Universität Wien FIND

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180121 SE Neue realistische Philosophie der Gegenwart (2018S)

5.00 ECTS (2.00 SWS), SPL 18 - Philosophie
Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung

An/Abmeldung

Hinweis: Ihr Anmeldezeitpunkt innerhalb der Frist hat keine Auswirkungen auf die Platzvergabe (kein "first come, first serve").

Details

max. 30 Teilnehmer*innen
Sprache: Deutsch

Lehrende

Termine (iCal) - nächster Termin ist mit N markiert

ACHTUNG!! Die Lehrveranstaltung entfällt am 09.05.2018!!

Mittwoch 07.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 14.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 21.03. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 11.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 18.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 25.04. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 02.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 16.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 23.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 30.05. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 06.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 13.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Mittwoch 20.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien
Donnerstag 21.06. 16:45 - 18:15 Hörsaal 2i NIG 2.Stock
Mittwoch 27.06. 13:15 - 14:45 Hörsaal 3C, NIG Universitätsstraße 7/Stg. II/3. Stock, 1010 Wien

Information

Ziele, Inhalte und Methode der Lehrveranstaltung

Inhalt: Das Seminar wird sich mit zentralen Autorinnen und Autoren des neuen realistischen Denkens der letzten Jahre auseinandersetzen, vom Spekulativen Realismus und Materialismus bis hin zu Markus Gabriels Sinnfeldontologie. Zwei Aspekte werden dabei im Vordergrund stehen:

Zum einen zeichnet sich das neue realistische Denken durch eine grundsätzliche Kritik der philosophischen Entwicklung seit Kant aus. Dies schließt die sog. „kritische Wende“ selbst ein, aber ebenso die Phänomenologie, den Poststrukturalismus oder Annahmen der analytischen Sprachphilosophie. Es gilt, die Motive dieser Kritik aufzuarbeiten: Wogegen richtet sie sich? Wie ist sie begründet? Sind ihre Begründungen stichhaltig?

Zum anderen sind die neuen realistischen Entwürfe selbst zu erarbeiten: Wie setzen sie methodisch an? Wie argumentieren sie? Wie gestalten sie sich inhaltlich, d.h. welche theoretischen Grundannahmen machen sie und welche Paradigmen entwickeln sie daraus?

Oft wird der disparate Charakter der „neuen Realismen“ moniert, die sich nur in der Kritik, aber keinesfalls in der Ausführung einig seien. Gleichwohl lässt sich das neue realistische Denken als ein spezifisches diskursives Feld verstehen, in dem einzelne Positionen aufeinander rekurrieren. Im Seminar soll ein zentraler Ausschnitt dieses Feldes rekonstruiert werden. Es werden daher Autorinnen und Autoren gelesen, deren Texte tatsächlich aufeinander verweisen. Den Anfang macht die vollständige Lektüre des mittlerweile klassischen Essays „Nach der Endlichkeit“ von Quentin Meillassoux. Hieran schließt sich die Auseinandersetzung mit Texten von Ray Brassier, Markus Gabriel, Karen Barad, Graham Harman und Jane Bennett an.

Ziel: Ziel des Seminars ist ein grundlegendes Verständnis neuen realistischen Denkens, seiner Motive und der Perspektiven, die es eröffnet und entwickelt.

Methoden: Das Seminar soll als reines Lektüreseminar angelegt werden, d.h., es wird auf Referate verzichtet. Bei der Lektüre wird auf ausgewählte Texte aus der Primärliteratur zurückgegriffen, die möglichst genau erschlossen und diskutiert werden sollen.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Voraussetzung für den Erwerb eines Zeugnisses ist neben der regelmäßigen Teilnahme am Seminar und einer sorgfältigen Vorbereitung der zu lesenden Texte die Abgabe einer schriftlichen Abschlussarbeit (10-15 Seiten bzw. 4000-6000 Worte).

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Mindestanforderungen sind konzentrierte Mitarbeit im Seminar sowie konzise und orthographisch fehlerlose Darstellung in der schriftlichen Arbeit. Die Beurteilung richtet sich sowohl nach dem Gesamtniveau der Gruppe als auch nach dem individuellen Leistungsstand (Semesterzahl, Lernfortschritt im Seminar).

Prüfungsstoff

Literatur

Alle für das Seminar relevanten Texte werden auf Moodle bereitgestellt.

Primärtexte
• Barad, Karen. 2003. Posthumanist Performativity. In: Signs. Journal of Women Culture and Society, 28(3), p. 801-831.
• Bennett, Jane. 2001. The Enchantment of Modern Life: Attachments, Crossings, and Ethics. Princeton, N.J. : Princeton University Press.
• Bennett, Jane. 2010. Vibrant Matter: A Political Ecology of Things. Durham, London: Duke University Press.
• Bennett, Jane. 2012. „Systems and Things: A Response to Graham Harman and Timothy Morton“. In New Literary History, Volume 43, Number 2, Spring 2012, S. 225-233
• Brassier, Ray. 2007. Nihil Unbound: Enlightenment and Extinction. New York: Palgrave Macmillan.
• Gabriel, Markus. 2014. „Existenz, realistisch gedacht.“ In Der neue Realismus, herausgegeben von Markus Gabriel, 171-199, Berlin: Suhrkamp.
• Gabriel, Markus. 2015. Fields of Sense. A New Realist Ontology. Edinburgh University Press.
• Harman, Graham. 2007. “On Vicarious Causation”. In Collapse II: Speculative Realism, S. 187-221.
• Harman, Graham. 2011. The Quadruple Object. Alresford: Zero Books.
• Meillassoux, Quentin. 2008. After Finitude: An Essay on the Necessity of Contingency. Trans. Ray Brassier. London: Continuum.

Sekundärtexte
• Benoist, Jocelyn. 2011/2014. Éléments de philosophie réaliste. Paris: Vrin.
• Bryant, Levi, Srnicek, Nick, and Harman, Graham, Hrsg. 2011. The Speculative Turn: Continental Materialism and Realism. Melbourne: re-press.
• Golumbia, David. 2016. „‘Correlationism’: The Dogma that Never Was.“ boundary 2 43 (2): 1-25.
• Dolphijn, Rick, van der Tuin, Iris. Hrsg. 2012. New Materialism: Interviews and Cartographies. Ann Arbor: Open Humanities Press.
• Gaitsch, Peter, Lehmann, Sandra, und Schmidt, Philipp. Hrsg. 2017. Eine Diskussion mit Markus Gabriel: Phänomenologische Positionen zum Neuen Realismus. Wien: Turia + Kant.
• Gratton, Peter. 2014. Speculative Realism: Problems and Prospects. London: Continuum.
• Harman, Graham. 2008. „On the Horror of Phenomenology: Lovecraft and Husserl.“ Collapse IV: 333-364.
• Niemoczynski, Leon. „21st Century Speculative Philosophy: Reflections on the New Metaphysics and its Realism and Materialism.“ In Cosmos and History: The Journal of Natural and Social Philosophy 9, No. 2 (2013): 13-31.
• Sparrow, Tom. 2014. The End of Phenomenology. Metaphysics and New Realism. Edinburgh: Edinburgh University Press.
• Zahavi, Dan. 2016. „The end of what? Phenomenology vs. speculative realism.“ International Journal of Philosophical Studies 24 (3): 289-309.

Zuordnung im Vorlesungsverzeichnis

Letzte Änderung: Mo 07.09.2020 15:36