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ACHTUNG: Der richtige Titel der VO-L ist
Philosophie der Wissenschaft und die Frage der Forschung in der Psychoanalyse.
Teil 2: Von der klinischen zur empirischen und interdisziplinären Forschung

Die wöchentliche Sprechstunde von Univ.-Prof. Dr. Patrizia Giampieri-Deutsch im SS 2017 findet jeden Montag ab 20. März 2017 nach Voranmeldung und Vereinbarung im Institut für Philosophie, NIG, 2. Stock, Zimmer C0215 statt.

Montag 20.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 27.03. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 03.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 24.04. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 08.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 15.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 22.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 29.05. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 12.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock
Montag 19.06. 11:30 - 13:00 Hörsaal 3F NIG 3.Stock

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Ziele:
Die LV zielt darauf ab, die Studierenden der Philosophie in die Vorgeschichte und in die gegenwärtige Auseinandersetzung der Wissenschaftsphilosophie gegenüber der Psychoanalyse und der psychodynamischen Psychotherapiewissenschaft einzuführen. Die Studierenden können das für ihre zukünftige interdisziplinäre Forschung fruchtbar einsetzen.

Inhalte:
Die Teilnahme am Teil 2 der LV im Sommersemester 2017 setzt die Teilnahme am Teil 1 der LV im Wintersemester 2016/17 nicht voraus. Der zweite Teil der LV wird in die neuere extraklinische Forschung und in die Ergebnisstudien, die sich mit der Wirksamkeit der psychodynamischen Psychotherapien und der Psychoanalyse befassen, einführen. Darüber hinaus widmet sich die LV den experimentellen interdisziplinären Untersuchungen (zur Subliminalitätsforschung, zur frühkindlichen Entwicklung oder zur Affektregulierung), die sich als Grundlagenforschung verstehen und dazu beitragen, nicht lediglich die Wirksamkeit der Psychoanalyse und der psychodynamischen Psychotherapie als Behandlung zu beweisen, sondern ihre Grundannahmen als Theorie des Geistes zu prüfen, zu ergänzen und zu aktualisieren. Durch die Begegnung mit ihren Nachbardisziplinen (wie den Kognitionswissenschaften, der Evolutionstheorie, der Neuropsychologie, der kognitiven Neurobiologie) integriert das psychodynamische Denken Beschreibungen, Erklärungen und Methodologien aus dem experimentellen Bereich. Im Dialog mit den Nachbardisziplinen erweisen sich insbesondere die neurowissenschaftlichen Disziplinen der Kooperation zugänglich: durch ihren kognitiven Wandel in der Theorie, ihre technische Integration von bildgebenden Verfahren sowie durch den avancierten Beitrag der molekularen Biologie treten sie in Zusammenarbeit mit der Psychoanalyse. Sind die Psychoanalyse und ihre Nachbardisziplinen unterwegs zu einer allgemeinen interdisziplinären Theorie des Geistes? Wird diese Synergie die Erneuerung der Metapsychologie, Freuds Theorie des Geistes, auf wissenschaftlicher Grundlage ermöglichen? Im ersten Teil der LV im WS 2016/17 wurde dargestellt, wie die Vergangenheit der Beziehungen der Wissenschaftsphilosophie gegenüber der Psychoanalyse und der psychodynamischen Psychotherapiewissenschaft meist von gegenseitigem Unverständnis gekennzeichnet war. Werden diese Disziplinen dank ihren gegenwärtigen Forschungsmethodologien den Kriterien der gegenwärtigen Wissenschaftsphilosophie endlich genügen können?
Selbst die klassische klinische Fallstudienmethode, die mehrfach Gegenstand wissenschaftsphilosophischer Einwände war, erlebt dank der Neuropsychoanalyse eine Renaissance und die Ergebnisse der neuropsychoanalytischen Forschung wirken sich bereits auf den klinischen Alltag aus (z. B. als effektivere Behandlung von Lernhemmungen und Aufmerksamkeitsdefizitstörungen).
Die gegenwärtige psychoanalytische und psychodynamische Forschung lässt sich weniger als Anpassung an die Erfordernisse der evidence based medicine einschätzen, sondern sie zielt, wie empirische Studien zeigen, auf Anhebung des Standards des klinischen Alltags ab.
Die multimediale VO-L wird anhand interdisziplinärer Texte in diese breitgefächerte Diskussion einführen und Beispiele aus der laufenden Forschung präsentieren.

Methode:
E-Learning in Vorbereitung. Die LV wird als VO-L mit anschließender Diskussion angeboten. Die VO-L Einheit entfaltet sich anhand einer multimedialen Präsentation der Materialien (inklusive Filme, Videos, Tonbänder u.a.). Die Studierenden werden ermutigt, sich an der anschließenden Diskussion zu beteiligen. Auch an Gedankenexperimenten und Kasuistik wird gearbeitet, um eine bessere Verarbeitung und ein vertieftes Verständnis der interdisziplinären Materialien zu ermöglichen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Art der Leistungskontrolle:
Schriftliche Prüfung.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen:
Teilnahme an der VO-L und/oder Arbeit mit Moodle. Modalität der schriftlichen Prüfung: die Beantwortung von Fragen über ausgewählte kleine Texte im Prüfungsverzeichnis und ein Exposé über einen Text eigener Wahl aus den längeren Texten im Prüfungsverzeichnis. Das Prüfungsverzeichnis ist eine Kurzliste aus der Gesamtliteratur der VO-L, die in der VO-L ausgearbeitet, und anschließend in der VO-L und im Moodle bekanntgegeben wird.

LV-Beurteilungsmaßstab:
Die Gesamtleistung der schriftlichen Prüfung wird mit der fünfteiligen Notenskala: sehr gut (1), gut (2), befriedigend (3), genügend (4) bzw. nicht genügend (5) beurteilt. In der Sprechstunde können die Studierenden ein Feedback über ihre laufende Leistung erhalten.

Prüfungsstoff

Prüfungsstoff:
Eine Kurzliste aus der Gesamtliteratur der VO-L (Prüfungsverzeichnis), die in der VO-L gemeinschaftlich ausgearbeitet und anschließend in der VO-L und im Moodle bekanntgegeben wird.

Literatur

Literatur:
Barth, F., Giampieri-Deutsch, P. and Klein, H.-D., Ed. (2012). Sensory Perception. Mind and Matter. Wien and New York: Springer.
Beutel, M. E., Stark, R., Pan, H., Silbersweig, D. and Dietrich, S. (2010). Changes of brain activation pre- post short-term psychodynamic inpatient psychotherapy: An fMRI study of panic disorder patients. Psychiatry Research: Neuroimaging 184: 96-104.
Erdelyi, M. H. (1985). Psychoanalysis: Freud s Cognitive Psychology. New York: W. H. Freeman.
Gabbard, G.O. (2014). Psychodynamic Psychiatry in Clinical Practice DSM-5 (R). 5. Ausgabe. Arlington, VA: American Psychiatric Publishing.
Giampieri-Deutsch, P., Hg. (2002 und 2004). Psychoanalyse im Dialog der Wissenschaften. Bd. 1: Europäische Perspektiven und Bd. 2: Anglo-amerikanische Perspektiven. Stuttgart: Kohlhammer.
Giampieri-Deutsch, P., Hg. (2005). Psychoanalysis as an Empirical, Interdisciplinary Science. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Giampieri-Deutsch, P. (2010). Some remarks on psychoanalytic research and universities. International Forum of Psychoanalysis 19/4: 210-217.
Giampieri-Deutsch, P. (2012). Introductory remarks to Section IV Perception and memory: conscious and unconscious processes. In Sensory Perception. Mind and Matter hg. F. Barth, P. Giampieri-Deutsch and H.-D. Klein. Wien und New York: Springer Verlag, S. 239-243.
Giampieri-Deutsch, P. (2012). Perception, conscious and unconscious processes. In Sensory Perception. Mind and Matter hg. F. Barth, P. Giampieri-Deutsch und H.-D. Klein. Wien and New York: Springer, S. 245-264.
Giampieri-Deutsch, P. (2016). Ansätze zur Frage der Voraussage in der Psychoanalyse und in den Psychotherapiewissenschaften vom geschichtsphilosophischen, klinischen und empirischen Standpunkt. In Wissenschaftstheoretische und methodologische Problemlagen empirischer Voraussagen und statistischer Vorhersagen, hg v. R. Bachleitner, M. Weichbold, & M. Pausch. Vienna & New York: Springer, S. 202-220.
Giampieri-Deutsch, P. (2014). Neuro-Psychoanalyse. In Handbuch psychoanalytischer Grundbegriffe. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage, hg. W. Mertens. Stuttgart: Kohlhammer, S. 622-631.
Huber D., Zimmermann J., Henrich G. and Klug G. (2012). Comparison of cognitive-behaviour therapy with psychoanalytic and psychodynamic therapy for depressed patients - A three-year follow-up study. Zeitschrift für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 58: 299-316
Kandel, E. R., Schwartz, J. H. Jessell, T. M, Siegelbaum, S. A. und Hudspeth, A. J., Hg. (2013). Principles of Neural Science. 5. Ausgabe. New York: McGraw-Hill.
Knekt, P. et al. (2011). Quasi-experimental study on the effectiveness of psychoanalysis, long-term and short-term psychotherapy on psychiatric symptoms, work ability and functional capacity during a 5-year follow-up. Journal of Affective Disorders 132: 37-47.
Leichsenring, F., Salzer, S., Jaeger, U., Kächele, H., Kreische, R., Leweke, F., Rueger, U., Winkelbach, C., Leibing, E. (2009). Short-term psychodynamic psychotherapy and cognitive-behavioral therapy in generalized anxiety disorder: a randomized, controlled trial. American Journal of Psychiatry 166(8): 875-81.
Leichsenring, F. and Rabung, S. (2011) Long-term psychodynamic psychotherapy in complex mental disorders: update of a meta-analysis. British Journal of Psychiatry 199: 15-22.
Levy, R. A., Ablon, J. S. und Kächele H., Hg. (2012). Psychodynamic Psychotherapy Research. New York, Dordrecht, Heidelberg und London: Springer, Humana Press.
Sandell, R. (2014). On the value of double vision. Contemporary Psychoanalysis 50: 43-57.
Wallerstein R. S. (2014). Psychoanalytic therapy research: a commentary. Contemporary Psychoanalysis 50: 259-269.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

BA M 11, M 12, M 13
MA Ethik M02 A, B
PP 57.1.12, 57.3.5
UF PP 11

Letzte Änderung: Do 05.09.2019 12:53